Wie wir arbeiten

Nach dem Vorbild des Forest Stewardship Council (FSC), das von der Rainforest Alliance mitgegründet wurde, fördert die Rainforest Alliance im Bereich Landwirtschaft vor allem den nachhaltigen Anbau von Baum- und Feldfrüchten wie

  • Kaffee
  • Kakao
  • Tee
  • Bananen
  • Zitrusfrüchte
  • Mango
  • Ananas
  • Farne und Schnittblumen

Los Nogales Kaffeefarm in El Salvador

Zu diesem Zweck ist die Rainforest Alliance Mitglied im Sustainable Agriculture Network (SAN, in deutsch: Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft). Das Sustainable Agriculture Network  ist eine Koalition gemein­nütziger, unabhängiger Umweltschutz­organisation, die eine umwelt- und sozial­verträgliche sowie ökonomisch erfolgreiche Landwirtschaft in den Tropen und Subtropen unterstützen. Grundlage ist der SAN Standard für nachhaltige Landwirtschaft. In ihm sind Normen und Kriterien festlegt, die Bauern, bäuerliche Erzeuger­gemeinschaften oder landwirtschaftliche Betriebe erfüllen müssen. Wenn sie die notwendigen Kriterien des Standards erfüllen und einer unabhängigen Überprüfung standhalten, kommt es zur Zertifizierung. Ist diese erfolgreich, wird das Zertifikat und Siegel Rainforest Alliance Certified™ vergeben.

Die Rainforest Alliance fungiert als Geschäftsstelle und Sekretariat des Sustainable Agriculture Network.

Im SAN sind außerdem organisiert:

  • Conservación y Desarrollo (CyD), Ecuador
  • Fundación Interamericana de Investigación Tropical (FIIT), Guatemala
  • Fundación Natura, Kolumbien
  • ICADE, Honduras
  • IMAFLORA, Brasilien
  • Pronatura Chiapas, Mexiko
  • SalvaNatura, El Salvador
  • Toledo Institute for Develoment & Environment (TIDE), Belice.

Die Mitglieder des SAN zeichnen für die (Weiter-) Entwicklung des Standards für nachhaltige Landwirtschaft gemeinsam verantwortlich und übernehmen jeweils in dem Land, in dem sie ihren Sitz haben, die Schulung und Zertifizierungs­vorberei­tung der Bauern, bäuerlichen Erzeuger­gemeinschaften und landwirtschaftlichen Betriebe. Diese dezentrale Organisa­tions­­­struktur mit vor Ort ansässigen Umweltschutzgruppen vermeidet so genanntes umwelt­bedenkliches und kosten­intensives Jet-Set-Training.

Unabhängige Zertifizierung

Die Zertifizierung der landwirtschaft­lichen Betriebe wird von einer unabhängigen internationalen Zertifizierungsstelle, der Sustainable Farm Certification Intl. (SFC), unter Mitwirkung regionaler Umweltschutzgruppen aus dem Sustainable Agriculture Network (SAN) durchgeführt.

Kaffee-Auditor Mauricio Sanchez

Vor jeder Zertifikatsvergabe und dann in regelmäßigen Abständen (auch mittels Überraschungsaudits) findet jeweils eine Zertifizierungsprüfung gemäß des umfassenden Prüfkataloges des Sustainable Agriculture Network (SAN) statt.  Die Rainforest Alliance und die anderen im SAN organisierten Gruppen verlangen niedrige Prüf- und Zertifizierungsgebühren von den Bauern, Erzeugergemeinschaften und Betrieben, die sich für Schulungen und Prüfungen auch zusammen­schließen können, um Kosten zu sparen. Das Siegel selbst kann nicht in Form einer Lizenz erworben werden und ist gebührenfrei.

Über den SAN-Standard:

Rund 100 Kriterien bilden die Messlatte für eine erfolgreiche Zertifizierung der Farmen. Diese Standards gliedern sich in 10 Hauptbereiche, die sogenannten 10 Principles. Konkret steht Rainforest Alliance Certified™ für:

  • eine Reduktion der Wasserverschmutzung, da alle Verschmutzungsquellen kontrolliert werden
  • weniger Bodenerosionen, da die Farmen bodenerhaltende Methoden anwenden müssen
  • reduzierte Risiken für Mensch und Umwelt, da gefährliche Pestizide verboten sind und der signifikant reduzierte Einsatz von Chemie streng reguliert ist (Anforderung: Verbotsstandards der EU + der USA + POP [Stockholm Convention] + PIC [Rotterdam Convention] + Dirty Dozen), auch: GMO sind verboten!
  • der Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen, da die Entwaldung gestoppt und Flussufer durch Schutzzonen geschützt werden;
    auf Farmen vorhandene Wald- und sonstige weitgehend naturbelassene Flächen dürfen nicht mehr wald- und landwirtschaftlich erschlossen werden und müssen geschützt werden;
    wo Korridore zwischen Lebensraum- und Rückzugsgebieten für Tiere und für pflanzliche Lebensräume notwendig sind, müssen diese eingerichtet werden
  • weniger Abfall, da natürliche Abfälle kompostiert und dem Boden als Nährstoffe wieder zugeführt werden. Künstliche Stoffe werden, wo immer möglich, einem Recycling-System zugeführt
  • geringerer Wasserverbrauch, da Maßnahmen zur Wasseraufbereitung/-weiterverwendung eingesetzt werden
  • effizienteres Farmmanagement, was den Farmern hilft, Ressourcen besser zu planen und einzusetzen, zu kontrollieren und sie bessere Bewirtschaftungs-Methoden einsetzen lässt
  • verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen für Farmarbeiter und deren Familien durch angemessene Löhne, feste Unterkünfte, sanitäre Anlagen, sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung, Zugang zu Schulen, Fortbildung etc. (Rainforest Alliance Certified™ erfordert die Einhaltung ILO-Kernkriterien und –Kernforderungen wie Konvention 138 plus Empfehlung 146, Konvention 182, Konventionen 100 und 111, Konventionen 29 und 105, Konventionen 87 und 98)
  • gesteigertes Einkommen und bessere Wettbewerbsfähigkeit der Farmer durch steigende Erntemengen, in der Regel auch verbesserte Produktqualität und gesteigerte Produktivität
  • bessere Zusammenarbeit zwischen den Farmern und den Umweltschützern: Naturschutzparks allein können die Artenvielfalt nicht erhalten – Flora und Fauna müssen auch außerhalb der geschützten Bereiche natürliche Lebensräume finden. Da die Farmer die Bedingungen für enorme Landflächen bestimmen, ist deren Verständnis und Mitarbeit von großer Bedeutung für die Rainforest Alliance.