Ein Frosch?

Der Frosch gilt, wie die meisten Amphibien, als Bio-Indikator. Auf Umwelteinflüsse – an Land und im Wasser – reagiert er besonders sensibel. So verwundert es auch nicht, dass Frösche oft zu den ersten Lebewesen gehören, die von der Landkarte verschwinden. Die kleine, prächtig organgefarbene Goldkröte beispielsweise zeigte die dramatischen Ökosystemveränderungen in den Wäldern Costa Ricas bereits in den 1980er Jahren an: Ihr Lebensraum begrenzte sich auf die Bergnebelwälder der Monteverderegion. In der Paarungszeit konnte man dort große Ansammlungen von Tieren beobachten. In kürzester Zeit verkleinerte sich die Goldkröten-Population sprunghaft. 1989 wurde nur noch ein einzelnes Männchen gesichtet. Seither scheint die Goldkröte vom Erdboden verschwunden zu sein und gilt heute als ausgestorben. Überhaupt war 1989 (also zwei Jahre nach Gründung der Rainforest Alliance) ein Schlüsseljahr: Biologen, insbesondere auch Herpetologen (jene zoologischen Wissenschaftler, die sich mit Amphibien und Reptilien befassen), schlugen Alarm: Auf der ganzen Welt dezimierten sich die Frosch- und Krötenbestände dramatisch. Bereits seit den 1970er-Jahren konnte man das Phänomen verfolgen:  Beispielsweise in den westlichen USA, in Puerto Rico und im nordöstlichen Australien schrumpfte schlagartig die Zahl der Amphibien. In den 1980ern war es dann Costa Rica, das allein aus einem einzigen Landstrich vermelden musste, dass 40 Prozent der dortigen Amphibien­arten plötzlich verschwanden. Und selbst in abgelegenen, vom Menschen damals nicht erschlossenen Gebirgsregionen Ecuadors und Venezuelas stellten Wissenschaftler das seinerzeit noch unerklärliche Abhandenkommen von Fröschen und Kröten fest.

Vereinfacht lässt sich sagen: Wo die Frösche verschwinden, sind die Lebensräume krank.

Heute weiß man, dass zahlreiche Faktoren in jeweils unterschiedlicher Ausprägung für das Verschwinden von Fröschen & Co. verantwortlich sind. Dazu gehören:

  • Abholzung und Waldvernichtung
  • Fragmentierung von Lebensräumen, ohne Erhalt von Korridoren
  • Übermäßige Landnutzung und Landverschmutzung
  • Verunreinigung von Gewässern
  • Einführung fremder Arten
  • Aussetzung verstärkter UV-B-Strahlung, durch z.B. beschädigte Walddächer
  • Luftverschmutzung
  • Klimaveränderungen

Der tropische Rotaugen-Baumfrosch

Deshalb hat sich die Rainforest Alliance bei ihrer Gründung für einen Frosch als warnendes Bildsymbol entschieden. Ein Symbol gegen den sich nachwievor immer schneller ausbreitenden Raubbau in den Tropenwäldern weltweit. Ein Symbol gegen missbräuchliche und unkontrollierte Landnutzung mit ihren gravierenden Folgen. Ein Symbol gegen die andauernde und immer stärkere Verschmutzung der tropischen Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanze rund um den Globus.