Mit digitaler Technologie zu einer besseren Landwirtschaft

FarmGrow Projekt
Mit Mobilfunktechnologie kann eine große Anzahl von ErzeugerInnen über große Entfernungen miteinander verbunden werden.

Dank mobiler Technik können sich Erzeugerinnen heutzutage selbst an den entlegensten Orten und über große Entfernungen verbinden. Diese neuen Technologien macht sich die Rainforest Alliance im Rahmen ihrer erweiterten digitalen Innovationsprogramme zu Nutze, und stellt damit neue individuelle, datengesteuerte Betriebspläne und entscheidende Beratung für die ErzeugerInnen bereit – und stehen damit an der Spitze landwirtschaftlicher Digitalinnovation.

ErzeugerInnen auf der ganzen Welt befinden sich in einer Krise, die von Dürren und Überschwemmungen bis hin zu sich ausbreitenden Pflanzenkrankheiten und sinkenden Erträgen reicht. Für viele dieser FarmerInnen könnte eine individuelle Beratung zur Anpassung an die ständig wachsenden und wechselnden Bedrohungen ausschlaggebend sein. Doch die meisten FarmerInnen aus abgelegenen Gebieten haben ohne die passende Technologie keine Möglichkeiten, persönliches Coaching zu erhalten, welches die Rentabilität ihrer Farmen und das Wohlergehen ihrer Familien und Gemeinden verbessern könnte.

Die Mobilfunktechnologie ist daher eine Möglichkeit, eine große Anzahl von ErzeugerInnen zu erreichen, die über große Entfernungen und schnell wachsende Mobilfunknetze zunehmend miteinander verbunden sind. Wir von der Rainforest Alliance nutzen daher verstärkt digitale Innovationen, um Schulungsbemühungen zu intensivieren – ein Bereich, in dem wir auch in den kommenden Jahren weiter investieren werden.

Unsere FarmGrow-Initiative

Neben dem Ausbau bestehender digitaler Programme haben wir ebenfalls neue Initiativen gestartet, um die ErzeugerInnen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen. Im Rahmen unserer FarmGrow-Initiative haben wir beispielsweise individuelle Sieben-Jahres-Pläne entwickelt – alle mobil zugänglich – die die Erträge der teilnehmenden ghanaischen KakaofarmerInnen bis auf das Dreifache steigern könnten. Die Pläne verwenden Piktogramme (um den verschiedenen Alphabetisierungsgraden Rechnung zu tragen), die ErzeugerInnen bei der Umsetzung von Best Practices unterstützen und die Gesundheit der Böden fördern sowie deren Klimabeständigkeit erhöhen, wie zum Beispiel durch das Beschneiden und Neuanpflanzen von Bäumen.

Unser Ansatz ist allerdings alles andere als universelle „Einheitsgröße“. Tatsächlich basieren alle vorgeschlagenen Maßnahmen und Investitionen auf Daten, die die Landwirte selbst eingeben, wie z.B. die aktuellen Bedingungen auf der Farm und die eventuell vorhandene Möglichkeit zu investieren. Einer der spannendsten Aspekte dieser individuellen Pläne ist, dass die FarmerInnen jederzeit auf eine Gewinn- und Verlustrechnung zurückgreifen können – eine Funktion, die keine andere landwirtschaftliche App anbietet.

FarmGrow ist eine gemeinsame Initiative mit der Grameen-Foundation und anderen Partnern, die zunächst in Indonesien startete und sich nun auf Ghana und die Elfenbeinküste ausdehnt. Derzeit nehmen um die 5.000 Farmen an FarmGrow teil und aktuelle Interviews mit FarmerInnen deuten darauf hin, dass sie die Empfehlungen für ihre Farmen mit Begeisterung annehmen. Ziel ist es, dass FarmGrow bis Ende 2020 20.000 Farmen betreut.

FarmGrow Projekt in Ghana
Derzeit nehmen um die 5.000 Farmen an FarmGrow teil.

Die „Ag-tech Developer Challenge“

Um die modernste Technologie zu nutzen, hat die Rainforest Alliance einen internationalen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Technologieunternehmen aufgefordert wurden, ein Datenprodukt zur Fernerkundung zu entwickeln, dass die Planung von Farmen noch skalierbarer und präziser macht. Die Fernerkundung (über Satelliten, Radar oder Drohnen, die kranke Bäume aus der Ferne erkennen oder ‚erspüren‘ können) könnte zum Beispiel die Art und Weise verändern, wie wir Pläne für FarmerInnen erstellen. Denn derzeit fährt noch ein FarmGrow-Coach zu jeder Farm, um manuell Informationen zu sammeln und aufzuzeichnen. Mit den Technologien der Präzisionslandwirtschaft können die gleichen Informationen jedoch viel schneller und präziser gesammelt werden – und das für viel mehr Betriebe.

Die Rainforest Alliance wurde von den Wettbewerbsbeiträgen führender Technologie- und KI-Unternehmen überwältigt. Die beiden Gewinner testen derzeit ihre Produkte im Rahmen eines Pilotprojektes mit KakaofarmerInnen in Ghana. Das Ziel ist es, sich auf andere Kakaoanbaugebieten wie der Elfenbeinküste, Nigeria, Indonesien und Ecuador auszuweiten, um schließlich etwa 120.000 KakaofarmerInnen zu erreichen.

Mobile Apps für eine nachhaltige Landwirtschaft

Neben dieser spannenden Initiative arbeitet die Rainforest Alliance weiterhin mit landwirtschaftlichen Kooperativen und Händlern zusammen, um mobile Anwendungen zu entwickeln und zu nutzen, die ihren Bedürfnissen am besten entsprechen – sei es, um die besten Praktiken zum Zwecke der Zertifizierung zu verfolgen oder um die Ergebnisse verantwortungsvoller Praktiken beurteilen zu können. FarmerInnen von Honduras bis Vietnam nutzen diese Apps, die nach dem Herunterladen des Materials offline funktionieren sollen, so dass die Landwirte unabhängig von ihrem Standort auf Informationen zugreifen und diese eingeben können, um ihren Weg zur Nachhaltigkeit einfacher zu gestalten.

Pak Nurman, Kakaofarmer in Indonesien
Pak Nurman, Kakaoerzeuger