Waldbrände im Amazonas: Wofür nutzen die Hilfsorganisationen eure Spendengelder

Unsere Partnerorganisationen bekämpfen weiterhin mit allen Mitteln die Waldbrände im Amazonas-Regenwald. Doch was passiert eigentlich mit den Spenden, die wir von euch erhalten und an die Organisationen weitergeleitet haben? Hier erfahrt ihr im Detail, für welche Projekte die Gelder eingesetzt werden.

Brennender Wald in Peru
Quelle: Mohsin Kazmi


Geschockt von den Ausmaßen der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes durch die über 75.000 Waldbrände in diesem Jahr, haben sich unzählige Menschen solidarisiert. Sie haben unter anderem an uns gespendet. Die Gelder, die wir über Instagram im August und September von euch eingesammelt haben, gehen an unsere sechs Partnerorganisationen (Imazon, Ipam, ISA, PSA, Imaflora und COIAB) in Brasilien. Diese Hilfsorganisationen haben sich wiederum mit anderen Organisationen und Instituten in der Amazonas-Allianz (Aliança Amazônia) zusammengeschlossen, um gemeinsam die Abholzung und Brandrodung im brasilianischen Amazonas-Gebiet zu bekämpfen.

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🔥HOPE IN A WORLD ON FIRE🔥This video of journalists fleeing a harrowing blaze in the Bolivian Amazon (*see correction and photo credits in comment) is an important reminder that fire knows no borders, especially in the midst of our global climate crisis. In fact, as news organizations and many, many of our followers have pointed out, forests around the world are currently engulfed in flames. The Amazon itself spans 8 countries—and Bolivia and Peru have been among the hardest hit by these manmade fires, along with Brazil. 🔥In Indonesia, vast areas of primary rainforest are ablaze with fires ignited to clear land for palm oil production. Across the Siberian Arctic, wildfires have broken out in previously unaffected regions due to dried-out foliage—a consequence of an extreme increase in Arctic temperatures. Forests in both California and the Congo Basin (the second largest rainforest after the Amazon) are also at acute risk of destruction by annual fires—both natural and manmade—that are likely to burn out of control as a result of drier conditions, higher temperatures, and inadequate resources to fight them. 🌎What do these apocalyptic events portend for us all? To those of us who have dedicated our lives to stopping the destruction of these vital ecosystems—which the entire world depends on for our collective climate survival—the global conflagration is a clarion call for us to weaponize HOPE by transforming it into GLOBAL ACTION. It is a deafening alarm calling on every company, every global leader, every scientist, every local official, and every consumer to stop the destruction by reshaping the world as we know it—a difficult journey that will require unyielding determination, sustained investment, and unprecedented collaboration. 🌳Everyone has a role to play and unique skills to bring to the fight of our lifetime. The collaboration part is our specialty, and we want you to know that this incredible outpouring of public concern and support has greatly strengthened our position both as an advocate in the policy sphere and as an expert-advisor in the corporate realm. Watch this space for breaking developments on our collective efforts. 🙏

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Quelle Video: Nick Rose, https://www.instagram.com/iamnickrose/


Eure Spenden helfen direkt vor Ort: dem Regenwald und den indigenen Gemeinschaften

Die Amazonas-Allianz hat analysiert, wie sich die Spendengelder im Kampf gegen die Waldbrände am wirkungsvollsten einsetzen lassen – und wählte am 30. August konkrete Projekte und Initiativen aus. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl waren die akute Gefahrenlage und die Ausbreitung des Feuers. Zudem war wichtig, dass die Projekte den Umweltschützern vor Ort und Wissenschaftlern die nötigen Mittel an die Hand geben, um weiter die anhaltende Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes bekämpfen und verhindern zu können. Unter diesen Gesichtspunkten entschied die Allianz, sich zunächst auf den Bundesstaat Pará zu konzentrieren. Dieser liegt im Norden Brasiliens und ist von der Katastrophe am stärksten betroffen. Fünf verschiedene Projekte und Initiativen, die in dieser Region gegen das Feuer und die Zerstörung des Waldes ankämpfen, erhalten nun finanzielle Unterstützung durch eure Spendengelder:


1. Projekt: Xingu+ Network in Action – Fogo do Ìndio

Organisation: Instituto Socio Ambiental (ISA)

ISA arbeitet mit indigenen Gruppen im zentral-westlich gelegenen Bundesstaat Mato Grosso und der Brandschutzeinheit der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA zusammen. Ziel ist es, die Waldbrände im Norden der Pará-Region einzudämmen. Dabei unterstützt ISA die lokalen Feuerwehren beispielsweise beim Bau von Brandschutzstreifen (Aceiros) und bei weiteren Maßnahmen, um die Sicherheit der indigenen Bevölkerung während der Trockenzeit zu gewährleisten. An dem Projekt beteiligen sich mehr als 22 indigene Gemeinschaften der Xingu und der Panará. Die Gebiete dieser indigenen Völker erstrecken sich über eine Fläche von über 22,8 Millionen Hektar – überall dort kommen eure Spenden zum Einsatz.

Entwaldung an der Grenze zu Belize
Quelle: Sergio Izquierdo


2. Projekt: Indigenes Feueralarm-System

Organisation: Amazon Environmental Research Institute (IPAM)

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, die indigene Bevölkerung mit technologischen Hilfsmitteln vertraut zu machen und auszustatten. Somit sollen Entwaldung und Waldbrände reduziert und die Besitzrechte der Bevölkerung an Wald und Land geschützt werden. Dazu entwickelt das IPAM gemeinsam mit indigenen Gruppen und WissenschaftlerInnen ein webbasiertes Schnellreaktionssystem namens SOMA. Auch eine App „Alerta Clima Indígena“ wird erstellt. Mit dem System und der App sollen die indigenen Gemeinschaften in Echtzeit informiert werden – über Entwaldung, Waldbrände, schwere Dürren oder auch über illegale Inbesitznahme von Land. Außerdem sollen diese Informationen direkt an Feuerwehren, die brasilianische Umweltbehörde IBAMA und die staatliche Behörde für die Angelegenheiten der indigenen Bevölkerung Brasiliens (FUNAI) weitergeleitet werden können.


3. Projekt: Brandschutz und Agroforstwirtschaft in der Tapajós-Region

Organisation: Projeto Saúde e Alegria (PSA)

Wie der Name schon verrät, konzentriert sich dieses Projekt auf die Bekämpfung von Waldbränden. Gleichzeitig soll die nachhaltige Forstwirtschaft im Tapajós-Arapiúns-Reservat in Pará gestärkt werden. Das Tapajós-Reservat ist mit rund 22.000 Menschen auf einer Fläche von 650.000 Hektar das am dichtesten besiedelte Reservat im Amazonasgebiet. Unter anderem bilden Projektmitarbeiter lokale Waldfeuerwehren darin aus, die Ausbreitung des Feuers im Reservat zu verhindern. Außerdem wollen sie Saatgutbanken schützen und die Arbeitsgruppen der Forstverwaltung unterstützen. Über das Projekt können mehrere Gemeinden im Reservat erreicht und miteinbezogen werden.


4. Projekt: Nationale Kampagne gegen Landraub und illegale Entwaldung

Organisation: Instituto Homem e Meio Ambiente (Imazon)

Für dieses Projekt arbeitet die Organisation Imazon mit wichtigen privaten und zivilgesellschaftlichen Vereinigungen und Verbänden zusammen, die an der Schnittstelle zwischen Klima, Wald und nachhaltiger Landwirtschaft agieren. Ziel ist es, eine nationale Kommunikationskampagne zur Bekämpfung von Landraub und illegaler Entwaldung zu schaffen. Die drei Hauptzielgruppen, die damit erreicht werden sollen, sind EntscheidungsträgerInnen – insbesondere aus der Wirtschaft – sowie Medien und InfluencerInnen. Mithilfe von kurzen Videos, Artikeln und Workshops werden die Zielgruppen darüber aufgeklärt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen Landraub und Entwaldung haben – und welche Maßnahmen gegen diese Probleme ergriffen werden müssen.

Abholzung im Maya Biosphären Reservat
Quelle: Sergio Izquierdo


5. Projekt: Bekämpfung der Waldbrände in São Felix do Xingu

Organisation: Imaflora

Ziel dieses Projektes ist es, die Umsetzung des Brandbekämpfungsprogramms der Gemeinde São Felix do Xingu im Südosten des Bundesstaates Pará sicherzustellen. Imaflora arbeitet mit der Gemeinde und der lokalen Zivilgesellschaft zusammen, um bei der Entwicklung eines Plans zur Bekämpfung der Brände in der Region zu helfen. Darüber hinaus werden 50 Feuerwehren darin ausgebildet, Inspektionen durchzuführen und Brandschutzklappen an Kleinbauern zu verteilen.

Die sechste Initiative befindet sich gerade noch in der Entwicklung. Wir informieren euch sobald wie möglich über den Fortschritt.


Ein großes Dankeschön!

Wir sind überzeugt, dass die Spendengelder bei den Organisationen der Amazonas-Allianz sinnvoll eingesetzt werden. Ohne euren Support wäre es nicht möglich gewesen, diese tollen Projekte so zu unterstützen. Ihr leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Waldbrände und zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes – nicht zu vergessen der Menschen, die dort leben. Dafür ein riesiges Dankeschön!

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