Bericht vom Feld: Guatemalas Umweltschützer von morgen

Lesbia Gualip, Foto: Sergio Izquierdo

„Es geht nicht nur darum, Bäume zu pflanzen. Ebenso wichtig ist, warum wir sie pflanzen“, sagt Lesbia Gualip, Lehrerin in einer Gemeinde am Rande des Tikal Nationalparks in Guatemala. Lesbia ist eine von vielen Lehrkräften der Region, die am Rainforest Alliance Bildungsprogramm teilgenommen haben. Wir vermitteln den Teilnehmern, wie sie Umweltschutz- und Klimaaspekte in ihr bestehendes Lehrprogramm integrieren können. „Entwaldung und Klimawandel sind nun Bestandteile des Unterrichts“, so Lesbia. Die Schüler lernen sogar, die Kohlenstoffspeicherkapazität von Bäumen zu berechnen.

Klimabildung ist in Guatemala von besonderer Bedeutung, denn das Land hat die höchste Entwaldungsrate der Nordhalbkugel. Die Folgen des Klimawandels sind hier deutlich zu spüren, wie unberechenbare Regenfälle, Missernten und unkontrollierte Waldbrände, die zahlreiche Dörfer und Gemeinden zerstört haben. All dies geht auch zu Lasten der Nahrungsmittelversorgung – und das in dem Land mit der höchsten Unterernährungsrate in ganz Lateinamerika.

Foto: Sergio Izquierdo

Die Rainforest Alliance ist seit langer Zeit in Guatemala aktiv, um nachhaltige Lebensgrundlagen zu fördern und Naturräume zu erhalten. „Unsere wichtige Arbeit hier würde zu kurz greifen, wenn wir nicht auch die kommende Generation schulen. Lehrer wie Lesbia führen den Schülern vor Augen, dass sie die Zukunft ihrer Gemeinden selber gestalten können“, erklärt Maria Ghiso, Education Program Manager bei der Rainforest Alliance.

Viele der 85 Schüler setzen das Gelernte bereits in konkrete Taten um. „In unserer Region haben wir ein Problem: Ohne Genehmigung wurden hier nämlich zahlreiche Bäume gefällt“, berichtet Lesbia. „Einst große Waldflächen wurden umgewandelt in Weideland. Unsere Kinder haben gelernt, dass Bäume sehr wichtig sind. Diese Kernbotschaft tragen sie auch nach Hause zu ihren Eltern und ihren Gemeinden.“

Angesprochen auf ihre Motivation ist Lesbia sehr direkt: „Häufig sagen die Leute, die Probleme seien viel zu groß, als dass wir sie lösen könnten. Ich sage meinen Schülern aber immer: Auch kleine Taten können einen Unterschied bewirken – wenn sie von Herzen kommen.“

Foto: Sergio Izquierdo

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