Schon mal von Biodiversität gehört?

„Nachhaltig“, „verbessert Lebensbedingungen“, „schützt die Artenvielfalt“ oder auch „erhält die Biodiversität“ – es sind solche Zusätze, die Konsumenten auf vielen Produkten zu lesen bekommen. Klingt erstmal ziemlich gut, ist es in vielen Fällen auch. Nur: Was Konsumenten glauben und was tatsächlich hinter solchen Begriffen steckt, sind oft unterschiedliche Dinge. Die Union For Ethical Biotrade (UEBT) hat vom Jahr 2009 bis 2018 untersucht, wie es um unseren Konsum und dem Begriff „Biodiversität“ bestellt ist. Beides miteinander zu verbinden, ist ein Kern unserer Mission.

53 Prozent der Befragten in Deutschland gaben im Jahr 2018 an, den Begriff „Biodiversität“ schon einmal gehört zu haben. Verglichen mit dem Jahr 2009, wo es lediglich 29 Prozent waren, ist dies eine positive Entwicklung. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland jedoch massiv hinterher: In Ländern wie Frankreich, China, Schweiz, Brasilien, Mexiko, Peru, Kolumbien und Vietnam liegen die Werte bei über 80, häufig sogar bei über 90 Prozent. Immerhin: Rund die Hälfte der Deutschen, die den Begriff kennen, wissen auch, dass damit die Artenvielfalt gemeint ist – also die Vielzahl an Lebewesen rund um die Welt.

Umfrage: Kennen Sie den Begriff Biodiversität und was ist damit gemeint?

Die meisten Menschen finden es wichtig, Biodiversität zu erhalten und dafür natürliche Lebensräume zu schützen. 74 Prozent der deutschen Befragten sehen sogar Unternehmen moralisch dazu verpflichtet, einen Beitrag zu leisten. Aber nur 43 Prozent von ihnen haben den Eindruck, Unternehmen nehmen eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung wirklich ernst.

Umfrage: Meinen Sie Unternehmen setzen sich stark genug für den Erhalt der Biodiversität ein?

Tatsächlich scheinen immer mehr Verbraucher ein größeres Bewusstsein dafür zu entwickeln, woher ihre Produkte kommen. Der Wille steigt entsprechend, vermehrt zu verantwortungsvoll erzeugten Produkten zu greifen. Und rund zwei Drittel der Deutschen sind laut Umfragen auch davon überzeugt, mit ihrem bewussten Konsum zu einem positiven Wandel beitragen zu können.

Umfrage: Würden Sie eher zu einem Produkt greifen, von dem Sie wüssten, dass es von einem verantwortungsvollen Unternehmen kommt?

Ist bewusst nachhaltiger Konsum also bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Nur etwa jeder Zweite behauptet, Produkte von Unternehmen zu kaufen, von denen er wisse, dass damit gutes Engagement unterstützt werde. Namen zu nennen fällt dann aber schon den meisten schwer. Offensichtlich mangelt es an Informationen, die die Verbraucher auch tatsächlich erreichen – und denen diese wiederum vertrauen.

Gefragt sind hier Unternehmen, politische Institutionen und NGOs gleichermaßen, wenn es darum geht, Missstände, Herausforderungen und auch positives Engagement öffentlich zu benennen. Im Sinne der Verbraucherinformation ist aber auch ein erweiterter Fokus in der medialen Berichterstattung wünschenswert: Zusätzlich zum „fairen Handel“ müssen weitere essenzielle Aspekte – wie Erhalt der Artenvielfalt, Schutz natürlicher Lebensräume und Anpassung an die Folgen des Klimawandels – im Zusammenhang mit unserem Konsum eine gleichwertige Rolle erhalten.

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