Maya-Gemeinden zusammen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

„Für mich ist Holz das edelste Material, das die Natur hervorbringt”, sagt Yuriria Hernández Velasco, Vorarbeiterin bei K’áax Mayas, einem Laden für Holzprodukte mit integrierter Werkstatt im Süden von Yucatán, Mexiko. „Und wir können alles daraus machen, was uns in den Sinn kommt.“ Bei Yuriria heißt das zum Beispiel Möbel, Türen und Dekorationen für daheim – alles aus nachhaltigen Quellen.

Yuriria Hernández Velasco, Vorarbeiterin bei K’áax Mayas. Foto: Michael Toolan

K’áax Mayas ist im Besitz von Alianza Selva Maya, einem Zusammenschluss aus fünf ejidos (Gemeinden mit Landbesitz). Ejidos wurden in Mexiko im Zuge der Revolution von 1910 bis 1921 errichtet, als Agrarreformen Landrechte zugunsten ländlicher Gemeinden umverteilten. Sie erhielten das Recht, ihre Wälder zu bewirtschaften, so lange sie darin einen Nutzen sahen.

Die Rainforest Alliance – unterstützt von der Tinka Foundation – arbeitet mit Alianza Selva Maya zusammen, um ihren Forstprodukten Mehrwert zu verleihen. Ein Ergebnis ist K’áax Mayas. Das Geschäft mit eigener Werkstatt wurde im Jahr 2015 auf dem Gelände des Instituto Tecnológico de la Zona Maya, einer Hochschule für Forst- und Landwirtschaft, ins Leben gerufen. Dort wird das Holz aus den ejidos zu verschiedensten Produkten verarbeitet und anschließend verkauft. Studenten der Hochschule erhalten hier Praxiserfahrung und tauschen sich mit den ejidos aus. Für einige ist es der Weg zum ersten Job.

Hier entstehen hochwertige Möbel, die zum Beispiel an Hotels verkauft werden. Foto: Michael Toolan

Aufgrund der Größe und Lage der einzelnen ejidos – weit abseits jeglicher Großstadt – wäre ein Werkstattbetrieb wie K’áax Mayas ohne einen Zusammenschluss unmöglich gewesen. „Nach 40 Jahren der Entwicklung galten Sägewerke als das Beste, das ejidos aufbauen könnten“, resümiert Alfonso Argüelles, Executive Director bei Alianza Selva Maya und Repräsentant des FSC (Forest Stewardship Council) in Mexiko. „Alianza Selva Maya wurde gegründet, um Probleme zu lösen, die die ejidos alleine nicht lösen konnten.“

Foto: Michael Toolan

Als Yuriria den Job bekam, stellte der Betrieb ausschließlich Bodendielen her. Ihrem persönlichen Interesse für Design geschuldet wollte Yuriria mehr. Genügend Argumente hatte sie auf ihrer Seite, denn fertig verarbeitete Holzprodukte und ein breiteres Portfolio versprechen höhere Einnahmen. Seither gehören diverse Einrichtungsgegenstände zum festen Bestandteil von K’áax Mayas. „Als ich zum ersten Mal lernte, wie man Möbel herstellt… das war magisch“, sagt sie heute.

Möbel, die hier über die Theke gehen, sind für hochklassige Hotels in Cancún, Riviera Maya und Tulum bestimmt. Aber auch Verbraucher können bei den ejidos einkaufen. Seit April 2018 steht in der Touristenstadt Chetumal ein eigener Showroom.

„Wälder, die von lokalen Gemeinden bewirtschaftet werden, mit nachfragenden Märkten zu verbinden, ist ein Knackpunkt beim Erhalt von Wäldern und der Artenvielfalt“, weiß Edgar González Godoy, Rainforest Alliance Director in Mexiko. „K’áax Mayas ist dafür ein prima Beispiel. Die ejidos profitieren, die Wälder profitieren.“

Foto: Michael Toolan

„Dass unser Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommt, macht uns sehr stolz“, sagt Yuriria. Alle fünf ejidos von Alianza Selva Maya arbeiten nachhaltig – zwei von ihnen sind sogar FSC-zertifiziert. Dabei belassen sie einen Teil ihrer Waldflächen unberührt und folgen einem Landnutzungsplan. Essenziell, um mit dem Engagement fortzufahren, ist aber auch, dass die Gemeinden damit einen auskömmlichen Lebensstandard erzielen können. Dazu gehört: Betriebe wettbewerbsfähig zu machen und direkte Handelsbeziehungen aufzubauen.

Ejido Caobas erhielt von der Rainforest Alliance beispielsweise technische Unterstützung, um auf Zwischenhändler verzichten zu können und stattdessen direkt an internationale Abnehmer zu verkaufen. Die Gemeinde erhält nun drei Mal höhere Preise als auf den lokalen Märkten. Investitionen in neue Ausrüstung werden plötzlich möglich.

Wie Gemeinden ihren Produkten Mehrwert verleihen, ein höheres Einkommen erwirtschaften sowie Wälder erhalten können, zeigt auch dieses Beispiel aus Peru:

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