Projekt in Kenia: Erneuerbare Energien für Tee-Kleinerzeuger

Kenia ist hinter China und Indien der weltweit drittgrößte Produzent von Tee. Der Lebensunterhalt von über drei Millionen Familien hängt dort vom Teeanbau ab. Gekocht und geheizt wird in den ländlichen Regionen sowie den Teeanbaugebieten des Landes zumeist mit Kohle und Feuerholz. Auch Teefabriken nutzen Feuerholz bei der Verarbeitung von Teeblättern. Belastet werden dadurch nicht nur Wälder, sondern auch Menschen: Rauch, der beim Kochen mit Kohle oder Feuerholz entsteht, sorgt in Kenia für etwa 16.600 Todesfälle pro Jahr. Ebenso leiden auffällig viele Frauen und Kinder unter chronischen und akuten Gesundheitsbeschwerden.

Blick auf einen Teegarten in Kenia.

Die Rainforest Alliance möchte gegensteuern, unterstützt von der IKEA Foundation. In einem gemeinsamen Projekt sollen Tee-Kleinerzeuger in Kenia mit Energie aus erneuerbaren Quellen ausgestattet werden. Dazu werden sieben Zentren, sogenannte Household Energy Centres (HECs), aufgebaut. Sie stellen rauchfreie Briketts aus Agrar- und Forstabfällen wie Macadamia-Schalen und Reishülsen, Maiskolben und Sägemehl sowie Holzresten her, die Familien mit sicherem Heiz- und Brennmaterial versorgen. Auch Solarprodukte werden dort angeboten. Sechs dieser Zentren sind bereits errichtet.

Schulungen der Rainforest Alliance vermitteln zum einen den Betreibern der HECs, wie sie die Briketts herstellen und zum anderen Farmern, wie sie diese zum Heizen und Kochen anwenden – teils an neuen energieeffizienten Kochstellen. Auch fördert die Rainforest Alliance den Zugang zu finanzieller Unterstützung, damit Farmer möglichst flächendeckend ausgestattet werden.

Teefarmer in Kenia.

Von der Initiative sollen rund 50.000 Farmer und ihre Familien auch finanziell profitieren, denn die neuen Briketts aus Biomasse sind günstiger als Kohle und Feuerholz. Zudem sind sie kompakter und benötigen weniger Stauraum, was die Transportkosten um das Zehnfache senkt. Schädliche Emissionen werden damit auch vermieden. Über den Zeitraum des Projekts können etwa 80.000 Bäume vor dem Fällen geschützt werden.

20 ausgewählte Händler werden auf die Versorgung von Gebieten spezialisiert, die von den HECs weiter entfernt sind. Direkte Verbindungen zwischen ihnen und den Herstellern der Briketts sowie Solarprodukte ermöglichen es ihnen, zu Großhandelspreisen einzukaufen und so selbst profitabler zu wirtschaften. Die Rainforest Alliance unterstützt dabei auch kommunikativ: Informationsmaterial wird in der Region weitläufig verteilt und zu den Vorteilen der erneuerbaren Energiequellen aufgeklärt. So soll die Nachfrage gezielt gefördert werden.

Teefabriken allein verwenden schätzungsweise 16.000 Tonnen Feuerholz pro Jahr. Deshalb soll zunächst in zehn Fabriken die Anwendung der Brikette aus Biomasse gefördert werden. Für diesen Zweck entstehen Produktionsanlagen, die speziell diese Fabriken beliefern – mit rund 11.000 Tonnen Brikette pro Jahr. 30 Prozent des Feuerholzes könnte so in den Fabriken eingespart werden. Aber auch den HECs soll es möglich sein, von dort Lieferungen zu erhalten. Das Projekt könnte insgesamt etwa 170 neue Arbeitsplätze schaffen (von denen mindestens 30 Prozent an Frauen und Jugendliche vergeben werden).

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