Sieben kuriose Tiere aus den Tropen

Ein Mysterium beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten: Je näher man dem Äquator kommt, desto größer wird die Artenvielfalt. Aber wieso? Nun, das wissen wir auch nicht. Verschiedene Theorien vermuten, dass z. B. die Entstehungsrate von Leben in den Tropen höher liege oder dass sich wärmeres Klima begünstigend auf die genetische Vielfalt auswirke. Sicher ist aber eines: Die unglaubliche Artenvielfalt am Äquator – sowie die vielen Spezies, die dort vermutlich noch entdeckt werden – erinnern uns daran, weshalb es so wichtig ist, die tropischen Regenwälder zu erhalten. Hier kommen sieben außergewöhnliche Beispiele, die die Natur hervorgebracht hat:

1. Blaufußtölpel

Foto: iStock

Ganz klar, die strahlend blauen Füße machen diesen Meeresvogel einzigartig. Und auch bei der Partnersuche stehen die Füße im Mittelpunkt: Um Weibchen zu imponieren, führen die Männchen einen amüsanten Tanz auf. Blaufußtölpel sind entlang der Westküste Zentral- und Südamerikas zu finden (rund die Hälfte aller Exemplare lebt allein auf den Galapagosinseln). Im Englischen werden sie Blue-Footed Booby genannt, was auf das spanische Wort bobo zurückzuführen ist und so viel bedeutet wie „blöd“ oder „Idiot“. Grund dafür ist der eigentümliche Gang der Vögel. So unbeholfen sie sich an Land bewegen, so elegant schweben sie in der Luft – zum Beispiel beim Gleitflug ins Wasser während der Jagd auf Fisch.

2. Goldenes Löwenäffchen

Trotz seiner löwenhaften Mähne hat das Goldene Löwenäffchen mehr Ähnlichkeit mit Affen als mit Wildkatzen. Ihre klauenartigen Nägel erlauben es ihnen, sich sicher von Ast zu Ast fortzubewegen. Ihr bis zu 40 Zentimeter langer Schwanz ist dabei ebenso hilfreich. Mit den langen Fingern können sie in Rissen und Spalten geschickt nach Nahrung suchen. Ihr feurig-orangenes Erscheinungsbild verdanken sie – so glaubt man – einer carotin-reichen Ernährung sowie intensiver Sonnenstrahlung. In den Wäldern Südamerikas entlang der Atlantikküste sind sie zu Hause. Aufgrund der Zerstörung und Zerstückelung von Waldflächen gilt das Goldene Löwenäffchen derzeit als gefährdet.

3. Felsenhähne („Cock-of-the-Rock“)

Seinen poetischen Namen verdankt der „Cock-of-the-Rock“ der Vorliebe, seine Nester an steinigen Klippen und in Höhlen der Anden zu bauen. Zudem ist er Perus Nationalvogel. Hauptsächlich ernährt sich die Felsenhähne von Früchten. Die Samen der Früchte verdaut sie dabei nicht, sodass sie eine wichtige Rolle als natürlicher Samenausbringer einnimmt. Den Kopf der Männchen schmückt ein orange-strahlender Bergkamm, wodurch ihr Schnabel nahezu unsichtbar wird. Weibchen sehen hingegen weniger farbenfroh bzw. blasser aus. Männchen kreischen, grunzen und tanzen, um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen und sich gegen Konkurrenten durchzusetzen. Damit machen sie aber auch natürliche Feinde wie Adler, Falken, Pumas, Jaguare und Abgottschlangen auf sich aufmerksam.

4. Bromeliengewächse

Foto: Sergio Izquierdo

Bromelien sind zwar keine Tiere, aber dennoch faszinierend: Sie blühen ohne Wurzeln zu schlagen. Und: Eine der weltweit beliebtesten Früchte – die Ananas – ist ein Bromeliengewächs. Doch damit nicht genug: Mindestens drei Arten der Bromelien sind Fleischfresser. Mit ihren Blättern bilden sie urnenartige Fallen, um ihre Opfer mit Hilfe von Bakterien zu erlegen (statt mit Enzymen, wie sonst bei fleischfressenden Pflanzen üblich). Andere Bromelien sind da gastfreundlicher: Für Frösche, Schnecken, Würmer, kleine Krebse, Salamander und andere Tiere dienen sie teils ein Leben lang als Behausung. Insgesamt sind über 2.700 Bromelienarten bekannt.

5. Harlekinbock

Foto: iStock

Trotz seines auffällig gefleckten Äußeren fällt es dem Harlekinbock ziemlich leicht, sich auf mit Pilzen bedeckten Bäumen Südmexikos und Südamerikas zu verstecken. Die Pilze dienen dem Käfer als Nahrung und als perfekte Tarnung für seine Eier. Bekannt ist der Harlekinbock auch als Hort bestimmter Spinnentiere, den sogenannten Pseudoskorpionen, die sich vorzugsweise im Bauchbereich oder unter den Flügeln aufhalten. Für den Käfer selbst sind diese Tierchen ungefährlich. Mit Hilfe von Seidenfäden klammern sie sich fest und lassen sich transportieren – dabei halten sie Ausschau nach Nahrung und potenziellen Partnern.

6. Glasfrosch

Foto: iStock

Die transparente Haut am Bauch der Glasfrösche ist wie ein Fenster zu Organen und Herz der kleinen Tiere. Von oben betrachtet, z. B. von Feinden, wirkt ihre Silhouette weniger offensichtlich. Ansonsten sind diese nachtaktiven Amphibien hellgrün und verschmelzen perfekt mit der dichten Vegetation feuchter Wälder in Zentral- und Südamerika. Glasfrösche leben ausschließlich auf Bäumen. Ihre Eier legen sie unter Blättern in Flussnähe ab. Für den Nachwuchs stehen die Männchen Tag und Nacht Wache und schützen ihn vor Feinden wie Wespen, bis er schlüpft und sich in das Wasser fallen lässt.

7. Blattschneiderameise

Foto: iStock

Diese kleinen aber kraftvollen Insekten haben bereits lange vor dem Menschen Landwirtschaft betrieben. Mit ihren scharfen Kiefern schneiden die Ameisen Blattstücke heraus und tragen diese unter die Erde in ihren Bau. Mit den Blattstücken legen sie unterirdisch beeindruckende Pilzfarmen an. Die Blattstücke verwenden sie dabei als Nährboden, um Pilze zu züchten von denen sich die Ameisen ernähren. Heimisch sind die Blattschneiderameisen vor allem in Lateinamerika und in der Karibik. Millionen von Individuen bilden eine Kolonie – übrigens eines der weltweit am meisten erforschten Kastensysteme der Natur. Die Kolonien sind wie ein eigenes Dorf, innerhalb dessen die Ameisen unterschiedliche Rollen einnehmen: Verteidiger, Pfleger, Gärtner, Jäger oder Blattschneider. Es gibt sogar kleinere Exemplare, die sich auf den Rücken von Arbeitern legen, um fleischfressende Fliegen abzuwehren.

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