Tee aus Sri Lanka: Unkraut als ein Schlüsselfaktor

Sri Lanka wappnet sich gegen den fortschreitenden Klimawandel, in den letzten Jahren insbesondere in Form von nachhaltiger Landwirtschaft. Die Rainforest Alliance arbeitet mit der Regierung und dem Privatsektor zusammen, um den Anbau von Tee – ein wichtiges Exportgut des Landes – langfristig aufzustellen. Die rund 450.000 Kleinerzeuger in Sri Lanka zu erreichen, die etwa 73 Prozent der gesamten Teemenge liefern, ist dabei für alle Beteiligten gleichermaßen wichtig.

Derart viele Farmer in nachhaltigeren Anbaumethoden zu schulen und sie davon zu überzeugen, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, die sie über Jahrzehnte eingesetzt haben, ist eine „Herkulesaufgabe“. Giri Kadurugamuwa leitet die Arbeit der Rainforest Alliance in Sri Lanka vor Ort und hat genau dieses Ziel vor Augen. Die potenziell enormen Folgen für Sri Lanka im Zuge des Klimawandels sind für ihn zusätzliche Motivation. Über 30.000 Teefarmer hat er seit dem Jahr 2012 bereits erfolgreich geschult. In naher Zukunft sollen weitere 60.000 Kleinerzeuger hinzukommen.

Giri Kadurugamuwa, Programm-Koordinator Sri Lanka bei der Rainforest Alliance.

„Ich möchte diese Kleinerzeuger zu verantwortungsvollen Farmern machen, die gute agrarische Praktiken anwenden“, sagt Giri, dessen eigene Organisation – The Alliance for Sustainable Land Management – ein wertvoller Partner der Rainforest Alliance ist. „In unseren Schulungen vermitteln wir den Farmern, dass sie bei richtigem Unkrautmanagement den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um ein Vielfaches reduzieren und dabei ihre Produktivität steigern können. Sie können das Eindringen in Wälder stoppen und stattdessen bewaldete Flächen vergrößern. Wenn ich in ihren Gesichtern sehe, dass es funktioniert, macht es mich glücklich.“

Ihm geht es darum, Farmern ihre wichtige Rolle für den Schutz der Wälder und den Erhalt der Artenvielfalt deutlich zu machen. Anschließend präsentiert er ihnen, was eine nachhaltigere Anbauweise bewirken kann (auch in finanzieller Hinsicht). Seine Schulungen sind stets mit einem Praxisteil verbunden. Giri geht mit den Teilnehmern raus ins Feld und demonstriert, wie die von ihm erklärten Methoden umzusetzen sind.

Giri Kadurugamuwa auf Farmbesuch im Anschluss an einer Schulung.

Giri’s Ansatz basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und verfolgt zugleich eine Strategie in sozialer Hinsicht. Im Adam’s Peak Hochland schulte er zunächst die Manager erfolgreicher Teegärten und legte damit den Grundstein für unser Engagement. Er konnte die Manager vom integrierten Unkrautmanagement überzeugen. Sie wurden Verfechter nachhaltigerer Methoden und sehen die Erfolge: bessere Bodengesundheit, geringere Anfälligkeit bei Dürren, höhere Erträge und Kosteneinsparungen durch den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Einige dieser Manager unterstützen Giri bei der Schulung von Kleinerzeugern, von denen sie beliefert werden.

Saman Udayakumara ist Kleinerzeuger und wendet seit zwei Jahren klimasmarte Anbaumethoden an, die er in Giri’s Schulungen gelernt hat. „Meine Kosten im Umgang mit Unkraut sind immens gesunken. Mein Boden ist wieder flächendeckend dunkel“, berichtet Saman. „Dieses Land ist sehr steinig und es gab Zeiten, da haben wir aufgrund von Dürren die Arbeit eingestellt. Heute ist das Gegenteil der Fall. Wir sind in diesem Jahr der einzige Teegarten, der während der Dürre Tee pflücken kann. Wir haben gesunde Teesträucher, die Triebe sind schön ausgebildet und folglich ernten wir mehr. Ich habe begonnen, mein Wissen mit benachbarten Farmen zu teilen. Wenn es nach mir geht, sollten alle Kleinfarmer davon profitieren.“

Dies hat Giri zu seiner Mission gemacht. Und es bleibt noch viel zu tun. Den Herausforderungen in seinem Alltag begegnet er mit einem einfachen Grundsatz: „Wir müssen für die kommenden Generationen eine bessere Welt hinterlassen. Das ist die Verantwortung jedes einzelnen Menschen.“

Wie das Engagement von Giri Kadurugamuwa konkret aussieht, zeigt auch dieses Video.

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