Artenschwund, Klimawandel und Plastikmüll: Earth Day 2018

Fast 50 Jahre sind vergangen seit der erste Earth Day am 22. April 1970 Millionen Menschen mobilisiert hat. NGOs und Aktivisten sowie Entscheider aus Politik und Wirtschaft nehmen diesen Tag zum Anlass, um auf vielfältige und dringende Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Darüber hinaus ist bislang aber zu wenig passiert. Der weltweite Artenschwund und der fortschreitende Klimawandel sind nur zwei Beispiele, die zeigen: Sich den immensen Herausforderungen bewusst zu werden, führt nicht zwangsläufig auch zu konkretem und adäquatem Handeln.

Foto: Sergio Izquierdo

WWF-Studie: 50 Prozent der Tier- und Pflanzenarten drohen aufgrund des Klimawandels auszusterben

Eine im März 2018 veröffentliche Studie des WWF (World Wide Fund for Nature) untersucht die Folgen des Klimawandels auf die Artenvielfalt. Betrachtet werden 35 Regionen verteilt auf alle sieben Kontinente. Das Ergebnis: Steigende Temperaturen und das sich verändernde Klima haben direkte und weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Erde. Laut Studie steuern wir derzeit auf eine Erderwärmung von 4,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2080 zu. Wenn wir diesem Weg folgen, also weitermachen wie bisher, würde bis dahin rund die Hälfte aller Arten in den untersuchten Gebieten aussterben (oder akut vom Aussterben bedroht sein).

Roter Brüllaffe im Amazonas-Regenwald in Peru. Foto: Mohsin Kazmi

Selbst wenn wir es schaffen sollten, die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2 Grad Celsius zu beschränken – wie es im Pariser Klimaabkommen als Ziel festgehalten ist, was aber schnelles und umfassendes Handeln erfordert – würden gemäß der Studie immer noch etwa ein Viertel der Tier- und Pflanzenarten verschwinden bzw. akut bedroht sein.

Ursache hierfür ist das enorme Tempo des Klimawandels. Sich innerhalb weniger Jahrzehnte an starke Klimaveränderungen anzupassen, ist für viele Tier- und Pflanzenarten eine enorme Herausforderung. In neue Lebensräume auszuweichen ist häufig nur eine theoretische Lösung, denn Wanderrouten und natürliche Korridore sind in vielen Fällen nicht vorhanden, z. B. wegen natürlicher Barrieren wie Flüssen und Bergen oder aufgrund von Entwaldung und menschengemachter Hindernisse.

„End Plastic Pollution“

Der diesjährige Earth Day rückt das Thema „Plastik“ in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „End Plastic Pollution“ gilt der Fokus den gravierenden Folgen durch Plastikmüll für die Umwelt. Denn: Jedes Jahr landen rund 8 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und Ozeanen. Schätzungen zur Folge wird es dort bis zum Jahr 2050 mehr Plastik als Fische geben.

Über eine Million Seevögel sowie rund 100.000 weitere Meerestiere sterben jedes Jahr aufgrund von Plastikmüll, das im Wasser treibt. Nicht mitgezählt sind die Tiere, die Plastik bislang ohne tödliche Folgen geschluckt haben (die bei weiterer Aufnhame von Plastikteilen jedoch auch mit vollem Magen zu verhungern drohen). Während etwa 70 Prozent des Plastikmülls auf den Meeresboden sinkt und dort für lange Zeit erhalten bleibt, kann sich treibendes Plastik zu schwimmenden Müllbergen anhäufen.

Dieses Video von WWF Schweiz ist jedoch ein Aprilscherz. Tatsächlich sind die Plastikhaufen im Wasser über riesige Flächen verteilt und dadurch mit bloßem Auge z. B. aus einem Flugzeug nicht zu erkennen. Aufgrund der Oberflächenströmungen der Ozeane sammelt sich Plastikmüll hauptsächlich in fünf Meeresregionen, je im Norden und Süden des Atlantiks und Pazifiks sowie im Indischen Ozean.

Handeln nicht nur an Earth Day, sondern an jedem Tag

Noch mehr weitreichende internationale Zusammenarbeit ist zwingend notwendig, um entsprechend effektive Initiativen umzusetzen. Ob ein stärkeres Engagement von Regierungen zur Abschwächung des Klimawandels, die Reduktion oder der Verzicht von Plastik in der Verpackungsindustrie oder ein bewusst nachhaltigeres Verhalten eines jeden Einzelnen im Alltag – jeder Beitrag zählt. Und das nicht nur am Earth Day, sondern an jedem Tag im Jahr.

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s