Schützt die Raubkatzen: World Wildlife Day 2018

Zum fünften Mal steht der 3. März im Zeichen der unglaublichen Artenvielfalt unseres Planeten. Seit dem Jahr 2014 hat ihn die UN zum World Wildlife Day erklärt, um auf den globalen massiven Artenschwund aufmerksam zu machen. Dieses Mal stehen die Raubkatzen im Fokus, stellvertretend für alle bedrohten Arten. Denn egal, ob Tiger, Löwen, Leoparden oder Jaguare, die Populationen schrumpfen. So sind beispielsweise die Bestände an wildlebenden Tigern in den vergangenen 100 Jahren um 95 % zurückgegangen, die der Löwen in den letzten 20 Jahren um rund 40 %.

Die Artenvielfalt zu erhalten ist nichts, wofür wir uns allein dem guten Gewissen zuliebe engagieren sollten. Denn das Zusammenleben der unterschiedlichsten Arten ist essenziell für das Leben an sich. Verschwindet zum Beispiel eine Art, so hat das Auswirkungen auf andere Tiere. Ganze Ökosysteme können so aus dem Gleichgewicht geraten und eine Kettenreaktion hervorrufen. Letztendlich kann dies auch gravierende Folgen für den Menschen haben.

Seit über 30 Jahren haben wir uns bereits dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben. Und so möchten wir den heutigen World Wildlife Day nutzen, um auf weniger prominente Beispiele des Artenschwunds aufmerksam zu machen:

Korallen – die stillen Meeresbewohner

Korallenriffe bedecken weniger als ein Prozent des Meeresbodens. Aber sie gelten nach den Regenwäldern als die artenreichsten Ökosysteme der Welt. Nicht umsonst werden sie auch Unterwasser-Regenwälder oder Regenwälder der Meere genannt. Somit sehen Korallen nicht nur toll aus, sondern sie erfüllen auch viele wichtige Funktion für das Leben im Wasser und bieten unzähligen Tieren Lebensraum, Schutz und Nahrung.

Korallenriffe gelten als Regenwälder der Meere. Hier ein Teil des Great Barrier Reef in Australien.

Der fortschreitende Klimawandel macht Korallenriffen jedoch zu schaffen. Stetig wärmer werdendes Wasser lässt Korallen immer häufiger lebensbedrohlich erbleichen. Zwar sind Korallenbleichen kein neues Phänomen, jedoch treten sie in immer kürzeren Abständen auf. Für Korallen wird es zunehmend schwieriger, sich davon zu erholen oder sich anzupassen. In der Folge sterben Jahrhunderte alte Korallenriffe ab.

Einer Studie zur Folge sind Korallenriffe als Ökosysteme ernsthaft gefährdet. Ein Beispiel ist das Great Barrier Reef, wo im Jahr 2016 über 90 % der Korallen von einer Bleiche betroffen waren. Wissenschaftler rechnen damit, dass bis zum Jahr 2050 rund 90 Prozent aller Korallenriffe weltweit absterben werden – wenn nicht entschieden gegengesteuert und Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels umgesetzt werden.

Kiwi – eine Nation bangt um sein Nationaltier

Denken wir an Kiwis, haben die meisten die kleine, leckere Frucht im Kopf. Vielen Menschen aus Neuseeland geht es da anders: Sie werden höchstwahrscheinlich zuerst an das Nationaltier denken, den Kiwi – ein etwa 35 cm großer, flugunfähiger Laufvogel mit langem Schnabel und braunem, strähnigem Gefieder, das wie Pelz aussieht. Dieser Vogel ist der Grund, weshalb sich stolze Einwohner Neuseelands selbst „Kiwis“ nennen.

Bevor Neuseeland vom Menschen erschlossen wurde, gab es kaum natürliche Bedrohungen für den Kiwi. Seine Flügel bildeten sich daher zurück und er „verlernte“ das Fliegen. Mit der Ansiedlung von Menschen änderte sich das. Eingeschleppte Tiere wie Hunde und Katzen sind zu einer existenziellen Bedrohung des monogam lebenden Nationalvogels geworden. Denn: Bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen Kiwis ihr Nest und sind eine leichte Beute. Gab es vor 100 Jahren noch rund 2,5 Millionen Kiwis in Neuseeland, so ist deren Population bis heute auf etwa 70.000 Tiere geschrumpft.

Viele Menschen in Neuseeland setzen sich mittlerweile für den Erhalt der Kiwis ein. Zum Beispiel sollen Hunde schon in frühem Alter darauf trainiert werden, sich von Kiwis möglichst fernzuhalten. Kurios: Die meisten Menschen haben Kiwis in freier Natur noch nie selbst gesehen. Die Vögel sind nämlich nachtaktiv, leben in Wäldern oder in mit hohen Sträuchern bewachsenden Flächen und sind daher schwer zu entdecken.

Blauara – der König der Papageien

Drei Arten des Blauaras, der auch der König der Papageien genannt wird, sind bekannt. Gemeint ist jedoch zumeist der Hyazinth-Ara, die bekannteste Art. Zwei weitere Arten sind der Lear-Ara und der Türkisara, der bereits ausgestorben ist. Der Hyazinth-Ara und der Lear-Ara gelten beide als gefährdet. Schätzungen zur Folge gibt es nur noch wenige Tausend wildlebende Blauaras weltweit.

Ist die Rede von Blauaras, ist zumeist der Hyazinth-Ara gemeint, die bekannteste Art der Blauaras.

Hyazinth-Aras werden rund einen Meter groß und etwa eineinhalb Kilogramm schwer. Diese Papageien gehören zu den wenigen Tieren, die als Paar ein Leben lang zusammen bleiben. Sie haben einen äußerst kräftigen Schnabel und knacken Nüsse mühelos. Hyazinth-Aras wurden aber auch schon dabei beobachtet, wie sie sich „Werkzeuge“ zur Hilfe nehmen, sollten sie mit ihrem Schnabel allein nicht weiterkommen.

Eine der Hauptursachen für das Verschwinden der Blauaras ist Entwaldung, wodurch der Lebensraum und die Nahrungsquellen dieser Tiere verschwinden. Auch Wilderei bzw. illegaler Handel ist eine akute Bedrohung. Das prächtige Gefieder der Blauaras macht sie beliebt bei vielen Menschen, die sie als Haustiere halten oder ihre Federn für allerlei Dekorationen verwenden. Weil Hyazinth-Aras fast ausschließlich in nur einer Baumart nisten (in Manduvi-Bäumen) und sich bei der Nahrung auf zwei Palmenarten beschränken, ist es umso schwieriger, sie vor dem Aussterben zu bewahren.

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