Kakaoprojekt in Indonesien: „Train the trainers“

Weder Regen noch Hitze können Hardianty und Erwin stoppen: Auf holprigen Straßen sind sie unterwegs zu einem Workshop, den die beiden leiten. Dort vermitteln sie theoretisches und praktisches Wissen rund um klimasmarten und nachhaltigeren Kakaoanbau. Die beiden werden von zwölf Teilnehmern erwartet, die selbst Schulungen für Farmer in der Region anbieten. Diese lokalen Trainer sollen im Workshop zusätzliches Wissen gewinnen, das sie in ihre eigenen Schulungen für Farmer einbauen können. Hardianty und Erwin sind Teil eines größeren Projekts der Rainforest Alliance in Süd- und Südost-Sulawesi, Indonesien, das sich an Trainer richtet und dadurch so viele Farmer wie möglich erreichen will.

„Der Wert dieses Projekts ist wichtiger als meine täglichen Unannehmlichkeiten“, sagt Hardianty, eine temperamentvolle, junge Dame aus der Region, die kürzlich erst ihren Universitätsabschluss gemacht hat. „Viele Farmer betrachte ich bereits als eine Art Familie. Ich liebe es, sie zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.“

Zu den relevanten Themen zählen u. a. Prozesse und Folgen des Klimawandels besser zu verstehen sowie den Ausstoß schädlicher Emissionen durch den Kakaoanbau zu vermeiden. Hardianty und Erwin erklären Probleme und Herausforderungen und zeigen dann mögliche Lösungsstrategien auf.

Und das sieht dann z. B. so aus: Die beiden wollen von den Teilnehmern hören, welche Folgen des Klimawandels sie in den letzten Jahren selbst beobachtet haben – wie sich bestimmte Dinge seit ihrer Kindheit verändert haben. In der Gruppe erklären die Rainforest-Alliance-Trainer dann die wissenschaftlichen Mechanismen hinter den Erzählungen. Im anschließenden Rollenspiel nehmen die Teilnehmer verschiedene Perspektiven ein – ob Farmer, Regierungsvertreter oder Einkäufer eines Unternehmens. Jeder ist von den Folgen des Klimawandels betroffen, nur eben auf einer anderen Weise. Die Trainer lernen, sich in andere Personen hineinzuversetzen und deren Sichtweisen und Motive besser zu verstehen. Das hilft ihnen, die Menschen im Feld von ihren Ideen zu überzeugen. Auch nach dem Workshop bleibt die Rainforest Alliance mit den Trainern in Kontakt und unterstützt sie bei der täglichen Arbeit.

Schnell haben Hardianty und Erwin gelernt, geduldig zu sein, auch wenn viele Farmer am liebsten rasche Ergebnisse sehen wollen, z. B. in Form von höheren Erträgen. Dabei wissen viele Farmer eher wenig über die Folgen des Klimawandels. Besonders wichtig für Hardianty, Erwin und die anderen Trainer ist der direkte und dauerhafte Kontakt zu den Farmern, insbesondere auch zu Kleinfarmern, die häufig nur eine lokale Sprache sprechen. Nicht selten bleiben sie bis in die späten Abendstunden auf den Farmern und lernen so die Farmer und ihre Familien besser kennen.

Erwin weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht die eine allgemein gültige Lösung gibt. Um für jedes Problem die jeweils beste Lösung zu finden, müsse man flexibel sein. „Ich mag es, Dinge auszuprobieren, zu sehen, welche Methode aus den Schulungen auch in der Praxis die erhofften Ergebnisse bringt – und welche nicht. Manchmal muss man neue Wege einschlagen. Und wenn es klappt, profitieren die Farmer davon. Sie machen uns stolz. Und nicht nur uns: Denn sind die Farmer erfolgreich, hängen sich andere Farmer dran und übernehmen ihr Vorgehen.“

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