Vereint für eine bessere Zukunft

Von Han de Groot, CEO der neuen Rainforest Alliance und ehemals Executive Director bei UTZ

Han de Groot, CEO der neuen Rainforest Alliance

Das Jahr 2018 ist ein Neuanfang, für die Rainforest Alliance ganz besonders: Die Fusion mit UTZ zu einer neuen Organisation – die weiterhin Rainforest Alliance heißt – ist vollzogen. Und die neue Rainforest Alliance hat vieles vor. Mit gebündelten Kräften wollen wir dringende Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Ungleichheit, Armut und Artensterben noch effektiver angehen.

Unsere Vision – eine Welt, in der es Menschen und der Natur gleichermaßen gut geht – wird getragen voller Zuversicht. Sie fußt auf jahrzehntelanger Erfahrung und Forschung. Beide Organisationen haben in ihrer Historie vielfach gezeigt, dass der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit, zur Verbesserung der Lebensbedingungen von anbauenden Gemeinden und zum Schutz der Umwelt funktioniert. Die Menschen hinter beiden Organisationen – ob Agronomen, Veteranen der nachhaltigen Forstwirtschaft, Wissenschaftler, Entwicklungsexperten und viele mehr – bestärken mich, dass wir gemeinsam noch stärker für diese Art von Wandel eintreten werden.

Die Zertifizierungsprogramme beider Organisationen haben im nachhaltigeren Anbau verschiedener Rohstoffe wichtige Fortschritte erzielt. Unsere gemeinsamen Überzeugungen werden uns leiten, während wir daran arbeiten, einen neuen, einheitlichen Zertifizierungsstandard bis zum Jahr 2019 zu entwickeln. Unternehmen jeder Größe beginnen die Notwendigkeit eines verantwortungsvolleren Wirtschaftens zu erkennen und springen auf den Nachhaltigkeitszug auf, darunter auch internationale Schwergewichte und Trendsetter, die sehr viel bewegen können.

Die Rainforest Alliance und UTZ bringen unterschiedliche Strategien und Schwerpunkte mit. UTZ hat einen starken sektorbasierten Ansatz entwickelt, der Farmer, Zivilgesellschaft, Unternehmen und andere Beteiligte der Lieferkette zusammenbringt. Die Rainforest Alliance hat langjährige Erfahrung mit integrierten Ansätzen, die z. B. in Partnerschaft mit indigenen und Forstgemeinden darauf abzielen, lokale Betriebe nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren und dabei ganze Landschaften zu schützen.

Wie in jeder Beziehung zwischen zwei starken Partnern werden auch wir zwangsläufig einmal uneins sein, wenn es um den Kurs der neuen Rainforest Alliance geht. Als neuer CEO ist es mein Ziel, stets an unsere gemeinsame Vision zu erinnern – das, was uns letztlich zusammengebracht hat. Deutlich zeigt sich dies etwa in vier inhaltlichen Schwerpunkten, die beide Organisationen teilen:

Klimawandel: Sowohl UTZ als auch die Rainforest Alliance haben effektive Schulungsprogramme für klimasmarte Landwirtschaft entwickelt, damit Farmer zur Abschwächung des Klimawandels beitragen und sich an dessen teils massive Folgen besser anpassen können. Das beinhaltet Methoden zum Schutz von Böden und Gewässern, zur Steigerung der Produktivität und zur besseren Dokumentation des Farmbetriebs. Zudem engagiert sich die Rainforest Alliance seit ihrer Gründung auch außerhalb der Zertifizierung dafür, Entwaldung – eine der Hauptursachen des fortschreitenden Klimawandels – zu stoppen.

Menschenrechte: Beide Organisationen sind Gründungmitglieder der Global Living Wage Coalition, einer Initiative aus sieben standardsetzenden Organisationen, die gemeinsam daran arbeiten, regionsspezifische Richtwerte für existenzsichernde Einkommen festzulegen. Konkrete Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechten wie das Recht, sich zu organisieren, und angemessene Arbeiterunterkünfte sind in den Standards beider Organisationen essenzielle Bestandteile. Auch Gleichheit der Geschlechter und das Verbot missbräuchlicher Kinderarbeit sind darin verankert.

Lebensbedingungen von Farmern: Farmen produktiver zu machen, ist ein wichtiger Ansatz. Unabhängige Untersuchungen haben bestätigt, dass mit nachhaltigeren Anbaumethoden gemäß beider Zertifizierungen sowohl die Erträge als auch die Einkommen der Farmer erhöht werden können. Erfolgreiche Farmergemeinden und intakte Ökosysteme sind zwei miteinander verwobene Komponenten.

Artenvielfalt: Rainforest Alliance und UTZ setzen sich für den Schutz von Wäldern und gegen den Artenschwund ein. Schulungen und Zertifizierungen beinhalten auch den adäquaten Umgang mit Kulturpflanzen bei Krankheitsbefall und mit sogenannten Unkräutern, das Anlegen natürlicher Pufferzonen, das Pflanzen von Schattenbäumen sowie den Schutz von Gewässern.

Die Menschen in beiden Organisationen sind von Natur aus Problemlöser und Brückenbauer. Schließlich verfügen sie über umfassende Erfahrungen in interkultureller Zusammenarbeit und unterschiedlichsten Partnerschaften. Dies ist unser größter Trumpf bei der Entwicklung der neuen Rainforest Alliance. Die Fusion ist ein großer Schritt. Gemeinsam werden wir eine noch stärkere und größere globale Allianz bilden – für eine bessere Zukunft.

 

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