Artenvielfalt/Rainforest Alliance

Zugvögel: Indikator-Spezies auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen

Häufig fallen sie durch ihr farbenfrohes Gefieder oder ihren unverwechselbaren Gesang auf. Zugvögel sind aber auch ein Indikator für den Gesundheitszustand eines Ökosystems. Denn auf Veränderungen reagieren sie sensibel. Ein hohes Aufkommen an Zugvögeln ist ein Zeichen dafür, dass es dem Ökosystem auf ihrer Zwischenstation gut geht.

Entwaldung und Klimawandel haben entscheidend dazu beigetragen, dass Zugvögel viele ihrer Lebensräume und Zwischenstationen verloren haben. Langfristig bedroht das ihr Überleben. Klimasmarte Anbaumethoden in der Landwirtschaft können dazu beitragen, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Rainforest-Alliance-zertifizierte Farmen setzen diese Methoden um. Beispielsweise pflanzen sie Schattenbäume auf ihrer Farm und auch außerhalb ihres Betriebs. So schaffen sie „grüne Korridore“, die als natürliche Durchgangsrouten dienen können, z. B. für Zugvögel. Eine Methode, um die Effektivität unserer Arbeit zu messen, ist daher die Dokumentation von Indikator-Spezies. Sechs Beispiele:

Pappelwaldsänger

Foto: Wikimedia Commons user „Mdf“

Der Bestand der Pappelwaldsänger sinkt zunehmend. Gründe hierfür sind gerodete Wälder sowie expandierende Agrarflächen und Städte. Dieser kleine Singvogel überwintert an den Hängen der Anden-Gebirgskette in Kolumbien. Dort schult die Rainforest Alliance Kaffeefarmer in nachhaltigeren Anbaumethoden. Sie haben Schattenbäume auf ihrem Gelände gepflanzt. Das hilft, die Bodenqualität zu verbessern, sodass die Kaffeepflanzen mehr Nährstoffe erhalten. Zudem dienen Schattenbäume als Kohlenstoffspeicher und verhindern, dass schädliches CO2 in die Atmosphäre gelangt. Diese Bäume sind gleichzeitig ein bevorzugter Lebensraum für Pappelwaldsänger. Häufig werden diese Vögel sogar als Symbol für den Schattenanbau von Kaffee verwendet.

Goldflügel-Waldsänger

Foto: William H. Majoros

Der Goldflügel-Waldsänger brütet im Sommer im Nordosten der USA. Er reist in den Süden, um den Winter in den Baumkronen tropischer Wälder in Zentralamerika oder im Norden Südamerikas zu verbringen. In Nicaragua haben Lili und George Duriaux-Chavarría die 120 Hektar große Naturschutzzone El Jaguar Private Wildlife Reserve für Vögel errichtet. Wichtiger Lebensraum auch für den Goldflügel-Waldsänger wird dadurch geschützt. Außerdem befindet sich dort eine Rainforest-Alliance-zertifizierte Bio-Kaffeefarm.

Rubinkehlkolibri

Foto: iStock

Mit einem Gewicht von rund 0,3 Gramm zählt der Rubinkehlkolibri zu den kleinsten Kolibris Nordamerikas. Wie viele Touristen weltweit fliegt auch dieser Kolibri im Winter nach Yucatán in Mexiko, wo Rainforest-Alliance-zertifizierte Hotelanlagen und Tourismusbetriebe natürliche Lebensräume bewahren und nachhaltigen Tourismus anbieten.

Präriebussard

Foto: Calibas

Der Präriebussard sammelt sich zu Hunderten für den jährlichen Überflug vom Westen Nordamerikas nach Paraguay, in den Süden Brasiliens oder in den Osten Argentiniens – die längste Reise aller Greifvögel. Auf ihrem Weg durchstreifen sie auch den brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Dort befindet sich die weltweit erste Rinderfarm, die für ihren nachhaltigen Betrieb auf rund 32.000 Hektar Land das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM erhalten hat.

Goldwangen-Waldsänger

Foto: US Fish and Wildlife Service

Wie der Name verrät, ist der Goldwangen-Waldsänger nach seinem markanten gelben Gesicht benannt. Dieser kleine und gefährdete Singvogel verbringt den Winter in den Kiefernwäldern Mexikos und Guatemalas. In beiden Ländern arbeitet die Rainforest Alliance mit lokalen Gemeinden zusammen, um ihre Waldbetriebe profitabel und wirtschaftlich erfolgreich zu entwickeln. Das erreichen sie, indem sie nachhaltig vorgehen. Umliegende Ökosysteme bleiben so intakt. Gleichzeitig können die Gemeinden ihren Lebensstandard verbessern.

Braunschwanz-Amazilie

Foto: Joseph C. Boone

Dieser Wandervogel aus der Familie der Kolibris ernährt sich von Nektar und Insekten. Zu den beliebtesten Winterquartieren der Braunschwanz-Amazilien gehören Kaffee- und Kakaofarmen in vielen Regionen Südamerikas. Unter anderem wurden sie in den feuchten und dichten Wäldern Ecuadors gesichtet. Die Chachi, eine indigene Gemeinschaft, ist dort beheimatet. Sie arbeitet mit der Rainforest Alliance zusammen, um ihre verbliebenen Wälder zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten.

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