Rainforest Alliance/Studie

Studie: Halbe Erdoberfläche muss zur Schutzzone werden

Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance und Koautor der Studie.

„Wir brauchen ein Pendant des Pariser Klimaabkommens für den Schutz der Artenvielfalt“, fordert Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance. Um das sechste große Artensterben zu stoppen, müsste bis zum Jahr 2050 rund die halbe Erdoberfläche zur Schutzzone werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, an der auch Nigel Sizer als Koautor mitgewirkt hat. So absurd, wie das für manche vielleicht klingt, ist es aber gar nicht.

UN-Angaben zur Folge stehen derzeit rund 15 Prozent der Landfläche der Erde unter Schutz. In der Studie haben die Forscher nun Potenziale zur Wiederherstellung von Naturräumen und derzeit intakte, aber nicht geschützte Naturgebiete ermittelt. Basis der Untersuchung ist eine im Jahr 2001 erstellte Einteilung der gesamten Erdoberfläche in sogenannte ecoregions. Die insgesamt 846 verzeichneten Ökoregionen haben die Forscher in ihrer Studie neu analysiert.

„Unsere Forderungen scheinen ambitioniert, aber sie sind zu erreichen. Es braucht die Zusammenarbeit von Regierungen, Unternehmen, Umweltschützern und indigenen Gemeinden, um entschieden zu handeln. Sind wir erfolgreich, können wir das sechste große Artenterben verhindern“, sagt Sizer. Welche und wieviel Flächenanteile dabei konkret unter Schutz gestellt werden müssten, variiert von Region zu Region. Mitentscheidend sind die Landschaftsart und das jeweilige Artenaufkommen.

Artensterben und Klimawandel sind zwei Seiten derselben Medaille

Das globale 50-Prozent-Ziel umzusetzen würde weniger als 70 Milliarden US-Dollar kosten. Das sagen die Forscher. Es brauche also nur den politischen Willen dazu. Gleichzeitig betonen sie, ist die 50-Prozent-Marke kein Freibrief zur vollständigen Entwaldung der restlichen, nicht geschützten Gebiete. Positive Effekte daraus ergeben sich für die Artenvielfalt, aber auch im Kampf gegen den Klimawandel. „Der Klimawandel und das drohende Massensterben sind fest miteinander verschränkt. Wir können nicht das eine anpacken, ohne auch das andere anzugehen“, so Sizer.

Indigene Gemeinden als natürliche Verbündete

Indigene Gemeinden können laut Studie eine Schlüsselrolle beim Schutz der Wälder und der Artenvielfalt einnehmen. Häufig auf den Wald als Lebensgrundlage angewiesen haben sie ein natürliches Interesse am langfristigen Erhalt von Naturräumen und an nachhaltigen Formen der Bewirtschaftung. Sie aktiv in Entscheidungsprozess einzubinden und ihre Rechte zu stärken ist daher ein wichtiger Baustein bei der effektiven Umsetzung von Schutzzonen weltweit.

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