Landwirtschaft/Rainforest Alliance

Warum Bio nicht gleich nachhaltig ist

Bio ist im Trend. Der Umsatz mit biologisch angebauten Lebensmitteln in Deutschland steigt konstant. Seit dem Jahr 2000 hat er sich nahezu verfünffacht. Für viele Verbraucher gehören Bio-Produkte zum festen Bestandteil ihres Warenkorbs. Das spiegelt auch die Selbsteinschätzung der Kunden in zahlreichen Verbraucherumfragen wider. Diese Entwicklung ist sehr positiv, zeigt sie doch, dass Verbraucher sensibler und bewusster einkaufen oder sich zumindest vermehrt mit dem Thema Nachhaltiger Konsum beschäftigen.

Ökologischer Anbau ist unterstützenswert. Klar ist aber auch: Um die komplexen Herausforderungen globaler Landwirtschaft und die dringenden Probleme von Farmern und anbauenden Gemeinden weltweit anzugehen, reicht der Bio-Ansatz mit ausschließlichem Fokus auf eine ökologische Anbauweise bei weitem nicht aus.

Nachhaltige Landwirtschaft – ein vielfältiges Konzept

Nachhaltigkeit – wie wir sie verstehen – besteht aus drei Komponenten: Ökologie, Soziales und Ökonomie. Das umfasst Aspekte wie den Schutz der Wälder und sensibler Ökosysteme, die Anpassung an den Klimawandel, die Stärkung der Rechte indigener Gemeinden und die Schaffung langfristiger Perspektiven für Erzeuger vor Ort.

Was Nachhaltigkeit bedeutet: Hier sind beispielhaft sechs Aspekte des umfassenden Nachhaltigkeitsansatzes der Rainforest Alliance:

Umweltfreundlicher Anbau

Das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM ist kein Bio-Siegel. Die Rainforest Alliance fördert eine ökologische Anbauweise, wenngleich bestimmte Pflanzenschutzmittel unter bestimmten Bedingungen zugelassen sind. Eine Verbotsliste regelt eindeutig, welche Mittel keinesfalls verwendet werden dürfen. Farmern werden alternative Methoden aufgezeigt, um die Anwendung von Pflanzenschutzmittel möglichst auf ein Minimum zu reduzieren. Häufig erweisen sich diese Alternativen nicht nur für die Umwelt als nützlich, sondern auch für die Farmer selbst. Denn in vielen Fällen steigern sie die Produktivität, wie das Beispiel aus Sri Lanka zeigt.

Erhalt von Ökosystemen

Es heißt: Das 6. Massensterben ist bereits im Gange. Der Verlust der Artenvielfalt sei das größte Umweltproblem unserer Zeit, so eine Forschergruppe aus Mexiko. Sie kommt zu dem Schluss: In den vergangenen 100 Jahren sind bis zu 100-mal mehr Arten ausgestorben als es auf natürlichem Wege der Fall gewesen wäre. Um diesen Trend zu stoppen, müsste die halbe Erdoberfläche zur Naturschutzzone erklärt werden.

Anpassung an den Klimawandel

Für viele Farmer rund um den Globus ist der fortschreitende Klimawandel eine existenzielle Bedrohung. Und seine Auswirkungen spüren sie schon heute. Damit sie ihre Lebensgrundlagen nicht verlieren, müssen sie sich anpassen und ihren Anbau je nach Region umstellen. Die Rainforest Alliance unterstützt sie dabei und hat hierfür ein Modell für „klimasmarte Landwirtschaft“ entwickelt. Es hilft Farmern individuell adäquate Lösungen für die Herausforderungen in ihrer Region zu finden. Ein Beispiel aus Peru. Welche große Rolle der Klimawandel in der Landwirtschaft spielt, zeigt auch diese Dokumentation des ZDF.

Rechte indigener Gemeinden

Wo Landwirtschaft rund um ursprüngliche Wälder und in großem Stil betrieben wird, kommt es häufig auch zu Landkonflikten. Indigene Gemeinden werden häufig vertrieben, ihres Landes beraubt oder wirtschaftlich ausgebeutet. Wir unterstützen indigene Gemeinden und fördern die Achtung der Menschenrechte, u. a. in Peru. Damit die Rechte dieser Gemeinden gewahrt bleiben und damit sie unabhängige, profitable und nachhaltige Wirtschaftsbetriebe aufbauen und etablieren können.

Stärkung von Frauen

Frauen leisten ihren Teil. Sie tragen in ihren Familien und Gemeinden essenziell zum täglichen Leben und zum Einkommen bei. Wenngleich Frauen vielerorts benachteiligt werden, zum Beispiel beim Zugang zu Bildung, bei der Verwaltung des Haushalts-einkommens oder in der Entscheidungsstruktur innerhalb ihrer Gemeinde. Die Rainforest Alliance tritt für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Frauen werden in Schulungen bewusst einbezogen und aktiv gefördert. Davon profitieren letztlich die gesamten Gemeinden.

Steigerung der Produktivität

Entscheidend für Farmer ist letztlich auch das wirtschaftliche Überleben. Sie müssen ein angemessenes Einkommen erwirtschaften, ihren Betrieb rentabel betreiben können und schließlich eine langfristige Lebensgrundlage für sich und ihre Familie schaffen. Mit nachhaltigeren Methoden bewirtschaften Farmer ihr Land effizienter. Sie senken ihre Kosten. Gleichzeitig können sie produktiver anbauen. Sie steigern die Erträge und die Qualität ihrer Rohstoffe. Auf dem Weltmarkt können sie so mehr verkaufen und höhere Preise erzielen. All das trägt zum besseren finanziellen Auskommen der Farmer, ihrer Familien und Gemeinden bei.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s