Klimaschutz/Klimawandel

Entwaldung fördert Erderwärmung

Neben den zahlreichen Funktionen, die Wälder übernehmen, gibt es eine, die wir dringend benötigen: Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel. Bäume binden nämlich Kohlenstoff und verhindern so, dass er in Form von CO2 in die Atmosphäre gelangt und zur globalen Erwärmung beiträgt.

Zerstören wir Wälder, verschwindet unser stärkster Verbündeter gegen den Klimawandel. Und nicht nur das: Waldrodung an sich verursacht CO2-Emissionen. Denn fällen wir Bäume, entweicht der gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre. Bäume, die anschließend verbrannt werden, erzeugen zusätzliche Emissionen. Weltweit ist Entwaldung für rund 10 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich.

Aber wenn wir das wissen, wieso werden Wälder dann noch von Menschen zerstört?

Eine Hauptursache ist Landwirtschaft. Rund 90 Prozent der Rodung tropischer Wälder ist auf Agrarbetriebe zurückzuführen. Schlechte Anbaumethoden, geringe Erträge und die wachsende Weltbevölkerung begünstigen, dass Farmer verstärkt in Wälder vordringen. Eine tragische Ironie: Mit den Bäumen verschwinden auch viele Nährstoffe aus dem Boden. Die Qualität und Fruchtbarkeit des Bodens nimmt ab – für Farmer wird das Land zunehmend nutzlos. Entsprechend ziehen sie weiter und roden die nächste bewaldete Fläche für ihren Anbau.

Nicht überraschend: Landwirtschaft selbst verursacht ebenfalls CO2-Emissionen – rund 25 Prozent aller Emissionen weltweit. Hinter dem Energiesektor ist Landwirtschaft der Bereich mit dem zweithöchsten Ausstoß an CO2-Emissionen. Der größte Anteil stammt vom Methanausstoß aus der Nutztierhaltung und von Stickstoffoxid z. B. von Düngemitteln oder ähnlichem.

Entwaldung trägt in dreifacher Form zur globalen Erderwärmung bei:

1. Wir verlieren einen essenziellen Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel in Form von Kohlenstoffspeicher

2. Durch Waldrodung (und Verbrennen von Bäumen) werden zusätzliche Emissionen erzeugt, indem gespeicherter Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt

3. Nutztierhaltung oder andere Formen der Landwirtschaft ersetzen Wälder in vielen Fällen und verursachen eine Menge weiterer schädlicher Emissionen

Es ist offensichtlich: Waldrodung hat massive Folgen. Und dabei sprechen wir bislang nur über CO2-Emissionen. Der Verlust von Wäldern zerstört aber auch Lebensgrundlagen und Traditionen vieler Waldgemeinden sowie Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Ganze Ökosysteme können aus dem Gleichgewicht geraten.

Unsere beste Strategie, um den Klimawandel zu bremsen, ist der Erhalt von Wäldern. Der rasante Anstieg der Weltbevölkerung – bis zum Jahr 2050 leben Prognosen zur Folge 9 Milliarden Menschen auf der Erde – stellt uns vor große Herausforderungen und erzeugt massiven Druck auf die Landwirtschaft. Denn all diese Menschen müssen ernährt werden.

Aus diesem Grund arbeitet die Rainforest Alliance mit Farmern rund um den Globus zusammen. Sie fördert eine Reihe verschiedener Ansätze wie klimasmarte Landwirtschaft, u. a. um Farmen an die Folgen des Klimawandels anzupassen, die Produktivität zu steigern (mehr Ertrag auf weniger Land) und um neue wirtschaftliche Lebensgrundlagen zu entwickeln, die im Einklang mit Wäldern und intakten Ökosystemen funktionieren. Denn mit starken Wäldern stehen unsere Chancen besser.

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