Landwirtschaft/Rainforest Alliance

„Eine Verpflichtung gegenüber dem Planeten und seinen Bewohnern“

Es ist nicht lange her, da erreichte die Farmgruppe SFG Dulce – als erste in Costa Rica überhaupt – für ihren verantwortungsvollen Anbau von Melonen das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM. Die nachhaltig angebauten Früchte gehen u. a. nach Europa und könnten schon bald auch in deutschen Regalen zu finden sein. Wir haben mit Susan Hoekstra gesprochen, General Manager bei SFG Dulce S.A. Sie erzählt von ihren Erfahrungen, vom Weg hin zur Zertifizierung und wie sie „die wahre Bedeutung“ hinter dem Siegel entdeckte.

Susan Hoekstra, General Manager bei SFG Dulce S.A.

Wieso hat sich SFG Dulce dazu entschlossen, den Anbau von Melonen und Wassermelonen zertifizieren zu lassen?

Wir wollten den Anbau derjenigen Rohstoffe zertifizieren lassen, die den Großteil unserer Produktion und Verkäufe ausmachen. Werden Melonen nicht sachgemäß angebaut, kann dies zu irreversiblen Schäden an der Umwelt führen. Daher ist es wichtig auch unseren Abnehmern zu zeigen, dass wir verantwortungsvoll arbeiten. Gleichzeitig können wir uns von potenziellen Konkurrenten abheben.

Und weshalb fiel die Entscheidung auf Rainforest Alliance CertifiedTM?

Wir haben nach einer Zertifizierung gesucht, die unsere Philosophie und unsere Vision teilt und zum Ausdruck bringt. Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung ist weltweit anerkannt, insbesondere auch auf dem europäischen Markt, wo sich viele unserer Kunden befinden.

Nachhaltig angebaute Cantaloupe-Melonen aus Costa Rica.

Warum ist Nachhaltigkeit überhaupt ein Thema für SFG Dulce?

Mit unseren Farmern haben wir eine win-win Situation geschaffen. Wir verstehen, dass ihre Fehler auch unsere Fehler sind. Sie sind auf die natürlichen Ressourcen ihrer Farmen angewiesen und auch auf die Leute, die die Arbeit im Feld und in der Verpackungsstation durchführen. Es ist elementar, dass sie dies alles verantwortungsvoll tun.

Gab es Herausforderungen auf dem Weg hin zur Zertifizierung?

Die größte Schwierigkeit war es, die Produzenten davon zu überzeugen, dass die Zertifizierung eine wichtige Sache ist. Verbesserungen, die dafür nötig sind, bedeuten für sie schließlich zusätzliche Kosten. Wir sind aber davon überzeugt, dass sich ihre Investitionen zurückzahlen. Es braucht immer noch ein hohes Maß an Vertrauen.

Produzenten zu irgendetwas zu zwingen, war aber das letzte, was wir wollten. Wir dachten, es sollte ihre Entscheidung sein. Also haben wir versucht Ihnen zu zeigen, dass jede Verbesserung hin zur Zertifizierung auch umliegende Ökosysteme für die Zukunft erhält.

Welche Fortschritte für mehr Nachhaltigkeit haben sie erzielt?

Alle Farmen liegen in ländlichen Regionen – inmitten von Wäldern, Flüssen und Stränden. Die Farmer verstehen nun, dass sie Teil dieser Ökosysteme sind und dass ihr Handeln positive wie auch negative Auswirkungen haben kann. Heute wird jede Aufgabe genau analysiert, um dessen potenziellen Effekt auf die Umwelt zu bestimmen. Wir finden entsprechende Lösungen, um möglichen Schaden zu minimieren. Das Ziel ist es, eine Balance zu erreichen, die eher in Richtung Umwelt ausschlägt. Beispielhaft sind die Errichtung natürlicher Barrieren zwischen dem Farmgelände und bewaldeten Flächen oder Gewässern sowie die Installation von Systemen zur Wasseraufbereitung.

Wie profitieren die lokalen Gemeinden von dieser Entwicklung?

Die Produzenten gehen verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen rund um ihre Farmen um. Auch die Arbeitsbedingungen der Arbeiter haben sich verbessert. Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Notfallbetreuung und juristischer Unterstützung wird sichergestellt.

Und auch die lokalen Gemeinden sind sich der Bedeutung von Nachhaltigkeit bewusst geworden. In Verbindung mit Schulen wurden Aktivitäten zur Wiederaufforstung und zum Abfallmanagement durchgeführt. Die Gemeinden erhielten auch Schulungen zu den Nachhaltigkeitskriterien, die hinter der Rainforest-Alliance-Zertifizierung stehen.

Was bedeutet es, der erste Rainforest-Alliance-zertifizierte Betrieb in Costa Rica für nachhaltig angebaute Melonen zu sein?

Natürlich ist es toll voranzugehen, eine Art Leader zu sein. Aber das ist nicht leicht, denn jetzt geht es darum, uns weiter zu verbessern und unsere Position als Frontrunner zu behalten. Dafür braucht es Beharrlichkeit und Innovationen.

Vor den Audits erkannten wir, dass wir neue Praktiken umsetzen müssen. Zunächst betrachtest du alles als eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt. Wenn du dann allerdings die wahre Bedeutung der Zertifizierung verstehst, wandelt sich dieses Denken hin zu einer Verpflichtung gegenüber dem Planeten, seinen Bewohnern und dir selbst. Es ist eine Lebensart, die uns dazu verleitet, unsere Art zu denken und unser Handeln im Alltag zu ändern. Wir wissen, dass unsere Entscheidung richtig war und dass andere Produzenten folgen werden.

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