Klimawandel/Studie

Studie: Experten befürchten Teufelskreis im Amazonas

Klimawandel und Kahlschlag können im Amazonasgebiet eine Eigendynamik annehmen und weite Teile bewaldeter Gebiete bedrohen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK). Demnach sorgt das Ausbleiben von Regenfällen u. a. verursacht durch den Klimawandel für mehr bzw. länger anhaltende Trockenzeiten. Diese trockenen Perioden bis hin zu Dürren erhöhen wiederum die Gefahr des Waldsterbens. Durch das Verschwinden von Wäldern (auch durch Entwaldung verursacht von Menschen) kommt es zu mehr Trockenzeiten, die wiederum Wälder vermehrt bedrohen und so weiter. Einmal in Gang gesetzt, kann dieser Kreislauf riesige Naturgebiete und Ökosysteme zerstören. Diesen Effekt bestätigt die nun erschienene Studie.

Amazonas-Regenwald in Gefahr

Sollte sich die Regenmenge während einer Dürrephase zum Beispiel halbieren, so könnte dies laut Forscherteam mindestens 10 Prozent des Waldes bedrohen – allein durch diesen Kreislauf-Effekt. Werden noch zusätzliche Indikatoren wie Vegetation und Atmosphäre hinzugezogen, so erscheinen die Folgen noch weitaus dramatischer. Zwar sei der Amazonas-Regenwald bis zum Ende dieses Jahrhunderts nicht in seiner Existenz bedroht, der Großteil der Wälder sei allerdings in Gefahr.

Das internationale Forscherteam bestätigt eindrucksvoll, wie sensibel derartige Ökosysteme auf äußere Einflüsse reagieren. „Die Menschheit stört das Amazonasgebiet massiv, sowohl durch die Abholzung von tropischen Bäumen als auch indirekt über die Erwärmung der Atmosphäre durch Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen. Dies verringert den großräumigen Transport von Feuchtigkeit und trifft am Ende sogar die zuvor unberührten Teile des Waldes“, so Ko-Autor Henrique M. J. Barbosa von der Universidade de São Paulo in Brasilien.

Artenvielfalt stärkt Widerstandskraft

Eine Möglichkeit, diesem Effekt entgegen zu wirken und die Robustheit von Naturräumen zu stärken sei Biodiversität. „Weil jede Art auf andere Weise auf Belastungen reagiert, kann das Vorhandensein einer großen Vielfalt von Arten die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems verbessern“, sagt Ko-Autorin Marina Hirota von der Universität von Santa Catarina in Brasilien.

Die Rainforest Alliance setzt sich seit 30 Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Durch nachhaltigere Formen der Wald- und Landnutzung können Menschen vor Ort wirtschaftlich profitieren und gleichzeitig Wälder und sensible Ökosysteme schützen. Teil des globalen Engagements ist auch der Amazonas-Regenwald, zum Beispiel in Peru:

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s