Gender

Landwirtschaft: Von wegen Männer-Domäne

Tatsächlich sind laut FAO 43 Prozent der weltweit im Agrarsektor beschäftigten Arbeiter Frauen. In einigen Ländern liegt die Zahl sogar bei bis zu 70 Prozent. Frauen rund um den Globus tragen einen entscheidenden Teil zum Wohlergehen ihrer Familien und Gemeinden bei. Exemplarisch stellen wir vier Frauen und ihre persönlichen Geschichten vor.

Sikobihora Marie Françoise, Ruanda

Täglich werden auf der Welt über drei Milliarden Tassen Tee getrunken. Ohne Farmer wie Sikobihora Marie Françoise wäre das nicht möglich. In ihrem Land ist sie eine von über einer Million Teefarmern. Sikobihora hat sich nachhaltige Anbaumethoden zu eigen gemacht und wendet sie an – nicht zuletzt um die Produktivität ihrer Farm zu steigern.

Sikobihora Marie Francoise ist das Lachen in Person auf ihrer Farm in Ruanda.

Sikobihora Marie Francoise ist das Lachen in Person auf ihrer Farm in Ruanda.

„Ich bin Teefarmerin und Mitglied in der Kobacyamu Kooperative. Bei den Schulungen der Rainforest Alliance sagten sie uns, wir sollten mehr Bäume pflanzen. Ich folgte dem Rat und pflanze seither Schritt für Schritt neue Bäume. Ich arbeite daran. Denn noch stehen die Bäume nicht auf der ganzen Farm. Sie zeigten uns auch, worauf wir beim Anbau in steilerem Gelände achten müssen, um Bodenerosion so weit wie möglich zu vermeiden. Früher waren Abfälle auf der ganzen Farm verteilt. Heute machen wir daraus Kompost und lagern es an einem bestimmten Platz. Ich gebe mir viel Mühe und achte auf meine Teepflanzen.“

Juana Payaba Cachique, Peru

Die weitläufigen Regenwälder im peruanischen Madre de Dios liegen im Herzen des Amazonas und sind Lebensraum für viele indigene Gemeinden. Gemeinden wie Tres Islas mit denen wir zusammenarbeiten. Beim Anbau von Holzprodukten, Paranüssen und vielem mehr gehen sie nachhaltig vor. Als große Unternehmen zum Goldabbau in die Region kamen, hatte dies zerstörerische Folgen für die Umwelt. Als damalige Präsidentin der Gemeinde zog Juana vor das peruanische Verfassungsgericht – und erhielt Recht.

Juana Payaba Cachique, hier mit ihrer Tochter, ist immer noch eine führende Persönlichkeit in ihrer Gemeinde Tres Islas in Peru.

Juana Payaba Cachique, hier mit ihrer Tochter, ist immer noch eine führende Persönlichkeit in ihrer Gemeinde Tres Islas in Peru.

„Diese Unternehmen haben unser Land zerstört. Sie haben Bäume gefällt, weil sie hier nicht leben. Es war nicht ihr zu Hause. Also haben sie sich nicht so um das Land gekümmert, wie wir es tun. Als Personen mit gewisser Macht und Verantwortung müssen wir an die Zukunft und an unsere Kinder denken. Wir können nicht nur an uns selbst denken.“

Reiko Enomoto, Costa Rica

„Ich unterstütze Trainer“, antwortet Reiko, wenn man sie nach ihrem Job fragt. Als Senior Training Manager bei der Rainforest Alliance erreicht sie mit ihre Arbeit rund 1,2 Millionen Farmer weltweit.

Reiko Enomoto von der Rainforest Alliance ist die meiste Zeit auf Reisen - zu Farmen rund um die Welt.

Reiko Enomoto von der Rainforest Alliance ist die meiste Zeit auf Reisen – zu Farmen rund um die Welt.

„Als ich damals begonnen habe, war ich etwa die Hälfte der Zeit unterwegs. Normalerweise bleibe ich zwei bis drei Wochen in einem Land. Dort treffe ich unser lokales Trainerteam und gemeinsam besuchen wir die Farmen und bewerten die Situation. Für jede Farm erstellen wir individuelle Empfehlungen und Schulungsmaterialien. Sie sind praktisch umzusetzen, nicht kostenintensiv und können positive Effekte haben für Arbeiter und Umwelt. Mein Ziel ist es, dass die lokalen Trainer bei meiner Abreise bereit und gut ausgestattet sind, um die erstellten Pläne und Programme in die Praxis umzusetzen.“

Yunyan Huang, China

Yunyan Huang von Green Fountain Tea Estate erhält eine Urkunde für die Zertifizierung Rainforest Alliance Certified™.

Yunyan Huang von Green Fountain Tea Estate erhält eine Urkunde für die Zertifizierung Rainforest Alliance Certified™.

Der Green Fountain Tea Estate ist Chinas erster Rainforest Alliance CertifiedTM-Teegarten. Auf nahezu 1.000 Hektar Fläche werden hier jährlich rund 500.000 Tonnen Tee produziert. Yunyan Huang, Co-Inhaberin und Präsidentin der Farm, hat ihre Mitarbeiter mit Hilfe eines unabhängigen Beraters geschult und auf die Zertifizierung vorbereitet. Die ökologisch verantwortungsvollen Praktiken haben jedes Jahr zu hervorragenden Erträgen beigetragen.

„Wir sind stolz, die erste Rainforest-Alliance-zertifizierte Teefarm in China zu sein. Wir hoffen, dass wir auch ein Beispiel für andere Farmen sein können, indem wir auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit und auf die Vorteile der Zertifizierung für Umwelt, Arbeiter und ihre Lebensbedingungen aufmerksam machen.“

Ein Kommentar zu “Landwirtschaft: Von wegen Männer-Domäne

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