Landwirtschaft/Studie

Studie: Positive Effekte durch Zertifizierung für Mensch und Umwelt

Wissenschaftler von Cenicafe (einem kolumbianischen, auf Kaffee spezialisiertem Forschungsinstituts) wollten in einer Studie erfahren, ob die Zertifizierung Rainforest Alliance CertifiedTM im Ursprung etwas bewirken kann – und wenn ja, was? Hierfür haben sie Rainforest-Alliance-zertifizierte mit nicht-zertifizierten Kaffeefarmen in Kolumbien untersucht und verglichen.

144 Farmen in den Regionen Santander und Cundinamarca haben die Forscher mehrfach besucht. Im Fokus: Die Auswirkungen des Anbaus auf Gewässer, Böden, Wirtschaftlichkeit und Tierwelt. Ihr Ergebnis: Zertifizierte Farmen schneiden in vielen Bereichen signifikant besser ab.

Bessere Wasser- und Bodenqualität

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Foto © Chris Dixon

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Foto © Anna Clark

Auf 27 zertifizierten und 27 nicht-zertifizierten Farmen nahmen die Forscher Wasserproben, jeweils bevor und nachdem die Gewässer das Farmgelände durchlaufen haben. Ein Vergleich der Proben zeigt: Zertifizierte Farmen weisen signifikant bessere Werte sogenannter Bio-Indikatoren auf, z. B. Anzahl an Lebewesen oder der pH-Wert. Diese Gewässer haben zudem mehr Vegetation an ihren Flussufern. Beides bestätigt eine höhere Wasserqualität rund um zertifizierte Farmen.

Wiederholte Bodenproben auf 52 zertifizierten und 52 nicht-zertifizierten Farmen wiesen eine signifikant höhere Anzahl an Lebewesen in Böden von zertifizierten Farmen auf. Ein deutlicher Hinweis für eine bessere Bodengesundheit.

Höhere Produktivität und Einkommen

Jede der insgesamt 144 Farmen (davon 72 zertifizierte und 72 nicht-zertifizierte) wurde von den Wissenschaftlern acht Mal besucht. Und das zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Sie bestätigen: Nachhaltige und Best-Practice-Methoden werden auf zertifizierten Farmen deutlich umfassender übernommen. Das betrifft Lösungen zur Wasserqualität und zum Abfall-Management sowie Schulungen und Schutzausrüstung für Arbeiter.

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Foto © Rainforest Alliance

Mit Hilfe veränderter Anbaupraktiken steigt vielerorts die Produktivität. Auf vielen zertifizierten Farmen waren die Erträge doppelt so hoch wie auf konventionellen Farmen. Durch gesteigerte Produktivität konnten viele Farmer ihr Einkommen verbessern. Das Netto-Einkommen lag signifikant höher, teils mehr als doppelt so hoch im Vergleich zu konventionellen Farmen.

Wichtiger Lebensraum für Wildtiere

Zwölf verschiedene Arten von Wildtieren konnten die Forscher mit Hilfe von platzierten Kameras auf den Farmen direkt nachweisen. Eine Art haben sie genauer unter die Lupe genommen: den Nachtaffen. Diese seltenen Tiere leben in Wäldern und werden von der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft. Die Untersuchungen haben eindrucksvoll gezeigt, dass Farmen mit ausreichend Anteil an Schattenbäumen von Nachtaffen ebenfalls als Lebensraum genutzt werden.

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Nachtaffe, Foto © Posada Amazonas

Farmen können somit als Pufferzonen zwischen einzelnen Wäldern oder Naturschutzgebieten dienen und diese miteinander verbinden. Mit Schattenbäumen auf dem Farmgelände tun sie somit nicht nur Gutes für ihre Rohstoffe, sondern bieten auch zusätzlichen Lebensraum und dienen Wildtieren als sogenannte „grüne Korridore“, also als Durchgangsrouten.

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