Rainforest Alliance

Meine Reise entlang des Nachhaltigkeits-Pfades

Von: Wilfredo Augusto Callejas Rodríguez, Trainer der Rainforest Alliance in El Salvador

Vor über zehn Jahren habe ich meinen Nachhaltigkeits-Weg eingeschlagen. Ich kann nicht sagen, wo genau ich mich gerade auf diesem Weg befinde, denn ich weiß nicht, wohin mich dieser Weg noch führt. Aber ich erinnere mich noch gut an das erste Jahr, als ich den SAN-Standard kennenlernte. Mir war damals nicht klar, dass ich mich an einer ökologischen, sozialen und landwirtschaftlichen Sache beteilige. Als Ornithologe und Biologe waren meine Erwartungen an diese neue Aufgabe dann umso größer.

Besuche auf Kaffeefarmen machten für mich das Wesen des SAN-Standards für nachhaltige Landwirtschaft greifbar. Landwirtschaft wie ich sie kannte war eine Bedrohung, vor allem durch den Gebrauch von schädlichen Substanzen. Zum ersten Mal sah ich die Landwirtschaft als eine Chance für positiven Wandel.

wilfredo-augusto-callejas-rodriguez1Das Nachhaltigkeits-Konzept wurde zum neuen Grundstein meiner Überzeugungen. Natürlich musste ich viel Neues lernen und anderes verwerfen. Es ist beispielsweise nicht nötig unter den Betten von Arbeitern nach Pflanzenschutzmitteln zu suchen. Man muss als Auditor nicht wie ein Polizist auftreten. So hatte ich es vorher getan. Heute pflege ich gute Gespräche mit Arbeitern.

Zunächst wurde ich Berater für zertifizierte Farmen oder für Farmen, die eine Zertifizierung anstrebten. So habe ich auch die andere Seite der Medaille kennengelernt, die Schwierigkeiten und die Herausforderungen von Farmern und Arbeitern. Ich verstand: Ohne Produktivität würde es keine Nachhaltigkeit geben. Mir wurde klar, dass wir offener sein müssen für die Verwendung biologischer, organischer und mineralischer Mittel, um die Bodengesundheit zu verbessern und die Anatomie und Physiologie der Rohstoffe zu stärken.

wilfredo-augusto-callejas-rodriguez2Häufig sehe ich, dass Farmer für ihre Anstrengungen hin zur Zertifizierung belohnt werden wollen. Sie haben noch nicht ganz verstanden, dass der Kern der Zertifizierung darin besteht, durch gute Praktiken höhere Erträge zu geringeren Kosten zu erzielen. Nachhaltigkeit ist nicht einfach ein Konzept, es ist ein Lebensstil zugunsten von Mensch und Umwelt.

Schließlich bin ich Trainer geworden. Ich musste mich weiterbilden und mein neues Wissen weitergeben. Es klingt banal, aber ich musste verstehen, was ich da sage und tue. Ich musste Arbeiter, Farmer und technische Fachleute erreichen und ihre Überzeugungen ändern. Das war die größte Herausforderung. Und sie zeigte mir, dass ich jeden Tag dazulernen muss, um mich täglich selbst zu verbessern.

Wann immer ich heute eine Farm besuche, bin ich am beobachten, prüfen, reden und auswerten. Ganz besonders genieße ich die Atmosphäre auf den Farmen und die Gespräche mit den Arbeitern. Keine Interviews, sondern echte Gespräche. So werde ich für sie zu einer Art Vertrauensperson. Mit ihren Fragen können sie jederzeit zu mir kommen.

Ich weiß nicht, welche Erfahrungen dieser Weg für mich noch bereithält. Aber ich werde diesem Pfad weiter folgen, bis das Schicksal meinem Leben ein Ende setzt. Solange ich lebe werde ich diesen Weg weiter gehen, lernen und teilen.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s