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Kaffee aus den Wolken

Nigel Sizer (links), Präsident der Rainforest Alliance, mit Don Alfonso Robelo, Chef der Kaffeefarm Aquiares.

Nigel Sizer (links), Präsident der Rainforest Alliance, mit Don Alfonso Robelo, Chef der Kaffeefarm Aquiares.

Don Alfonso Robelo, der Präsident der Kaffee-Farm Aquiares in Costa Rica, hat die meiste Zeit seines langen Lebens dem magischen Kaffee gewidmet, der auf dieser wolkenverhangenen, auf dunkelgrünen Hügeln gelegenen Farm süd-westlich des Turrialba-Vulkans angebaut wird.

Mit seinen 76 Jahren hat der bemerkenswert jung gebliebene Robelo sicher mehr über nachhaltig erzeugten Kaffee zu berichten als irgendjemand sonst. „Egal welche Ethik du lebst oder an welche Religion du glaubst – es lohnt sich immer, Arbeiter gut zu behandeln“, erzählt er mir, während wir durch die aufgeräumten, sauberen und gut erhaltenen Unterkünfte laufen, die rund 480 Saisonarbeiter währen der Erntezeit beherbergen. Die meisten der Saisonarbeiter stammen aus Nicaragua, die jedes Jahr für ein paar Monate nach Costa Rica kommen.

Eine Unterbringung im Stil eines Schweizer Chalets für Arbeiter auf dem Gelände der Aquiares-Kaffeefarm.

Eine Unterbringung im Stil eines Schweizer Chalets für Arbeiter auf dem Gelände der Aquiares-Kaffeefarm.

Wir fahren weiter, rauf auf 1.400 Meter Höhe, dem höchsten Punkt des über 1.000 Hektar großen Anwesens. Die kurvenreichen Pisten der größten zusammenhängen Kaffeefarm Costa Rica’s sind gesäumt mit Tausenden von Kaffeesträuchern. Von oben kann man diese vom normalen Wald nicht mehr unterscheiden. In der Tat sind die Kaffeepflanzen so stark mit der natürlichen Vegetation verwoben, dass Ozelote, Faultiere und eine Vielzahl anderer tropischer Tierarten auf der Farm umherstreifen.

Der Kaffee wiederum wächst schattig auf, unterhalb eines halb-offenen Blätterdaches von Frucht- und anderen Waldbäumen. Dadurch wächst die Bohne langsamer und reift sanfter mit dem Ergebnis, dass sie ausgeprägte Geschmacksrichtungen entwickelt und die hohe Qualität bekommt, für die Aquiares berühmt ist.

Die Farm hat sogar eine Partnerschaft mit einem globalen Forschungsteam initiiert, um die Menge an Kohlenstoff, die durch die auf der Farm beheimateten blühenden Bäume und Kaffeesträucher gebunden wird, zu messen. Zudem nimmt Aquiares, um dem Klimawandel zu begegnen, an weiteren Initiativen teil. Tatsächlich war die Farm die erste in Costa Rica überhaupt, die die Anforderungen des Rainforest Alliance Klima-Moduls erfüllt hat. Die komplette Farm ist seit 2003 Rainforest Alliance-zertifiziert.

Seit dem Jahr 2003 ist die Farm Aquiares Rainforest Alliance Certified.

Seit dem Jahr 2003 ist die Farm Aquiares Rainforest Alliance Certified.

„Natürlich kostet es uns Geld, sicherzustellen, dass wir unsere Zertifizierung behalten“, konstatiert Don Alfonso. „Aber wir machen kontinuierliche Fortschritte, zum Beispiel im Bereich der Arbeiter-Unterbringung, der Reduktion des Chemikalien-Einsatzes, der Aufforstung oder dabei, Energie zu sparen.“ Dabei blättert er durch sorgfältig geführte Konten und Sitzungsprotokolle des Verwaltungsausschusses und deutet auf den Netto-Überschuss, der durch die Zertifizierung entstanden ist: Höhere Preise und verbesserte Handelsbeziehungen zu den Premium-Käufern. „Am Ende ist entscheidend, dass wir produktiver sind und eine höhere Qualität erzeugen. Wir haben eine gesündere, nachhaltiger wirtschaftende Farm und einen Kaffee von hoher Qualität“, sagt er. „Und unsere Arbeiter sind stolz darauf und bleiben gern hier.“

Kaffeesetzlinge auf der Farm.

Kaffeesetzlinge auf der Farm.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Kaffee eine exzellente Qualität hat. Eine beachtliche Menge davon wird von Nespresso bezogen, einem Unternehmen, das sich dem besonderen Geschmack verschrieben hat. Aquiares hat eigens dafür eine spezielle Kaffee-Aufbereitungsanlage gebaut und lässt strenge Qualitätskontrollen zu, um Nespressos Ansprüchen zu genügen. Dafür erhält die Farm einen Premium-Preis.

Eines der Highlights meines Besuches auf Aquiares war jedoch, neben der Tatsache, einfach Zeit mit einem inspirierenden, freundlichen und brillanten Mann zu verbringen, die sogenannte „Founders Reserve“, wie Don Alfonso es mit einem Lächeln nannte, zu kosten – das Beste vom Besten seiner Kaffee-Produktion. Dieser Kaffee ist erhaben weich und ohne eine winzige Spur bitteren Geschmacks. Wie es der Name andeutet, ist der Genuss dieses Kaffees mit einem Single Malt Whiskey oder dem reifen Wein eines hervorragenden Weingutes zu vergleichen – ohne dabei jedoch einen Kater zu riskieren. Das Gut verkauft diesen Kaffee in sogenannten Mikro-Einheiten an anspruchsvolle Kunden in Japan, Singapur und darüber hinaus.

Danke, Don Alfonso, dass Sie mich an einem zu kurzen Wochenende so vieles gelehrt haben, und für die Hingabe, mit der Sie seit Jahren ein loyaler Partner der Rainforest Alliance sind. Und danke dafür, dass Sie mir ein paar Pfund Ihrer „Founders Reserve“ geschenkt haben; sie wird zu Hause sicherlich nicht lange im Regal stehen bleiben!

Don Alfonso Robelo, Chef der Kaffeefarm Aquiares in Costa Rica.

Don Alfonso Robelo, Chef der Kaffeefarm Aquiares in Costa Rica.

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