Forstwirtschaft

In Gedenken an Walter Méndez Barrios, Umweltschützer

w-mendez-looking-at-plantAm 16. März wurde Walter Méndez Barrios in der Nähe seiner Heimat in Petén, Guatemala, niedergeschossen. Furchtlos setzte sich Walter für Landrechte lokaler Gemeinden und für den Schutz von Wäldern ein. Die hart erkämpften Erfolge für seine Gemeinde im Maya-Biosphärenreservat und für andere ortsansässige Gemeinden sind ein weltweites Vorbild dafür, wie natürliche Ressourcen lokal kontrolliert und genutzt werden können – zum Wohle der Menschen und des Waldes.

Die schrecklichen Nachrichten über Walters Ermordung erinnern uns daran, dass großartige Erfolge ein hohes persönliches Risiko mit sich bringen. Gleichzeitig verdoppeln wir nach Walters plötzlichem Tod unsere Bemühungen für Landrechte lokaler Gemeinden und für lokale, gleichberechtigte und nachhaltig wirtschaftende Forstbetriebe. In Solidarität mit Walters Familie, Freunden, Gemeinde und ACOFOP möchten wir Walter gedenken. – Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance.

Von José Carrera, Rainforest Alliance, Freund und Kollege von Walter

Walter Manfredo Méndez Barrios wurde am 5. Januar 1980 in der ländlichen Gegend im Osten Guatemalas als Kind einer großen Farmerfamilie geboren. Mit 10 Jahren siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern in die westliche Petén-Region um.

Walter hatte nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Schule zu gehen. Sein Wissen und seine Fähigkeiten erlernte er bei der praktischen Arbeit im Wald und auf dem Feld – zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern. Schon früh entwickelte er dabei seine eigenen Gedanken und ein ausgeprägtes Interesse für beste Praktiken in der Forstwirtschaft, teils durch die Zertifizierungsarbeit der Rainforest Alliance gemäß FSC-Standard (Forest Stewardship Council).

In seiner Jugend engagierte er sich in seiner Gemeinde und schloss sich der Kooperative La Lucha an. Er wurde sogar zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt – eine Position, die er nutzte, um die sozioökonomische Entwicklung seiner Gemeinde zu fördern.

Die Kooperative La Lucha wählte ihn 2013 für zwei Jahre zu ihrem Präsidenten. Seine Erfolge sorgten für seine Wiederwahl für zwei weitere Jahre. Walter setzte sich stets für das Gemeinwohl ein, für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Entwicklung. Er war völlig davon überzeugt, dass nachhaltiges Forstmanagement enorme Vorteile und Möglichkeiten für alle bedeutet. Deshalb pflegte er eine enge Beziehung zur Rainforest Alliance.

w-mendez-mic2Walter war eine bedeutende Führungspersönlichkeit zwischen den einzelnen Kooperativen der Usumacinta Fluss-Region im Sierra Lacandón Nationalpark. In Zusammenarbeit mit der Rainforest Alliance initiierte und präsentierte er dem Nationalrat für Schutzgebiete (CONAP) den ersten integrierten Forstmanagement-Plan. Das Ziel: Arbeitsplätze schaffen und Investitionen fördern, durch die Vermarktung von Nicht-Holzprodukten wie Nüsse der Brotnussbäume und Schnittgrün.

Er war ein Visionär mit großen Träumen. Er war absolut überzeugt, dass nachhaltig wirtschaftende, gemeindebasierte Forstunternehmen das Potenzial haben, seine ganze Gemeinde zu verändern. Angetrieben von diesem Glauben, besuchte er die Rainforest Alliance auf einem 800 km entferntem Feld, um nach Wegen zu suchen, die Nüsse der Brotnussbäume zu trocknen und zu verarbeiten. Dort bot er an, beim Testen der Verarbeitungsmaschinen zu helfen, die seiner Gemeinde großen Nutzen bringen sollten.

Walters Familie und Zuhause war stets der Start- und Schlusspunkt eines jeden Besuches des Rainforest Alliance-Teams. Seine Tür stand uns immer offen, egal ob zum Ausruhen, Übernachten oder Essen.

Unermüdlich kämpfte er für Landrechte für seine Kooperative – eine gefährliche Sache an einem Ort, wo der Verkauf und Erwerb von Land für illegale Machenschaften immer weiter zunimmt.

Nachhaltige Forstwirtschaft zu fördern wird in dieser Region immer schwieriger und gefährlicher. Denn: Dieses Engagement steht dem organisierten Verbrechen und anderen mächtigen Gruppen im Weg, die Gebiete kontrollieren wollen. Sie versuchen Menschen ruhigzustellen und Angst zu verbreiten, indem sie führende Personen – so wie Walter – beseitigen.

w-mendez-w-fam2Walter hinterlässt eine Frau und sechs Kinder, die ohne Vater aufwachsen sowie eine ganze Gemeinde, die ohne seine visionäre Führung auskommen muss. Für das Rainforest Alliance-Team in Petén wird Walter in der Erinnerung weiterleben. Unser Planet braucht mehr Menschen wie Walter. Sein Fehlen wird eine große Leere hinterlassen.

Unsere Arbeit fortzusetzen und an unserer Mission festzuhalten, ist der beste Weg, ihm zu gedenken. Wir werden Menschen weiterhin bei nachhaltiger Bewirtschaftung helfen und das gemeindebasierte Management natürlicher Ressourcen fördern. Wir helfen dabei, Walters Vision zu realisieren – komme was wolle.

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