Rainforest Alliance

Globale Nachhaltigkeitsziele mit Leben füllen

Mit ihrer Arbeit auf dem Feld, engagiert sich die Rainforest Alliance auch dafür, den UN Sustainable Development Goals zum Erfolg zu verhelfen – um Menschenrechte zu fördern und die Umwelt zu schützen. Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance, im Gespräch.

Von Demetria Irwin

2015 wurden die Ziele für nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals (SDGs) – ins Leben gerufen. Sie könnten ein strategischer Plan für die Menschheit sein, denn sie setzen ambitionierte Ziele – ökonomisch, sozial, kulturell und ökologisch – um Menschenrechte zu fördern.

Mit den SDGs sollen die Ursachen von Armut, Ungleichheit der Geschlechter und Klimawandel gemeinsam mit allen UN-Nationen angegangen werden. Jedes Land muss die Inhalte in die nationale Politik übernehmen und die Zielsetzungen in den kommenden 15 Jahren erreichen.

Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance, weiß aus Erfahrung, dass die entscheidenden Aspekte der SDGs in den Details stecken. In seiner ehemaligen Funktion als Global Director des Forstprogramms des World Resources Institutes hat er bei der Entstehung der SDGs im Hinblick auf Wälder mitgeholfen. Als unser neuer Präsident erklärt er, wie die Rainforest Alliance dabei helfen will, diese Vision einer nachhaltigen Zukunft Realität werden zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen den SDGs und ihren Vorgängern, den UN Millennium Development Goals?

Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance

Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance

In den Millennium Development Goals (MDGs) wurden nachhaltige Aspekte lediglich in ein oder zwei Zielen explizit genannt. In den SDGs durchzieht Nachhaltigkeit nahezu alle Ziele. Allein der Name verdeutlicht die fundamentale Rolle von Nachhaltigkeit und wie wichtig sie für eine gerechtere Welt ist. Es ist ein enorm verbessertes und detaillierteres Set an Zielen für genau die Probleme, die auch wir in der Rainforest Alliance angehen.

Welches Ziel der 17 SDGs steht der Arbeit der Rainforest Alliance am nähesten?

Wie gesagt, die meisten Ziele – wenn nicht alle – überschneiden sich mehr oder weniger mit der Arbeit der Rainforest Alliance. Zum Beispiel Nummer 15 (life on land) ist sehr relevant. Neben anderen wichtigen Themen, spricht dieses Ziel speziell den Schutz und die Wiederaufforstung von Wäldern sowie nachhaltiges Forstmanagement an. Das ist ein Kernpunkt der Arbeit der Rainforest Alliance.

Gerade dieser Punkt hat sehr ambitionierte Zielsetzungen.

Ja! Ein Ziel ist es, Entwaldung bis 2020 zu stoppen. Das ist wirklich erstaunlich. Selbst als Ziel für 2030 wäre es ambitioniert, für 2020 ist es wirklich beeindruckend. Die ganze Sprache der SDGs ist sogar viel stärker als die in der New York Declaration on Forests 2014 – und die galt zu ihrer Zeit bereits als ziemlich mutig.

Kann die Rainforest Alliance in ihrer Arbeit mit den weitreichenden Forderungen der SDGs mithalten?

Nigel Sizer im Gespräch mit einem Kaffeefarmer in Indonesien.

Nigel Sizer im Gespräch mit einem Kaffeefarmer in Indonesien.

Wenn man unsere Arbeit auf Basis der Standards des FSC (Forest Stewardship Council) und des SAN (Sustainable Agriculture Network) betrachtet, sieht man, dass sie eine Null-Entwaldung einfordern. Sind wir also da draußen und zertifizieren Landwirtschafts- und Forstprodukte, sind wir den SDGs sogar schon einen Schritt voraus. Jedes Unternehmen, das seine Lieferkette auf unsere Standards ausrichtet, erfüllt die SDGs und geht über ihre Forderungen hinaus.

Unsere Arbeit in gemeindebasiertem Forstmanagement zeigt sich zum Beispiel in Guatemala. In den Forstkonzessionen im Maya-Biosphärenreservat – wo wir aktiv sind – liegt die Entwaldungsrate bei nahezu null. Das ist geringer als in höher klassifizierten Schutzzonen.

Welche Rolle spielt die Geografie beim Erreichen dieser Ziele?

In einigen Ländern in gemäßigten Zonen haben wir bereits eine Netto-Wiederaufforstung. Wälder wachsen wieder auf altem, verlassenem Agrarland. Im Osten der USA, in Teilen Skandinaviens und in Neuseeland sind dafür gute Beispiele zu finden. Gleichzeitig zeichnen sich diese Länder durch eine hoch entwickelte Wirtschaft aus.

Eine andere Gruppe von Ländern befindet sich im Übergang zwischen Entwicklungsland und entwickeltem Land. Es sind Länder wie Costa Rica, die eine signifikante Entwaldungsrate hatten und die jetzt das Ruder herumreißen. Für sie sind die SGDs eine Inspiration und erreichbar.

Es gibt auch andere Länder und Regionen mit viel bewaldeter Fläche wie Papua-Neuguinea, Suriname, die Amazonas-Region und das Kongo-Becken. Es ist bemerkenswert, dass sie sich ebenfalls zu den SDGs verpflichtet haben. Für sie wird es eine Herausforderung. Profitieren würden sie von internationaler Hilfe und von visionärer Führung von Innen.

Was tut die Rainforest Alliance, um mit diesen unterschiedlichen Herausforderungen umzugehen?

Wir weiten unser Engagement aus, sodass wir noch mehr Betrieben und Partnern helfen, die Ziele der SDGs zu erreichen. Es ist aber noch eine Menge Arbeit, um Unternehmen, Gemeinden und Länder entlang der SDGs auszurichten. Es geht nicht nur darum, nachhaltiger zu werden, es geht auch darum, zerstörerische Trends umzukehren und die Gesundheit von Ökosystemen rund um den Globus wiederherzustellen. Das macht die Rainforest Alliance im Wesentlichen aus.

Nigel Sizer auf einer Kaffeefarm in Indonesien.

Nigel Sizer auf einer Kaffeefarm in Indonesien.

Demetria Irwin ist redaktionelle Mitarbeiterin der Rainforest Alliance am Hauptsitz in New York City.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s