Rainforest Alliance/Wasser

Farmer an der Front der globalen Wasserkrise

Sauberes Trinkwasser ist heute bereits eine kostbare Ressource. Mit wachsender Weltbevölkerung wird dieser Bedarf weiter ansteigen, insbesondere für die Nahrungsmittelproduktion in der Landwirtschaft. Zudem wirkt sich der Klimawandel vielerorts schon heute auf die Landwirtschaft und Wasser-Reservoirs aus. Es droht in Zukunft eine zunehmende Wasserknappheit, warnte jüngst auch der WWF (World Wide Fund for Nature).

water-life_GENatürliche Gewässer zu schützen und Wasser als Ressource effizient zu nutzen ist demnach ein Kernbestandteil nachhaltiger Landwirtschaft. Deshalb gehört im SAN-Standard für Nachhaltige Landwirtschaft – der dem Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM zugrunde liegt – dem Umgang mit Wasser ein eigenes Kapitel. Josh Tosteson, Executive Vice President der Rainforest Alliance, im Gespräch.

tumblr_waterWeekWarum ist Wasser so zum Problem geworden?

Das Risiko der Wasserknappheit ist eine direkte Folge von exzessiver Landwirtschaft, Klimawandel und steigender Nachfrage für agrarische Rohstoffe. Es ist heute eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Niemand kann überleben, ohne einen sicheren und dauerhaften Zugang zu Wasser. Die Farmgemeinden mit den wir arbeiten wissen das besser als jeder andere.

Wie passt der Wasserschutz zur Mission der Rainforest Alliance?

Seit dem ersten Tag ist Wasser ein Fokus der Rainforest Alliance. Landwirtschaft ist nämlich der größte Verbraucher von Wasser, rund 70 Prozent des Frischwassers werden weltweit für die Landwirtschaft verwendet. Die Art und Weise wie Farmen mit Wasser als Ressource umgehen, ist wesentlich für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.

Wie kann Landwirtschaft Wasser gefährden?

Egal ob bio oder konventionell, das Abfließen von Wasser aus Farmen kann Flussläufe und Gewässer schädigen. Mit nachhaltigen Praktiken, wie wir sie durch den SAN-Standard des Netzwerks für Nachhaltige Landwirtschaft (Sustainable Agriculture Network) fördern, geben praxisorientierte Lösungen. Große Pufferzonen zwischen den Farmen und Wasserläufen zu errichten, ist eine davon – am besten bepflanzt mit einheimischen Bäumen.

Wenn Sie auf unsere Ergebnisse schauen, Studien und Untersuchungen betrachten, dann sehen Sie, dass sich die Wasserqualität auf den Farmen verbessert, die die Methoden aus unseren Schulungen und Zertifizierungsprogrammen anwenden. Dieser Effekt ist bei allen Rohstoffen in allen Regionen zu beobachten.

Mit Blick auf die Zukunft, wie kann die Rainforest Alliance anbauende Gemeinden in wasserarmen Landschaften unterstützen?

Konventionelle Agrarmethoden führen häufig zu einem überhöhten Verbrauch von Wasser auf den Farmen. Dadurch bleibt weniger Wasser für andere Dinge übrig. Dieses Vorgehen bedroht die Widerstandsfähigkeit und Überlebensfähigkeit von Farmen in Regionen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.

Sprechen wir also über Wasser, so fokussieren wir uns als nächstes darauf, die Effizienz im Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft zu verbessern. Der Klimawandel wirkt sich auf den Farmen bereits aus, besonders in Form veränderter Regenfälle. Sich an diese Veränderungen anzupassen und widerstandsfähiger zu werden, bedeutet auch Wasser vernünftig einzusetzen. Grundwasser zur Bewässerung zu benutzen ist beispielsweise nicht nachhaltig, denn es ist keine langfristige Ressource, die sich erneuert. Wir zeigen auch finanziell günstige Lösungen auf, wie das Ausheben von Mulden rund um die Farmen. Dort sammelt sich Wasser zu kleinen Bächen und sickert zurück in den Boden ein.

Was wären Beispiele für Wasser-Projekte der Rainforest Alliance?

In Ruanda haben wir Teich-Systeme bei einigen Wasch-Stationen für Kaffee eingeführt, um mit dem Abwasser adäquat umzugehen. Teefarmer in Kenia, die mit uns zusammenarbeiten, behandeln ihr Grauwasser jetzt, bevor sie es in Gewässer leiten. In Oaxaca haben wir mit jungen Menschen aus kaffeeanbauenden Gemeinden zusammengearbeitet und ihnen Agroforst-Systeme vorgestellt. Bei dieser Art von Kultivierung dienen einheimische Bäume als Schattenspender für die Kaffeepflanzen, die unter ihnen gedeihen. Das stabilisiert das Mikroklima und schützt die Wasservorkommen im Boden.

24374642862_6343235d73_b

One thought on “Farmer an der Front der globalen Wasserkrise

  1. Pingback: Pufferzonen für sauberes Wasser | The Frog Blog Deutsch

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s