Studie/Wasser

WWF und EDEKA veröffentlichen Studie zu Wasser bei Nachhaltigkeits-Standards

Foto: David Dudenhoefer

Foto: David Dudenhoefer

Der WWF (World Wide Fund For Nature) hat in Zusammenarbeit mit dem Handelsunternehmen EDEKA eine Studie zu Landwirtschaftlichen Nachhaltigkeits-Standards herausgegeben. Untersucht wurden die Standards im Bereich Wassereinsparung. Gemeinsame Lösungen zur Verminderung von Wasser-Risiken wurden ausgearbeitet.

In der umfangreichen Studie wurde das Thema Wasser in insgesamt 27 Kriterien unter die Lupe genommen, die in vier übergeordneten Bereichen zusammengefasst sind:

–  Wasserregulierung
–  Wasserbilanz
–  Wasserqualität
–  Wichtige wasserbezogene Flächen

Das Ziel der Studie: Konstruktive Lösungswege aufzeigen für die Weiterentwicklung der verschiedenen Standard-Systeme in Bezug auf einen verantwortungsvolleren Umgang mit Wasser.

WWF_Wasser-StudieEines ist klar: Die Bedrohung durch Wasserknappheit auf der Erde wird immer größer. So haben nach Angaben der Welthungerhilfe bereits heute fast 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. In zehn Jahren könnte sich diese Zahl verdreifachen, wenn nichts aktiv dagegen unternommen wird.

Der WWF hat die Landwirtschaft als einen der größten „Wasserverschwender“ auf der Erde ausgemacht. Beim sparsamen Umgang mit Wasser kommt der Landwirtschaft somit eine Schlüsselrolle zu. Zum einen kann durch bewussteren Einsatz von Wasser der Wasserverbrauch insgesamt zurückgefahren werden. Zum anderen erfordert der enorme Wasserbedarf einzelner Pflanzungen oder Tierzuchten ein Umdenken.

Die nun vorliegende Studie hat deswegen 24 der weltweit wichtigsten Nachhaltigkeits- & Umwelt-Standards in ihren Bewertungsmaßstäben mit der Ressource Wasser überprüft, wie zum Beispiel Fairtrade, Global Roundtable for Sustainable Beef, IFOAM Agriculture, SAN und UTZ.

In der Untersuchung ist der Sektor „Wasserregulierung“ in seiner Bedeutung als zentral bewertet worden. Er beeinflusst die Kriterien der anderen Sektoren und ist sozusagen Dreh- und Angelpunkt für alle weiteren Maßnahmen.
Diesen Bereich „Wasserregulierung“ deckt der SAN-Standard des Sustainable Agriculture Network – der dem Siegel Rainforest Alliance Certified™ zugrunde liegt – deutlich überdurchschnittlich ab. Das SAN hat einen Index von 1.9 von max. 3.0 erreichbaren Punkten, der Durchschnitt aller 24 überprüften Nachhaltigkeits- & Umwelt-Standards liegt bei 1.33.

Die meisten Standards erkennen, dass „Wasserregulierung“ in ihren Bewertungskatalog aufgenommen werden muss. Dies beschränkt sich bei vielen Standards allerdings nur auf einen Teilbereich dieses Kriteriums. Etwa die Hälfte der Standards fordert das Recht der Mitarbeiter auf Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Zugang zu Sanitäranlagen und Waschgelegenheiten, aber nur ein Viertel der Standards fordert alle drei dieser per UN-Deklaration festgesetzten Menschenrechte bei den von ihnen zertifizierten Betrieben ein. Der SAN-Standard gehört dazu.
Ebenso verhält es sich mit dem Bereich „Management“: Während bei vielen Standards das Wassermanagement in den allgemeinen Umwelt-Management-Pläne integriert wird, hat das SAN für das Wassermanagement einen eigenen Kriterienkatalog angelegt.

24374642862_6343235d73_bFazit der Studie: Ein Umdenken ist erforderlich. Es reicht nicht Wassereinsparung und Vorbeugemaßnahmen gegen Wasserverschmutzung zu fordern und umzusetzen; zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser gehört beispielsweise auch das Sammeln und Speichern von Regenwasser und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass Wasser eine entscheidende Lebensgrundlage für alle landwirtschaftlichen Produkte ist, aber vor allem auch ein Schlüsselelement für das Wohlergehen von Mensch und Natur.

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