Forstwirtschaft/Studie

10 Fallstudien zu Waldgemeinden

Edy Alfonso Gonzalez und Juan Lopez arbeiten in der FORESCOM Kooperative in Guatemala’s Maya Biosphärenreservat. Foto: Sergio Izquierdo

Edy Alfonso Gonzalez und Juan Lopez arbeiten in der FORESCOM Kooperative in Guatemala’s Maya Biosphärenreservat. Foto: Sergio Izquierdo

Wälder sind ein essenzieller Teil im Kampf gegen den Klimawandel. Welchen Beitrag Waldemeinden hierbei leisten können, wird dennoch unterschätzt. Die Rainforest Alliance hat nun 10 Fallstudien ihrer Arbeit mit Waldgemeinden in Lateinamerika veröffentlicht. Sie zeigen: Kleine Gemeinden können Wälder effektiv schützen und gleichzeitig ihre eigenen Lebensbedingungen verbessern. Bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder benötigen diese Gemeinden langfristige Unterstützung von Regierungen, finanzielle sowie technische Hilfestellung und nicht zuletzt einen Markt für verantwortungsvoll hergestellte Rohstoffe. So können Wälder erhalten bleiben.

Die Fallstudien wurden gemeinsam mit dem Multilateral Investment Fund (MIF) und der Amerikanischen Entwicklungsbank (IDB) erstellt. Sie umfassen Projekte in Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, und Peru. Die untersuchten Fälle variieren von kleinen Kooperativen bis hin zur größten Forst-Gemeinde der Welt, von neu gegründeten Betrieben bis zu Gemeindegruppen, die seit Jahrzehnten aktiv sind. Gemäßigte und tropische Wälder, Gemeinden mit festem Landbesitz und zeitlich begrenzten Aktivitäten (sogenannte „Forstkonzessionen“) und Waldgemeinden die Holz- und Nicht-Holzprodukte (z. B. Paranüsse) produzieren, wurden in den Fallstudien berücksichtigt.

Baumstämme der FORESCOM Kooperative, die mit 11 Forstkonzessionen in Guatemala's Maya Biosphärenreservat mit Holz wirtschaftet. Foto: Sergio Izquierdo

Baumstämme der FORESCOM Kooperative, die mit 11 Forstkonzessionen in Guatemala’s Maya Biosphärenreservat mit Holz wirtschaftet. Foto: Sergio Izquierdo

Wie unterschiedlich die untersuchten Forstbetriebe auch sind, sie alle zeigen dass…

…Waldgemeinden sehr profitabel sein können und einen signifikanten Beitrag zum Einkommen vieler Haushalte liefern können.

…Waldgemeinden ihre Wälder und Naturschutzgebiete erhalten können. Sie wenden Methoden an, die die Ernte von Holz- und Nicht-Holzprodukten auch langfristig sichern können.

…Waldgemeinden ihre kulturellen Werte und Bräuche beibehalten, obwohl sie neue Strukturen einführen, professioneller werden und zunehmend unternehmerisch handeln.

…neue Märkte für weniger bekannte Arten und werteorientierte Produkte durch Waldgemeinden gefördert werden. Diese Gemeinden können die anspruchsvolle Nachfrage nach Produkten hoher Qualität erfüllen.

…neue Mechanismen zur Finanzierung entwickelt werden und Waldgemeinden mit den bewilligten Krediten erfolgreich arbeiten können.

…Waldgemeinden auch für Frauen viele Möglichkeiten bringen, speziell wenn es darum geht, ihren Rohstoffanbau breiter aufzustellen und werteorientiert vorzugehen.

Frauen in einer Forstkonzession im Norden Guatemalas beim sortieren von Nüssen der Brotnussbäume, einem Nicht-Holzprodukt. Dieses Geschäftsfeld gehört den Frauen und wird auch von ihnen betrieben. Foto: Sergio Izquierdo

Frauen in einer Forstkonzession im Norden Guatemalas beim sortieren von Nüssen der Brotnussbäume, einem Nicht-Holzprodukt. Dieses Geschäftsfeld gehört den Frauen und wird auch von ihnen betrieben. Foto: Sergio Izquierdo

Die Fallstudien liefern auch wichtige Informationen darüber, welche Art von Unterstützung Waldgemeinden benötigen, um diese Ziele zu erreichen, so z. B.:

– Ein rechtlich und institutionell unterstützendes Umfeld

– Einen Ausbau stabiler sozialer Grundlagen und administrativer Kapazitäten

– Langfristige technische Unterstützung über den üblichen Projekt-Rahmen hinaus

Verbindung zum Markt für verantwortungsvoll hergestellte Waren

– Zugang zu finanzieller Unterstützung, jeweils angepasst an die regionalen Bedürfnisse

Die Fallstudien zeigen, dass wenn lokale Gemeinden Rechte, Unterstützung und ökonomische Anreize bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern erhalten, sie mit ihren Betrieben Waldrodung stoppen und neue Wirtschaftsmöglichkeiten schaffen können. In anderen Worten: Waldgemeinden helfen dabei, dass Menschen und Umwelt gemeinsam wachsen.

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