Rainforest Alliance/Studie

Das Frosch-Siegel macht einen Unterschied

Nicht der eine Moment ist es, in dem Farmer ihren Anbau ändern. Farmen nachhaltig auszurichten ist immer ein Prozess. Die Rainforest Alliance unterstützt Farmer auf diesem Weg. Halten sie die strengen ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien des SAN-Standards für Nachhaltige Landwirtschaft ein, erhalten sie das Siegel Rainforest Alliance Certified™. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Heute führen rund 1,2 Millionen Farmen in 42 Ländern im Anbau von 101 verschiedenen Rohstoffen das Siegel mit dem grünen Frosch. Zusammengenommen erstrecken sie sich auf eine Fläche von 3,5 Millionen Hektar. 76 Prozent davon gehören Kleinerzeugern und Erzeugergemeinschaften mit jeweils einer Farmfläche von unter 2 Hektar.

Wie Menschen und Umwelt von der Zertifizierung profitieren, dokumentiert der neue SAN/Rainforest Alliance „Impacts Report“. Fast zwei Dutzend wissenschaftliche Studien und 219 Audit-Reports zertifizierter Farmen wurden hierzu ausgewertet.

Ein Ausschnitt der Ergebnisse:

1. Höhere Produktivität

coffee-workerWenden Farmer nachhaltigere Anbaumethoden gemäß SAN-Standard an, können sie ihre Produktivität steigern – und 1,5 bis 2 Mal höhere Erträge erzielen. Kaffee-Farmen in Kolumbien und Peru beispielsweise erzielen seit ihrer Zertifizierung doppelt so hohe Erträge wie nicht-zertifizierte Farmen. In der Côte d’Ivoire konnten Kakaofarmer nicht nur die Erträge um 50 Prozent steigern, ihr Kakao hat zudem eine bessere Qualität. Auch im Nachbarstaat Ghana weisen Kakaofarmer signifikant höhere Erträge auf. Von dort berichten zwei Drittel der zertifizierten Farmer, dass ihr erwirtschaftetes Einkommen die getätigten Investitionen deutlich übersteigt. Ihre wirtschaftliche Situation habe sich grundlegend verbessert.

2. Bessere Preise

ra-mission-business-1-deMehr für ihre Rohstoffe zu bekommen, das ist für viele Farmer eine zentrale Motivation, wenn sie eine Zertifizierung anstreben. Indem Rainforest-Alliance-zertifizierte Farmer umweltfreundlich und sozialverträglich anbauen sowie eine bessere Qualität und Quantität bei der Kultivierung erzielen, sind sie in der Lage, bessere Preise auf dem Weltmarkt auszuhandeln. Wie hoch die Mehreinnahmen für die Farmer sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Ergebnisse zeigen, dass die erzielten Preise variieren und bis zu 30 Prozent über dem regulären Weltmarktpreis liegen.

Einmal zertifiziert, werden sich Farmer aber auch bewusst, wie vielfältig sie von der Zertifizierung profitieren, u. a. durch Schulungen, sichere Lagerung und richtige Anwendung von Werkzeugen und Dünger, Schutz der Umwelt und natürlicher Wasserläufe, ein strukturierteres Farm-Management und technische Unterstützung.

3. Intakte Ökosysteme

waterwaysÖkosysteme auf den Farmen und in den benachbarten Gebieten profitieren von der nachhaltigeren Kultivierung. Indem zertifizierte Betriebe Wälder erhalten und Gewässer schützen, erhalten sie auch wichtige Lebensräume für teils bedrohte Arten. 74 Prozent der Kaffee-Farmer in Kolumbien beispielsweise forsten wieder auf und pflanzen Bäume an ihrem Farmgelände. Zertifizierte Farmen selbst dienen häufig als „grüne Korridore“, die intakte Lebensräume miteinander verbinden und natürliche Wanderrouten von Wildtieren erhalten. Unter anderem Farmer in El Salvador stellen ein höheres Aufkommen vieler Arten – insbesondere einheimische Vogelarten – auf und um ihre Farmen herum fest.

4. Bessere Arbeits- und Lebensbedingungen

family-laughingAuch Farmer, Arbeiter und ihre Familien profitieren von einer sichereren Arbeitsweise durch die Zertifizierung. Zugelassene Pflanzenschutzmittel werden auf den Farmen sicher gelagert und ihr Einsatz reduziert. Arbeiter werden im Umgang mit ihnen geschult und tragen Schutzkleidung bei der Anwendung. Zertifizierte Farmen errichten signifikant mehr Pufferzonen, die von Pflanzenschutzmitteln unberührt bleiben, als konventionell betriebene Farmen. Häuser, Schulen, Wälder und natürliche Wasserläufe werden so geschützt. Die Zertifizierung fördert zudem eine bessere Bildung der Kinder der Arbeiter. Sie erhalten viel häufiger die Möglichkeit, Schulen zu besuchen und ein Bildungsniveau zu erreichen, das ihrem Alter entspricht.

5. Wege in eine nachhaltigere Zukunft

ecosystemsDer Umstellungsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit funktioniert. Die Ergebnisse zeigen: Je länger Farmen zertifiziert sind, desto mehr Anforderungen des SAN-Standards für Nachhaltige Landwirtschaft erfüllen sie. Sie setzen ihren Wandel fort und entwickeln sich weiter – mit zunehmend positiven Effekten für Menschen, Umwelt und Artenvielfalt.
So stieg der Anteil eingehaltener Kriterien des gesamten SAN-Standards zwischen 2011 und 2014 auf Bananen-Farmen in Zentralamerika von 90 auf 94 Prozent, auf Kaffee-Farmen in Zentralamerika von 83 auf 88 Prozent, auf Kakao-Farmen in Westafrika von 85 auf 88 Prozent und auf Tee-Farmen in Westafrika von 87 auf 93 Prozent.

Der komplette „Impacts Report“ ist öffentlich zugänglich und kann hier eingesehen werden.

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One thought on “Das Frosch-Siegel macht einen Unterschied

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