Klimawandel

7 Gründe warum die Klimakonferenz wichtig ist

Seit Beginn der Woche kommen Delegationen und Diplomaten aus nahezu 200 Staaten in Paris zur UN-Klimakonferenz zusammen. Das Ziel: Ein international verbindliches Klimaabkommen, welches das Leben von Milliarden Menschen beeinflussen wird.

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Darum ist Handeln dringend notwendig:

1. Es könnte unsere letzte Chance sein

Seit Beginn der industriellen Revolution nutzen wir fossile Brennstoffe und roden weitläufige Naturflächen. Das Klima reagiert im Verhältnis langsam auf die dadurch vermehrten CO2-Emissionen in der Atmosphäre. Was wir heute sehen, ist das Ergebnis von Maßnahmen, die Jahrzehnte zurückliegen. Selbst wenn wir in einem hypothetischen Szenario Entwaldung auf der Stelle global stoppen und fossile Brennstoffe nirgendwo mehr genutzt werden, selbst dann würde sich der Klimawandel über weitere Jahrzehnte fortsetzen. Sollte auf der Klimakonferenz kein verbindliches Abkommen erreicht werden, wird das Tempo des Klimawandels zunehmen und seine Folgen umso größer.

2. Instabiles Klima = Erhöhte Nahrungsunsicherheit

Weltweit sind Farmer abhängig vom Wetter und seinen regulären Zyklen. Ändern sich gewohnte Wetterverhältnisse und treten zunehmend unvorhersehbare Wetterphänomene auf, ist die zukünftige Kultivierung vieler Rohstoffe in heutigen Anbauregionen gefährdet. In vielen anbauenden Regionen sind die Folgen des Klimawandels bereits heute zu spüren.

Klimawandel bedeutet generell auch: Wärmere Temperaturen, mehr Hitzewellen, eine erhöhte Gefahr von Dürren, Überschwemmungen und Naturkatastrophen – all dies betrifft auch die Nahrungssicherheit. Ganze Regionen könnten unbewohnbar werden und Klimaflüchtlinge und ein erhöhtes Gewaltpotenzial nach sich ziehen. Experten warnen unlängst vor drohenden Völkerwanderungen und Konflikten in Entwicklungsländern, die durch anhaltend niedrige Ernteerträge ausgelöst werden. Ein Klimaabkommen kann daher auch zur globalen Sicherheit beitragen.

3. Entwaldung als doppelter Rückschlag

Ob nachhaltige Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Tourismus – am Ende ist alles unweigerlich mit Wäldern verbunden. Wälder zu erhalten ist der Kern unserer Mission, seit über 25 Jahren.

Waldrodung zieht doppelte Konsequenzen nach sich: Wir verlieren Bäume als wertvolle Kohlenstoffspeicher und setzen gleichzeitig Tonnen von gespeichertem Kohlenstoff frei. Intakte Wälder sind essenziell für Klima und Umwelt: Sie bereiten Wasser und Luft auf, helfen Bodenerosion zu vermeiden und bieten Waldgemeinden wirtschaftliche Perspektiven. Studien zeigen, dass Wälder dazu beitragen, das Weltklima zu regulieren.

Auf der Klimakonferenz werden die Rainforest Alliance und gleichgesinnte Organisationen die Bedeutung von nachhaltiger Landnutzung und den Erhalt von Wäldern in Diskussionen einbringen, um den Klimawandel zu bremsen.

4. Versauerung der Meere

Einfach gesagt: Die Ozeane versauern, wenn wir weiterhin fossile Brennstoffe nutzen. Teile der daraus entstehenden CO2-Emissionen werden im Meerwasser aufgenommen, lösen sich dort und treiben chemische Prozesse voran, die das Meerwasser zunehmend versauern lassen.

In zunehmend saurem Meerwasser bekommen Schalentiere wie Austern, Krebse, Schnecken und winzig kleiner Zooplankton Schwierigkeiten beim Aufbau und Erhalt ihrer harten Schalen. Der erhöhte pH-Wert des Wassers führt dazu, dass sich ihre Schalen auflösen. Dies hat wiederum auch Konsequenzen für die natürliche Nahrungskette – und auch für den Menschen: Knapp 12 Prozent der Weltbevölkerung sind derzeit von der Fischerei und von Aquakulturen für ihr Einkommen abhängig.

5. Kaffee und Co.

Jeder auf der Welt wird in gewisser Weise vom Klimawandel betroffen sein. Tropische Regionen trifft es dagegen am schlimmsten. Eine schlechte Nachricht insbesondere für diejenigen, die Nahrungs- und Genussmittel aus den Tropen lieben – wie Kaffee, Bananen und Kakao.

Farmer in den Tropen und Subtropen können das verändernde Klima bereits spüren. Wärmere und feuchtere Sommer haben zu einem Ausbruch des Kaffeerosts geführt, einer Pilzerkrankung, die ganze Ernten bedroht. Kaffee kann nur innerhalb bestimmter Temperaturen gedeihen. Je wärmer, desto schwieriger ist es, eine auskömmliche Ernte zu generieren. Familien, deren Einkommen allein vom Kaffeeanbau getragen wird, sind durch den Klimawandel in ihrer Existenz bedroht.

Nachhaltige Anbaumethoden können ihnen helfen, sich an die verändernden Bedingungen anzupassen. Ein international verbindliches Abkommen in Paris kann diesen Wandel in der Landwirtschaften fördern und die dringend benötigte Unterstützung für anbauende Gemeinden in den Tropen liefern.

6. Frauen, Kinder und indigene Gemeinden

Ziemlich unfair: Der Lebensstil der Menschen in Entwicklungsländern trägt nur einen kleinen Anteil zum Klimawandel bei, dennoch sind sie von dessen Folgen am stärksten betroffen. Zudem fehlt es in diesen Ländern häufig an der notwendigen Infrastruktur, um mit Naturkatastrophen wie anhaltenden Dürren oder intensiven Stürmen zurecht zu kommen.

Frauen, Kinder und indigene Gemeinden sind besonders anfällig. Eine Ungleichheit der Geschlechter macht es Frauen und ihren Kindern schwieriger, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Indigene Gemeinden leiden unter dem Verlust natürlicher Ressourcen und sich verändernden Wetterbedingungen, denn diese bilden das Fundament ihrer Lebensweise und ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten.

7. Es gibt keinen Plan(eten) B

Bis heute haben fossile Brennstoffe und großflächige Entwaldung dazu beigetragen, uns in diese missliche Lage zu bringen. Frühere Generationen wussten es häufig nicht besser. Aber wir tun es. Ein Scheitern der Klimakonferenz in Paris wäre verheerend. Konkretes Handeln gegen den fortschreitenden Klimawandel ist zwingend notwendig. Weiteres Zögern wird die Folgen für uns und den Planeten nur ausweiten.

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