Forstwirtschaft/Rainforest Alliance

6 Beispiele: Nachhaltige Forstwirtschaft mit der Rainforest Alliance

6_Regionen_blog-cover-photoWenn nächste Woche die UN-Klimakonferenz in Paris startet, muss der Erhalt von Wäldern ein wichtiger Teil der Debatte sein. Nahezu 50 Prozent der Waldbestände sind bereits weltweit gerodet. Für rund 25 Prozent der globalen CO2-Emissionen sind Kahlschlag aufgrund von Landwirtschaft, illegale Abholzung und andere Formen der Landnutzung verantwortlich. Dabei zählen intakte Wälder zu unserer stärksten Abwehr gegen den Klimawandel und andere ökologische Probleme. Bäume können Kohlenstoff aus der Atmosphäre speichern, bereiten Luft und Wasser auf und helfen dabei Bodenerosion und -degradation zu verhindern. Und das alles kostenlos.

Die Rainforest Alliance erkennt aber auch den globalen Bedarf an Waldprodukten wie Holz und Papier. Deshalb arbeiten wir weltweit mit Unternehmen zusammen, um eine nachhaltige Produktion und nachhaltige Rohstoffbeschaffung zu fördern – ohne Raubbau an der Natur und ohne Zerstörung von Lebensräumen unzähliger Arten.
Das Ergebnis:
• über 38 Millionen Hektar Waldfläche werden nachhaltig bewirtschaftet;
• über 31.000 Haushalte profitieren von unseren Bemühungen für eine wirtschaftlichere Entwicklung von Waldgemeinden;
• rund 60 Millionen Euro konnten indigene Gemeinschaften und Waldgemeinden erwirtschaften.

Sechs Beispiele unseres globalen Engagements:

1. Haida Gwaii, Kanada

Gerodete Fläche im Taan Wald

Gerodete Fläche im Taan Wald

Totempfahl der Haida

Totempfahl der Haida

Der Taan Wald erstreckt sich über rund 110.000 Hektar entlang der Westküste von British Columbia und zählt zu den geschützten Landflächen. Dieses Gebiet befindet sich im Besitz der Haida, einer der indigenen Gemeinschaften Kanadas und wird auch von ihnen bewirtschaftet. Ihre Überzeugung lautet „Yah’guudang“ und bedeutet „Respekt für alle lebenden Geschöpfe“. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der Art, wie sie ihre Wälder für sich nutzen. Ihre kulturell und historisch bedingten Praktiken in der Forstwirtschaft werden gestärkt durch die FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council), einem strengen Standard, den die Rainforest Alliance mitbegründet hat und wofür sie bis heute der weltweit größte akkreditierte Zertifizierer ist.

2. Puebla, Mexiko

© Eugenio Fernández Vázquez

© Eugenio Fernández Vázquez

Die Kiefernwälder in Puebla, einer Region südöstlich von Mexiko-Stadt, sind wirklich eindrucksvoll. Etwa 80 Prozent der Wälder Mexikos befinden sich in der rechtlichen Zuständigkeit lokaler Gemeinden. Die Entwaldungsrate in Mexiko zählt zu den höchsten weltweit. Durchschnittlich gehen jedes Jahr 330.000 Hektar Wald verloren. Entschließen sich Gemeinden dazu mit der Rainforest Alliance und dem FSC zusammen zu arbeiten, ergreifen sie die Chance, ihre lokale Wirtschaft zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Wälder zu sichern.

3. Tasmanien, Australien

6_Regionen_tasmaniaSprechen wir über Australien, so denken wir zumeist an weiße Traumstrände, rote Wüstenlandschaften oder den Koala. Großartige Tiere wie der Koala und der Tasmanische Teufel benötigen jedoch auch ihren natürlichen Lebensraum: 19,3 Prozent Australiens ist bewaldet. Die Förderung des strengen FSC-Standards für ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit hilft dabei, die Praktiken der Bewirtschaftung von Waldflächen zu verbessern und wichtigen Lebensraum – unter anderem für den Koala – zu erhalten.

4. Yarumal, Kolumbien

6_Regionen_colombiaKolumbien mag relativ klein erscheinen, aber in den Tropen gelegen beherbergt das Land eine Fülle an natürlicher Artenvielfalt: Die Anden-Gebirgskette, karibische Strände, üppige Wälder und unzählige Tier- und Pflanzenspezies. Auf der Rainforest-Alliance- und FSC-zertifizierten Kiefernwald-Farm werden geerntete Flächen gewöhnlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder aufgeforstet. So beispielsweise auf der zertifizierten Kiefernwald-Farm Resforestadora El Guásimo. Ihre Fläche erstreckt sich über 9.000 Hektar, davon werden 6.000 Hektar bewirtschaftet, während 3.000 Hektar als geschützte Fläche in ihrem natürlichen Zustand erhalten bleiben.

5. Papua-Neuguinea

© Noah Jackson

© Noah Jackson

Wenn wir mit Forstgemeinden zusammenkommen, sind wir nicht die einzigen, die ihr Wissen teilen. Viele Gemeinden bewirtschaften ihre Wälder seit einigen Generationen und verfügen über weitläufige Erfahrungen im Hinblick auf traditionelle Praktiken, lokale Besonderheiten und sensible Beziehungen. Im Rahmen unseres SmartWood-Programms und der Chain-of-Custody-Zertifizierung prüfen wir lokale Forstbetriebe beispielsweise in ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten. Auf dem Weg hin zur Zertifizierung finden auch Besichtigungen auf dem Feld statt. Auf dieser Grundlage werden Vorschläge und Anforderungen definiert, die die weiteren Schritte zu einer möglichen Zertifizierung festlegen.

6. Kamerun

© Mateo Cariño

© Mateo Cariño

Fast die Hälfte der Fläche Kameruns ist bewaldet. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten sollten mit Bedacht genutzt werden. Waldrodung gefährdet geschützte Lebensräume und die Artenvielfalt des Landes. Potenzielle Wirtschaftsmöglichkeiten in der Zukunft werden ihrer Grundlage beraubt. Unsere Programme und Anstrengungen wie das SmartWood-Programm helfen den Menschen vor Ort, ihre Wälder verantwortungsvoll zu bewirtschaften, ein auskömmliches Einkommen zu generieren und dabei die Waldflächen auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Mehr Informationen zur Arbeit der Rainforest Alliance gibt es unter www.rainforest-alliance.org/de.

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