Biodiversität/Landwirtschaft

Bericht vom Feld: Nachhaltiger Kakao aus Indonesien

Rainforest Alliance Certified™-Kakao hat seinen Ursprung auch in Indonesien. Genauer gesagt: Im Distrikt Bantaeng im Süden der Insel Sulawesi. Wichtiger Lebensraum für die heimische Artenvielfalt bleibt durch den nachhaltigen Anbau dort erhalten – z. B. auch für den seltenen Bärenkuskus, der ausschließlich in Indonesien beheimatet ist.

Doch aller Anfang ist schwer. Statt stolz auf ihren nachhaltigen Kakaoanbau zu sein, waren die lokalen Gemeinden zunächst eher frustriert. Die Farmer beschuldigten den Bärenkuskus ihre Kakaofrüchte anzuknabbern – zu Unrecht, wie sie erfuhren.

Der Bärenkuskus ist auschließlich in Indonesien beheimatet, auf der Insel Sulawesi und den Talaud-Inseln.

Der Bärenkuskus ist auschließlich in Indonesien beheimatet, auf der Insel Sulawesi und den Talaud-Inseln.

„Gestern haben wir einen gefangen“

Was hat sich geändert?

Die Rainforest Alliance arbeitet mit lokalen Kakaofarmern zusammen, die ihren Anbau hin zu mehr Nachhaltigkeit umgestellt haben oder umstellen möchten – und dafür das Siegel Rainforest Alliance Certified™ erhalten. 1.532 Farmer in Sulawesi haben bereits an Schulungen teilgenommen. Sie lernen, wie sie die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt Indonesiens durch nachhaltige Landwirtschaft schützen können. Farmer erhalten wichtige Informationen zu den einheimischen und geschützten Arten ihres Landes – natürlich auch zum Bärenkuskus, der häufig in den Bäumen auf den Kakaofarmen zu finden ist.

Trotz seines Namens und des bärenartigen Aussehens ist der Bärenkuskus nicht mit Bären verwandt. Er gehört zur Klasse der Beuteltiere und lebt auf Bäumen. Der Schwanz dieser kleinen Geschöpfe ist so lang wie ihr ganzer Körper. Mütter tragen ihre Babys bis zu acht Monate in ihrem Beutel. Wegen Wilderer und schwindendem Lebensraum durch Waldrodung sind die Tiere in ihrem Bestand gefährdet.

Als der Name Bärenkuskus fällt, haben die Farmer vieles zu berichten. „Gestern haben wir einen gefangen“, sagte ein Farmer beim Training. Fälschlicherweise hatten die Kakaofarmer die Tiere im Verdacht, die wertvollen Bohnen aus den Kakaofrüchten ihrer Bäume zu fressen. Tatsächlich gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Bärenkuskus sich von Kakaobohnen ernährt, sondern vielmehr von Blättern und Früchten wie Mangos und Rambutan.

„Wir kannten sie nur als Schädlinge auf unseren Farmen“

Verbotsschilder hängen jetzt an Farmen und in den Wäldern der Gemeinde.

Verbotsschilder hängen jetzt an Farmen und in den Wäldern der Gemeinde.

Fakten kennen die Farmer kaum. Die meisten wissen nicht, dass der Bärenkuskus eine einheimische und weltweit einzigartige Art ist, die nur in ihrer Region vorkommt und durch das Gesetz geschützt ist. „Wir kannten sie nur als Schädlinge auf unseren Farmen. Jetzt wissen wir, dass sie von unserer Regierung geschützt sind und wichtige Funktionen in unserer Natur haben“, sagt ein anderer Teilnehmer.

Statt vom Bärenkuskus kann der Kakao auf den Farmen eher von Nagetieren gefressen werden. Durch die Schulungen lernen die Farmer, wie sie ihren Kakao sicher und verantwortungsvoll schützen. Und sie wissen: Den Bärenkuskus zu jagen ist nicht erlaubt und auch nicht nötig.

Der eingefangene Bärenkuskus wurde nach dem Training wieder freigelassen. Zusammen mit den Farmern hat das Rainforest Alliance-Team Verbotsschilder an den Farmen und in den Wäldern der Gemeinde aufgestellt, um für den Schutz der Wildtiere zu sorgen. Seitdem hat die Population des Bärenkuskus auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen in Bantaeng wieder zugenommen.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s