Klimaschutz/Klimawandel

An der Front im Kampf gegen Entwaldung

Von Jeff Hayward*:

Wälder sind ein unverzichtbares Puzzle-Stück im Kampf gegen den Klimawandel. Ob Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder andere Formen der Landnutzung – gleich hinter dem Energiesektor sind sie der zweitgrößte Verursacher von CO2-Emissionen. Rund ein Viertel der global ausgestoßenen CO2-Emissionen ist auf Landnutzung zurückzuführen, davon etwa zehn bis zwölf Prozent auf Waldrodung.

Jeff Hayward, Direktor des Klimaprogramms der Rainforest Alliance

Jeff Hayward, Direktor des Klimaprogramms der Rainforest Alliance

Unternehmen und Betriebe haben eine Schlüsselfunktion, um die Art der Landnutzung positiv zu verändern und Entwaldung zu stoppen. Beziehen sie ihre Agrarrohstoffe aus nachhaltigen Quellen, fördern sie nachhaltiges Forstmanagement und verhindern, dass Wälder für Ackerland und Monokulturen weichen müssen.

An der Gestaltung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung haben auch Vertreter der Wirtschaft mitgewirkt. Die Ambitionen reichen vom Stopp von Waldrodung über Schutz und Wiederaufforstung von Wäldern bis hin zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung aller Waldarten bis zum Jahr 2020. Aber auch in der Umsetzung dieser Ziele müssen Unternehmen zukünftig eine größere Rolle spielen.

Tausende Wirtschaftsvertreter werden an der UN-Klimakonferenz im Dezember dieses Jahres in Paris teilnehmen und über ein neues Klimaabkommen mitverhandeln. Viele große Unternehmen haben bereits eigene Ziele formuliert, zum Beispiel um Waldrodung einzudämmen. Zusätzlich zu vielen Staats- und Regierungschefs sowie zahlreichen NGOs haben auch 52 Unternehmen die „New York Declaration on Forests“ unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich, den Verlust von Wäldern bis zum Jahr 2020 zu halbieren und bis 2030 gänzlich zu stoppen.

Das Wichtigste: Auf diese guten Absichten muss konkretes Handeln folgen. Effektiver Waldschutz erfordert die Einbindung verschiedener Ebenen und inhaltlicher Aspekte, wie Waldgemeinden vor Ort, Arbeiterrechte, Schutz von Nicht-Wald-Ökosystemen und natürlichen Gewässern. Lieferketten nachhaltig zu gestalten erfordert Maßnahmen an vielen Fronten.

Für Unternehmen, die agrarische Rohstoffe beziehen, können das Maßnahmen sein wie Wiederaufforstungen, Errichtung von Agro-Forstsystemen und Pufferzonen für den Pestizid-Einsatz sowie Schutz von Gewässern, Böden und Wildtieren.

Eine entwaldungsfreie Lieferkette von Holz und Faserrohstoffen bedeutet für Unternehmen nicht, dass sie keine Bäume wirtschaftlich nutzen dürfen. Vielmehr tragen sie Sorge für eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Bewirtschaftung. Dadurch leisten sie nicht zuletzt einen Beitrag zur Reduzierung schädlicher CO2-Emissionen.

Was auch immer internationale Zielsetzungen und Abkommen zum Walderhalt beinhalten, sie sind nur so gut wie ihre Umsetzung. Viele verschiedene Akteure auf unterschiedlichen Ebenen – wie nationale und lokale Regierungen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen – müssen zusammenwirken, um sie zu verwirklichen. Unternehmen haben dabei eine besondere Rolle. Ihre selbst auferlegten Ziele werden ein Schlüsselfaktor sein, wenn es darum geht Entwaldung zu stoppen, Wald-Lieferketten nachhaltig zu gestalten und CO2-Emissionen zu reduzieren.

* Jeff Hayward ist Direktor des Klimaprogramms der Rainforest Alliance. Er wird die Rainforest Alliance-Delegation, die sich mit Fragen der Landnutzung beschäftigt, auf der UN-Klimakonferenz in Paris Ende November 2015 anführen.

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