Aktivitäten für Kinder

Podiumsdiskussion: „Kinderarbeit“ – kein Thema mit schnellen Lösungen

Der Berliner Tagesspiegel und die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) luden am 8. September 2015 zu einer Podiumsdiskussion ein. Provokantes Thema der Veranstaltung: „Kinderarbeit – verbieten oder nicht?“. Ein Thema, das auch der Rainforest Alliance auf den Nägeln brennt.
Auf dem Podium saßen:

• Dr. Auma Obama, Gründerin einer eigenen Kinderstiftung
• Dr. Günther Taube, ehemaliger Leiter der Abteilung Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung der GIZ
• Prof. Dr. Manfred Liebel, Soziologe und Kinderarbeitsexperte

168 Millionen Kinder arbeiten weltweit. In der Subsahara ist der Anteil mit 21 Prozent am größten. Armut, niedrige Einkommen und soziale Normen sind die Hauptursachen für Kinderarbeit.
Während sich alle Teilnehmer des Podiums einig waren, dass ausbeuterische, erniedrigende Tätigkeiten für Kinder zu ächten sind, waren die Ansätze, wie Kinderarbeit ansonsten einzudämmen ist, sehr unterschiedlich.

Dr. Auma Obama, Gründerin der Kinderhilfsorganisation „Sauti kuu“ = „Starke Stimme“, und vielen als Schwester des US-Präsidenten Barack Obama bekannt, vertrat den Standpunkt, dass Kinder ermutigt und gefragt werden müssen. Sie kritisierte die Haltung des Westens, der ihrem Heimatkontinent noch immer die Spielregeln vorgebe, statt Vertreter Afrikas als gleichwertige Handelspartner anzusehen. „Kakao und Kaffee haben ihren Preis. Und der ist mehr wert“, so ihr Statement. Staatshilfen ohne Gegenleistung lehnt sie ab.

Diese sind allerdings Kernansatz eines Projektes der GIZ, das Dr. Günther Taube vorstellte. In Indonesien erhält jede hilfsbedürftige, einkommensschwache Familie monatlich 20 Euro, wenn das Kind zur Schule geht und sich regelmäßig medizinisch untersuchen lässt. Sollte das Kind arbeiten, entfällt diese Sozialleistung.

Prof. Dr. Manfred Liebel wiederum berichtete unter anderem von sogenannten Kindergewerkschaften in Bolivien und machte deutlich, dass Jahrhunderte alte Traditionen und soziale Zwänge ein Mitarbeiten nötig machen. Viele Kinder würden auch gerne arbeiten. Entscheidend sei, welche Art von Arbeit, so seine Aussage. Er höre sehr oft von Kindern ein „Nicht die Arbeit verbieten, sondern die Armut verbieten“ – was für ihn aussage, dass man den Kindern durchaus mehr vertrauen darf, da diese am besten wissen, was für sie gut ist und was nicht.

Fazit der Diskussion: Individuelle, kreative Ansätze sind gefragt, um die vielfältigen Facetten der Problematik anzugehen. Kinder müssen mehr Entscheidungen mittragen können. Ein Verbot alleine löst keine Armutsfragen.

Die Rainforest Alliance engagiert sich dafür, Kindern und ihren Familien zu besseren und nachhaltigen Perspektiven zu verhelfen. Farmer unterstützen wir darin, ihre Anbaumethoden effektiv und nachhaltig auszurichten. Die Bedingungen vor Ort und die Auswirkungen des globalen Klimawandels werden mitberücksichtigt. Missbräuchliche Kinderarbeit auf zertifizierten Farmen ist verboten. Verstöße werden geahndet, bis hin zum Entzug der Zertifizierung. Schulbildung für Kinder ist verpflichtend.
Nachhaltiger Anbau sorgt nicht nur für eine umweltschonende und klimasmarte Landwirtschaft, sondern lässt Farmer und ihre Familien profitieren, durch höhere Erträge bei besserer Qualität der Rohstoffe. So können sie ihre Lebensgrundlagen auskömmlich und langfristig sichern.

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