Biodiversität/Landwirtschaft

Kakao mit dem Frosch aus Indonesien

Woher kommt eigentlich der Kakao für unsere Schokolade? „Irgendwo aus Afrika“ ist häufig der erste Gedanke. Von dort stammen tatsächlich über zwei Drittel der weltweiten Kakaomenge – rund 3,185 Millionen Tonnen Kakao im Jahr. Das meiste davon aus der Côte d’Ivoire (über 1,7 Millionen Tonnen) und Ghana (knapp 900.000 Tonnen) – den beiden größten Kakao produzierenden Ländern der Welt. Dass Indonesien mittlerweile jährlich über 400.000 Tonnen Kakao herstellt und damit der drittgrößte Kakaoproduzent der Welt ist, wissen eher wenige.

Während der Anbau von Kakao eine wichtige Einkommensquelle für viele Menschen in Indonesien ist, bedeutet dies vielerorts auch eine erhöhte Belastung für Umwelt und die Artenvielfalt. Denn, um Erträge zu steigern und fruchtbare Böden für die Landwirtschaft zu erschließen, werden häufig Wälder gerodet und ganze Ökosysteme zerstört. Kakao mit hoher Qualität und wirtschaftlich erfolgreich anzubauen, ist auch möglich ohne Böden zu degradieren, Grünflächen und sensible Lebensräume zu zerstören. Eine nachhaltige Anbauweise kann dazu beitragen, die Produktivität von Kakaofarmen signifikant zu steigern. Das Problem: Den meisten Kakaofarmern fehlt schlicht das Wissen darüber, wie sie Kakao nachhaltig anbauen und ihre Farm bestmöglich bewirtschaften können – ohne Raubbau an der Natur.

Anbau an regionale Bedingungen ausrichten

Farmern vor Ort dieses essenzielle Wissen zu vermitteln, dafür setzt sich die Rainforest Alliance ein. Damit dies in verschiedenen Regionen gelingen kann, ist zunächst eine genaue Datenerhebung nötig: Farmfläche messen, Vegetation analysieren, klimatische Bedingungen und Besonderheiten festhalten und vieles mehr. Im direkten Austausch mit den Farmern wird ihre bisherige Anbauweise ausgewertet. Konkrete Bedürfnisse und Probleme werden erkannt, Einkommensströme untersucht und Zusammenhänge hergestellt. Aus den gewonnenen Daten und Erkenntnissen entwickelt die Rainforest Alliance individuelle Lösungsansätze – die Basis für Schulungen und Trainings. Im Fokus ist stets ein ganzheitlicher Ansatz: Ein umweltschonender und langfristig profitabler Kakaoanbau sowie bessere Lebensbedingungen für Farmer, ihre Familien und Gemeinden.

So zum Beispiel im Bantaeng Bezirk im Süden der Provinz Sulawesi in Indonesien. Dort hat die Rainforest Alliance dazu beigetragen, eine ganze kakaoanbauende Region auf nachhaltigen Kakaoanbau umzustellen. 13 Gemeinden nahmen am Projekt der Rainforest Alliance teil und haben gelernt, das Potenzial des Kakaoanbaus besser auszuschöpfen und nachhaltig als Einkommensquelle zu nutzen. Durch speziell an die Region angepasste Schulungen können sie beispielsweise Düngemittel optimal einsetzen, das richtige Schattenverhältnis für die Kakaopflanzen umsetzen und die für den Anbau in der Region am besten geeignete Kakaosorten auswählen.

Ein ökologisch, sozial und ökonomisch stabiler Kakaosektor sorgt dafür, dass Farmer ihre Plantagen für einen auskömmlichen Lebensstandard nicht ausweiten müssen, nicht auf umweltschädlichen Anbau anderer Rohstoffe umsteigen und Ökosysteme und bewaldete Flächen erhalten bleiben. Lebensraum für teils bedrohte Arten wird so geschützt. Durch gesteigerte Erträge können Farmer größere Mengen nachhaltig erzeugten Kakaos auf dem Markt anbieten und größere Abnehmer mit höherem Bedarf erreichen – und letztlich langfristige Handelsbeziehungen aufbauen.

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