Biodiversität/Studie

Das erste Massensterben ausgelöst durch uns

Das letzte große Massensterben gab es vor etwa 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier und mit ihnen weitere Arten ausgestorben sind. Während es konkurrierende Theorien über den Auslöser des 5. Massensterben gibt, ist der Auslöser für das 6. Massensterben ziemlich klar. Forscher warnen vor einem akuten neuen Massensterben – ausgelöst durch den Mensch. Und sie alarmieren: Das größte Umweltproblem unserer Zeit ist der Verlust der Artenvielfalt.

Zu diesem dramatischen Ergebnis kommen Wissenschaftler der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko. In einer aktuellen Untersuchung vergleichen sie die natürliche Aussterberate ohne externe Einflüsse mit den Daten der Weltnaturschutzunion (IUCN) zu den tatsächlich ausgestorbenen Arten. Das Ergebnis: In den vergangenen 100 Jahren sind bis zu 100-mal mehr Arten ausgestorben als es auf natürlichem Wege üblich wäre – und das trotz zurückhaltender Schätzungen der Forscher. Ohne den Menschen hätte es bis zu 10.000 Jahre gedauert, bis die gleiche Anzahl an Spezies verschwunden wäre. Es kann wiederum Millionen Jahre dauern, bis sich die Artenvielfalt davon regeneriert hat.

Konsequenzen auch für Menschen

Wie viele Spezies genau ausgestorben sind, können auch Biologen nicht sagen. Die Geschwindigkeit des Artensterbens nimmt jedoch seit Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert dramatisch zu. Setzt sich diese Entwicklung fort, hat dies in absehbarer Zukunft auch Auswirkungen auf den Menschen. Fehlende Bestäubungen und keine natürliche Wasserreinheit zum Beispiel können die Versorgung vieler Menschen mit Nahrungsmitteln erheblich gefährden. Der Artenschwund beeinflusst und verändert ganze Ökosysteme. Intakt bleiben sie nur durch ein funktionierendes Miteinander vielfältiger Arten. Stirbt eine Art aus, kann dies sogar eine andere – bislang nicht bedrohte – Art plötzlich in ihrer Existenz bedrohen.

Eine gute Nachricht haben die Forscher: Noch besteht die Chance, das Massensterben zu stoppen. Dafür muss jedoch schnell gehandelt und die Folgen menschlicher Eingriffe in Natur und Umwelt reduziert werden. Die Forscher fordern bedrohte Spezies besser zu schützen, natürliche Lebensräume für zahlreiche Arten zu erhalten, Raubbau an der Natur zu stoppen und Maßnahmen zu ergreifen, um den globalen Klimawandel zu bremsen.

Rainforest Alliance für den Schutz der Artenvielfalt

Die natürliche Artenvielfalt zu erhalten ist die Mission der Rainforest Alliance. Seit über 25 Jahren engagiert sie sich dafür, die aktuellen Forderungen der Wissenschaftler in immer mehr Regionen der Tropen und Subtropen umzusetzen. Mit nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft gemäß SAN-Standard, Grundlage des Siegels Rainforest Alliance CertifiedTM, können sensible Ökosysteme als Lebensräume unzähliger Arten geschützt und erhalten werden.

Zertifizierte Farm- und Forstbetriebe schützen Wälder und Gewässer und forsten wieder auf. Häufig dienen sie als sogenannte „grüne Korridore“, die einzelne Wald- und Grünflächen miteinander verbinden und natürlichen Lebensraum für Wildtiere wieder herstellen.
Nachhaltige Praktiken sichern die Lebensgrundlage der Farmer langfristig und können ihre Erträge steigern. Dadurch müssen sie keine neuen Flächen für ihren Anbau erschließen, um z. B. ihre Erträge zu halten oder zu erhöhen. Waldrodung wird verhindert.
Mit nachhaltigen Anbaumethoden sprechen Farmer auch den Klimawandel an. Sie reduzieren ihre CO2-Emissionen, nutzen Bäume als natürliche Kohlenstoffspeicher und werden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.

3 thoughts on “Das erste Massensterben ausgelöst durch uns

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