Studie

Große Herausforderungen bedürfen eines großen Engagements

Rund jede dritte Amphibienart ist vom Aussterben bedroht. Mit der Abholzung von Wäldern, Ausbreitung landwirtschaftlicher Flächen, Verschmutzung der Umwelt und Wasserquellen werden ihre natürlichen Lebensräume immer weiter zurückgedrängt. Außerdem bewirkt der globale Klimawandel, dass sich Lebensbedingungen in vielen sensiblen Ökosystemen verändern. Damit Wildtieren wichtiger Lebensraum erhalten bleibt und die Folgen des Klimawandels abgeschwächt werden, setzt sich die Rainforest Alliance für nachhaltige sowie klimasmarte Land- und Forstwirtschaft in den Tropen und Subtropen ein. Damit schützen Farmer und anbauende Gemeinden natürlichen Lebensraum für die heimische Artenvielfalt und sichern ihr Einkommen langfristig und umweltfreundlich.

Profitieren können Farmer von zertifiziert umweltfreundlichem Anbau – auch ohne Zahlung von Prämien – auf vielfältige Weise, wie eine Studie der Georg-August-Universität Göttingen bestätigt: Beispielsweise durch strukturierte Betriebsführung, einfacheren Marktzugang und verbesserte Qualität ihrer Rohstoffe. Jedes einzelne Engagement zum Erhalt der Artenvielfalt und gegen den fortschreitenden Klimawandel ist wichtig. Wenngleich größere und zusammenhängende nachhaltig bewirtschaftete Flächen eine entsprechend größere Wirkung zur Lösung überregionaler Probleme erzielen. Genau dies ist der Studie folgend eine zentrale Herausforderung, die Zertifizierungssysteme angehen müssen. Ziel muss es demnach sein, Land- und Forstwirtschaft großflächig umzustellen und den Rohstoffanbau durch Wissenstransfer koordiniert zu betreiben, sodass positive Effekte für weitläufige Ökosysteme und die darin lebende Tier- und Pflanzenwelt flächendeckend erzielt werden können.

Größtmöglichen Wandel hervorzurufen ist das Ziel der Rainforest Alliance. Rohstoffe werden in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens, Latein- und Südamerikas zumeist in kleinbäuerlichen Betrieben angebaut. Dies erschwert es, größere und zusammenhängende Landflächen für nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zu erschließen. Oft werden jedoch auch Farmer zertifiziert, die sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. Das hilft, die positiven Effekte für Umwelt, Klima und Ökosysteme zu stärken. Diese Farmen erfüllen häufig eine Funktion als „grüne Korridore“, indem sie einzelne Waldflächen miteinander verbinden. Dadurch schaffen sie zusammenhängende Grünflächen und erhalten oder stellen Lebensraum für Wildtiere wieder her. Rund 72 Prozent zertifizierter Farmer beobachten, dass verschwundene Tiere wieder auf ihre Farmfläche zurückkehren, nachdem sie ihre Anbaupraktiken umgestellt haben. Bereits heute sind über 3,2 Millionen Hektar Farmland in über 30 Ländern und 66 Millionen Hektar Wald in über 80 Ländern Rainforest-Alliance-zertifiziert – das entspricht einer Fläche größer als Deutschland und Polen zusammen.

 

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