Forstwirtschaft/Landwirtschaft/Rainforest Alliance/Viehzucht

8. Adventsblog

„Am achten Tag der Adventszeit schenkt mir meine wahre Liebe… acht melkende Mägdelein“

Acht melkende Mägdelein können nur eines bedeuten: Die erste Rainforest-Alliance-zertifizierte Milchfarm in Costa Rica! In unserer Adventsblog-Serie blicken wir heute auf sie.

Das Ausbildungs- und Forschungszentrum für tropische Landwirtschaft CATIE (Tropical Agriculture Research and Higher Education Center) in Costa Rica verfügt nicht nur über Schulungsräume und Labore. Auf einer eigenen 600 Hektar umfassenden Farm produziert die Einrichtung Kaffee, Zuckerrohr und Milch. Außerdem wird ein forstwirtschaftlicher Betrieb geführt.

8. dairy cow

Zur Milchproduktion hält die Farm 135 Rinder, die auf einer gesonderten 73 Hektar großen Milchfarm leben. Diese Rainforest-Alliance-zertifizierte Farm wird gemäß nachhaltiger Standards betrieben. Damit werden der Erhalt natürlicher Ressourcen und die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen gewährleistet. Zudem schützt die Farm die Rechte der Arbeiter fördert das Wohlergehen der umliegenden Gemeinden und sorgt für eine angemessene Tierhaltung.

Etwa 14,5 bis 18 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen sind auf Nutztierhaltung zurückzuführen – wie beispielsweise den Methan-Ausstoß. Für das Klima ist dieser schädlicher als CO2. Rinderhaltung ist insbesondere in tropischen Ländern die Hauptursache für Waldrodung und –zerstörung. Missstände in der Tierhaltung sind ein weiterer negativer Aspekt.

CATIE betreibt die Rinderzucht ausschließlich mit Rinderarten, die an tropische Wetterbedingungen angepasst sind. Als Folge leben die Tiere länger, gesünder und sind viel produktiver. Zudem grasen sie mehr. Diese natürliche und leicht verdauliche Nahrung ist preiswerter als konventionelles Futter.

Die Rinder der CATIE-Milchfarm verbringen die meiste Zeit des Tages auf der Weide, wo sie täglich fast 40 kg frisches Gras fressen. Um die Standards für das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM zu erfüllen, hat CATIE unter anderem mehr Weideflächen angelegt und verwendet Biodünger. Wechselnde Nutzung der Weideflächen vermindert zudem die Abnutzung der Böden.

Die CATIE-Milchfarm hat wichtige Schritte zur Wiederaufforstung der Weideflächen unternommen. Heute befinden sich im Durchschnitt 40 Bäume auf rund 400 Meter Landfläche – darunter Palmen, Obstbäume und anderes Nutzholz.

Diese Bäume übernehmen auf der Farm viele wichtige Funktionen. Sie spenden der Herde Schatten, reduzieren den Hitzestress und erhöhen den Milchertrag. Dabei binden sie auch eine signifikante Menge Kohlenstoff aus der Luft. Das hilft, freigesetzte Emissionen zu mindern. Nicht zuletzt tragen die Bäume essbare Früchte und bieten Lebensraum für viele durchziehenden Vögel und Säugetiere. Damit ist diese Milchfarm ein Teil des biologischen Korridors, der zwei bergige Vulkangebiete – Cordillera Volcánica Central und Cordillera de Talamanca – in Costa Rica miteinander verbindet.

Die Anlage zur Fütterung und zum Melken der Rinder ist an einem neuen Standort untergebracht – einem komplett „grünen“ Gebäude. Dort haben die Tiere mehr Platz und stehen im Schatten, während sie fressen oder gemolken werden. Abwasser wird umweltbewusst entsorgt. Die 1,2 Tonnen Rindermist, die auf der Farm anfallen, werden kompostiert und Bio-Dünger verwertet. Eine Biogasanlage nutzt vorhandene Energie aus dem Rindermist und wandelt diese in Elektrizität um. So kann auch mechanisch gemolken werden. Solarbatterien dienen zur Erwärmung von Wasser, etwa in Behältern, in denen Regenwasser gesammelt wird. Während der Regenzeit füllen sich diese Behälter täglich mit bis zu 7.500 Litern Wasser.

All diese Maßnahmen haben den Verbrauch von Elektrizität auf der Farm um 50 Prozent reduziert und signifikante Mengen an Düngemittel und Wasser eingespart. Die Farm beabsichtigt eine weitere Biogasanlage einzusetzen und hofft, so ihren Elektrizitätsverbrauch um 90 Prozent zu senken.

CATIE verpflichtet sich, die Rechte, das Wohlergehen und die Sicherheit der Arbeiter zu schützen. Die Farm stellt angemessene Unterkünfte und Schutzkleidung zur Verfügung. Die Milchfarm unternimmt auch spezielle Anstrengungen, um der umliegenden Gemeinde ein guter Nachbar zu sein. Die Familien der Arbeiter und Anwohner werden dazu eingeladen, an den Wiederaufforstungs- und Umweltinitiativen teilzunehmen. Außerdem bietet CATIE Praktika für Studenten und Schulungen für regionale Milchproduzenten an.

Mehr zu unserer Arbeit in der Rinderhaltung findet ihr hier.

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