Forstwirtschaft/Klimaschutz

Die Rainforest Alliance aktiv auf dem UN-Klimagipfel in New York

Ein bindendes internationales Klima-Abkommen zu erreichen, ist Ziel der UN-Konferenz in Paris Ende nächsten Jahres. Dennoch sollte auch auf dem Klimagipfel, der Ende September in New York stattfand, Einiges erreicht werden. Die Rainforest Alliance war unter den Teilnehmern. Hier die unserer Ansicht nach wichtigen Schritte auf dem Weg in eine hoffnungsvolle klimafreundliche Zukunft:

1. Die New Yorker Erklärung zum Schutz der Wälder: Waldverluste halbieren. Abholzung stoppen. Restaurieren zerstörter Waldflächen
2. Zusagen der Palmöl-Industrie: Entwaldung stoppen
3. Finanzielle Zusagen zu REDD+ erneuert. Kräftiger Schub nach vorn
4. Weltweite Allianz für Klima-smarte Landwirtschaft. 500 Mio. Farmer im Fokus
5. UN-Klima-Fonds „Green Climate Fund“ gestärkt. Finanzmittel in Höhe von 2,3 Mrd. USD zugesagt
6. Rechte der Allgemeinheit. Territorialrechte stärken Motivation für Waldschutz
7. Zusagen bezüglich Palmöl. Moorgebiete und HCS-Gebiete als Kohlenstoffsenken berücksichtigt
8. Einzelne tropische Länder geloben Abholzung zu stoppen. Norwegen unterstützt Liberia
9. Marktpreis für Kohlenstoff. Innovationstreiber und Emissionsdrossel

Momentum. Jede Bewegung braucht Energie und Enthusiasmus. Mehr als 400.000 Menschen nahmen an dem bislang längsten Marsch der Welt für Klima-freundliches Handeln in New York teil, der zwei Tage vor dem UN-Klimagipfel stattfand. Führende Akteure wie Paul Polman von Unilever und Al Gore, der frühere US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger, zeigten sich zuversichtlich, dass den Herausforderungen des Klimawandels mit neuer Energie begegnet wird und dass trotz begrenzter Ergebnisse in New York neue Aufbruchstimmung herrscht.
Lasst uns spätestens in Paris sehen, wie sich Unternehmen und Regierungen gegenüber ihren Zusagen verhalten.

Mehr Informationen:

1. Die New Yorker Erklärung zum Schutz der Wälder: Waldverluste halbieren. Abholzung stoppen. Restaurieren zerstörter Waldflächen
Diese Forderung gilt inklusive der durch kommerzielle Holzverwendung hervorgerufenen Abholzung und mit Frist bis 2020. Außerdem: Stopp der Abholzung; Wiederherstellung zerstörter Wälder in einem Flächenäquivalent, das der Größe Indiens entspricht, mit Frist bis 2030.
Die Rainforest Alliance ist Mitunterzeichnerin des Abkommens, das von der EU und 30 weiteren Staaten angestoßen und darüber hinaus von weiteren 20 Regionalstaaten, über 40 Unternehmen, 16 indigenen Völkern und 48 Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt wird. In signifikanter Weise werden weltweit agierende Unternehmen und der Landwirtschaftssektor hier in die Pflicht genommen, Wälder vor der Zerstörung zu bewahren. (Mehr dazu siehe auch hier)

2. Zusagen der Palmöl-Industrie: Entwaldung stoppen
Zahlreiche große Lebensmittelhändler und -marken haben signifikante Zusagen gemacht, die Entwaldung zu stoppen. 24 weltweit führende Palmölhersteller sowie Rohstoffhändler haben sich dem Ziel, eine absolute Nicht-Abholzung bis 2020 zu erreichen, verpflichtet. Gemeinsam mit Regierungen, Partnern aus der Privatwirtschaft und indigenen Volksgruppen soll zudem eine nachhaltige Warenbeschaffung sichergestellt werden. Die Rainforest Alliance arbeitet mit vielen dieser Unternehmen bereits zusammen und will das Engagement noch verstärken. Zu ihnen gehören Cargill, Nestlé, Unilever, Mondelez, Kellogg, Danone, McDonald’s, WalMart, Marks & Spencer, General Mills u.a.

3. Finanzielle Zusagen zu REDD+ erneuert. Kräftiger Schub nach vorn
Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich unterstützen substantiell Maßnahmen und damit den Erfolg von REDD+. Norwegen verlängerte seine Zusage von 500 Millionen USD pro Jahr bis zum Jahr 2020 (vornehmlich Maßnahmen im Kongo-Becken, in Indonesien und dem Amazonas-Gebiet). 300 Millionen USD sollen Peru zu Gute kommen. 150 Millionen USD werden Liberia zur Verfügung gestellt, wenn das Land die Entwaldung halbiert. Zusammen ein kräftiger Schub für die REDD-Initiative – dennoch nicht gleichzusetzen mit dem notwendigen Signal für den Markt, das die Privatwirtschaft zu nennenswerten Investitionen in REDD bewegt. Hierfür bedarf es der Festsetzung eines Marktwertes für Kohlenstoff.

4. Weltweite Allianz für Klima-smarte Landwirtschaft. 500 Mio. Farmer im Fokus
Mehr als 100 Akteure, weltweit tätige Organisationen, Regierungen, Unternehmen und Produzenten haben sich zusammengeschlossen um gemeinschaftlich eine produktivere und widerstandsfähigere Landwirtschaft zu unterstützen und für Ernährungssicherheit auch angesichts des Klimawandels Sorge zu tragen. 500 Millionen Farmer weltweit sollen dazu bis 2030 befähigt sein. Das auch von der Rainforest Alliance unterzeichnete Aktionsstatement lesen Sie hier. Übrigens: Der SAN-Standard und das zugehörige Klimamodul sind beispielgebend für eine freiwillige Zertifizierung von klimafreundlicher Landwirtschaft.

5. UN-Klima-Fonds „Green Climate Fund“ gestärkt. Finanzmittel in Höhe von 2,3 Mrd. USD zugesagt
Der Klimagipfel ergab deutlich umfangreichere finanzielle Zusagen als bislang. Vorab des Treffens hatte Deutschland bereits Zuwendungen in Höhe von 960 Millionen USD zugesagt. Frankreich als größter Geldgeber sagte nun 1 Milliarde USD zu. Weitere maßgebliche Geldgeber werden u.a. Südkorea, Schweiz (je 100 Millionen USD), Dänemark (70 Millionen USD), Norwegen (33 Millionen USD). Insgesamt wurden 2,3 Milliarden USD zur Unterstützung des Fonds in den ersten drei Jahren zugesagt, um ein angenommenes Klimaziel 2015 zu erreichen.

6. Rechte der Allgemeinheit. Territorialrechte stärken Motivation für Waldschutz
Wegen seiner immensen Bedeutung war ein wichtiges Gipfelthema, die Rechte der indigenen Völker und lokalen Gemeinden zu sichern. Ihnen sollen Landrechte gewährt, ihre Territorien sollen beachtet und bestehende Landnutzungsrechte sollen respektiert werden. Allein Norwegen sagte hierfür 100 Millionen USD zu. Zu den Anliegen der Rainforest Alliance gehört auch, aufzuzeigen, dass die Gemeinschaften, die das Recht besitzen, ihren Wald selbst zu bewirtschaften und dafür professionelle technische Unterstützung erhalten, bessere Lebensumstände haben und dass sie ihre Wälder nicht übernutzen, sondern sie erhalten.

7. Zusagen bezüglich Palmöl. Moorgebiete und HCS-Gebiete als Kohlenstoffsenken berücksichtigt
Die indonesische Handelskammer (KADIN) und vier namhafte Palmölhersteller – Wilmar, Golden Agri Resources, Asian Agri und Cargill – haben zugesagt, die Umwelt- und die soziale Situation zu verbessern und dabei auch den Aspekt neuer Plantagen in Mooren und in solchen Gebieten berücksichtigt, die als High Carbon Stock (HCS)-Wälder der Kohlenstoffbindung dienen. Die Rainforest Alliance erklärte grundsätzlich ihre Unterstützung, da das Papier Elemente des Nachhaltigkeitsstandards enthält. Sie bietet ihre Unterstützung jedoch eher solchen Unternehmen an, die Nachhaltigkeit umfassend angehen, und setzt sich für weitreichendere, strengere Standards ein.

8. Einzelne tropische Länder geloben Abholzung zu stoppen. Norwegen unterstützt Liberia
Etliche Länder verkündeten wiederholt in New York, dass sie der Abholzung von Wäldern Einhalt gebieten. Sie setzten sogar konkrete Ziele, die sie bei entsprechender Finanzierung erreichen würden. So verkündete Liberia sein Nichtabholzungs-Ziel, für das es Norwegen als Unterstützer gewann.

9. Marktpreis für Kohlenstoff. Innovationstreiber und Emissionsdrossel
Unter der Schirmherrschaft der Non-Profit-Organisation CDP Carbon Disclosure Projekt und unterstützt von der Weltbank verkündeten mehrere Unternehmen und Regierungen, einen Marktpreis für Kohlenstoff und Rechnungsverfahren festzulegen. Für die Rainforest Alliance ist diese Maßnahme der Treiber für notwendige Innovation und Technologie. Außerdem sehen wir ihn als notwendig, um überhaupt eine marktorientierte Herangehensweise zu stimulieren, die die Treibhausgasemissionen innerhalb der Lieferketten reduziert.

 

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