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Auf eine Tasse Kaffee mit: kafrika

Zum Start der neuen und unregelmäßig erscheinenden Reihe „Auf eine Tasse Kaffee mit …“ sprechen wir heute mit Lars Györvari. Er ist Projektleiter und damit einer der wichtigsten Köpfe hinter kafrika, einem besonderen Kaffee-Händler für afrikanische Spitzenkaffees. Eine der vielen Besonderheiten von kafrika ist, dass sie sich sehr gründlich Gedanken darüber machen, wo der Kaffee herkommt und wer ihn für uns in Europa anbaut. Der jüngste Zugang in ihrem Angebot ist der Pamwamba-Kaffee aus Malawi, er trägt das Rainforest Alliance Certified™-Siegel. Malawi ist ein kleines Land ohne eigenen Zugang zum Meer im Südosten Afrikas. Diese Lage sowie die wenigen Bodenschätze machen es zu einem der ärmsten Länder der Welt. Der Kaffee aus Malawi ist bei uns größtenteils unbekannt. Kein Wunder, denn die gesamte Erntemenge ist sehr gering – bei gleichzeitig unvergleichlicher Qualität. Die Ernte erfolgt mit der Hand. So ernten die Pflücker nur die Kaffeekirschen, die auch wirklich reif sind.

Lars Györvari (rechts) mit dem kafrika-Team.

 

Was war das Argument, das kafrika-Sortiment um Rainforest Alliance Certified™-Kaffee zu erweitern?
Kaffeekonsum kann nur wirklich Spaß machen, wenn er nachhaltig ist – für uns als Kaffeetrinker in Deutschland, aber auch für den Kaffeeproduzenten im Anbauland. Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber weit mehr als lediglich faire Löhne und Preise für unseren Rohkaffee zu bezahlen. Genauso wichtig ist ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur. Durch die Zusammenarbeit mit der Rainforest Alliance schaffen wir den wichtigen Spagat aus Sicherung der Artenvielfalt bei gleichzeitiger Sicherung der Einkommen von Menschen im Anbauland. Bauern werden in Sachen Umweltschutz geschult, Land und Gewässer werden aktiv geschützt, sozial und finanziell geht es teilnehmenden Produzenten besser. Der Rainforest-Alliance-Ansatz ist aus unserer Sicht ein sehr umfassendes Programm, das auf unterschiedlichsten Ebenen ansetzt. Wenn dann noch die Qualität des Rohkaffees passt, ist das eine perfekte Kombination.

Wird es bald mehr Kaffees mit dem Grünen-Frosch-Siegel bei kafrika im Angebot geben?
Wir finden die Arbeit der Rainforest Alliance äußerst wichtig und würden sehr gern mehr Kaffees mit dem Grünen-Frosch-Siegel in unser Angebot mit aufnehmen. Entscheidend ist dabei die Qualität: Wenn ein Kaffee das Siegel trägt und gleichzeitig unseren intensiven Cuppings (Verkostungen) standhält bzw. unser Aromaprofil sinnvoll ergänzt, spricht nichts gegen eine Aufnahme in unser Sortiment. Wir sind gespannt, welchen passenden Kaffee mit Siegel wir noch entdecken können.

Was sind aus Ihrer Sicht die ökologischen Vorteile der Rainforest-Alliance-Zertifizierung?
Hochwertiger Kaffee angebaut in nicht so hohen Lagen wächst am besten in sogenannten Mischwäldern. Hier bekommt die Kaffeepflanze den notwendigen Schatten und ist vor allem weniger anfällig für Schädlinge. Im Mischwald werden die Kaffeekirschen per Hand gepflückt und es wird in der Regel ohne chemische Mittel gearbeitet. Der Eingriff in die Natur ist somit minimal und auch Tiere werden durch den Anbau nicht geschädigt. Anders ist das aus unserer Sicht bei den Großplantagen, wo maschinell geerntet wird. Das funktioniert nur, wenn die Kaffeesträucher in Reih und Glied stehen und vorher alles Störende mit Herbiziden entfernt wurde. Bei Rainforest Alliance Certified™ werden die Produzenten intensiv geschult und lernen dabei, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert – die Grundlage für ihr Einkommen und weitere Entwicklung.

Zahlt kafrika eine besondere Prämie an die Farmer, die den Kaffee anbauen?
Unsere Preise liegen weit über dem Marktpreis – sogar zwei bis drei Mal so hoch – und sind in der Regel auch höher als der Fair-Trade-Preis. Eine gesonderte Prämie bezahlt kafrika den Bauern zwar nicht, aber es geht uns immer um die Qualität der Rohware. Qualität ist wichtiger als die Reglementierung auf einen bestimmten Preis, denn qualitativ hochwertiger Kaffee erzielt automatisch höhere Preise und somit ein nachhaltigeres Einkommen für den Produzenten.

Wie findet kafrika seine Kaffee-Farmer?
Aktuell bezieht kafrika seinen Kaffee durch Spezialitäten-Kaffee-Importeure, die sorgfältig ausgewählt wurden. Sowohl die ethische Ausrichtung als auch die zwischenmenschliche Beziehung ist für uns bei jeder Partnerschaft wichtig. So haben wir Partner gewählt, die beispielsweise aktiv in die Förderung hoher Qualität vor Ort im Anbauland investieren. Gleichzeitig ist es unser Bestreben, mehr und mehr direkte Handelsbeziehungen zu den einzelnen Kaffee-Bauern zu etablieren. Da sind wir auf einem guten Weg.

Warum eigentlich der Name „kafrika“?
Das ist im Grunde ganz einfach erklärt: kafrika ist die Kombination aus Kaffee und Afrika. Bei uns gibt es nur afrikanischen Kaffee, weil wir glauben, dass die Aromavielfalt afrikanischer Kaffees seines Gleichen sucht. Viele Kaffees aus Afrika weisen typische fruchtige Geschmacksnoten auf, aber auch herbere und nussige sowie erdige und kraftvolle Kaffees findet man in Afrika. Zudem – und vielleicht noch wichtiger – ist Afrika die Heimat des Kaffees. Wir gehen also zurück zum Ursprung, und das passt wiederum zur Nachhaltigkeit und der Rainforest Alliance.

Wie drückt sich das Thema Nachhaltigkeit bei kafrika noch aus?
Vielen Menschen fällt unsere Verpackung positiv auf, da diese nicht so typisch nach einer Kaffeeverpackung aus Aluminium aussieht: Wir verwenden hochwertige Aromaschutzbeutel, die aus Kraftpapier und einem bio-basierten PE Verbund hergestellt wurden. Zudem stammen die Beutel aus deutscher Herstellung, sind also Made in Germany. Auch beim Versand bereiten wir gerade die Teilnahme an klimaneutralen Logistikprogrammen vor. Man könnte auch sagen, dass wir „slow roasting“ vertreten: sich Zeit für die schönen Dinge zu nehmen, ist für uns allein schon ein Zeichen für Nachhaltigkeit.

Pamwamba_bearbeitet-1

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