Klimawandel

Klimawandel bedroht Kakaoanbau

Schmelzende Gletscher, extreme Wetterphänomene und ein steigender Meeresspiegel – düstere Prognosen über die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind mittlerweile allgegenwärtig. Dennoch bleiben sie für viele Menschen bislang noch oftmals eine abstrakte und vage Vorstellung. Dass die Intensität dieses schleichenden Prozesses jedoch zunimmt, ist sicher – unter anderem auch mit Konsequenzen für die Kakaoproduktion!

Dr. Götz Schroth, Geoökologe und Senior Manager des Kakaoprogramms bei der Rainforest Alliance, beschäftigt sich zusammen mit seinen Kollegen des Internationalen Zentrums für tropische Landwirtschaft (CIAT) seit geraumer Zeit mit den Folgen des Klimawandels für die landwirtschaftliche Produktion und den resultierenden notwendigen Anpassungen im Anbau. Kakaoproduzenten warnen sie vor teilweise gravierenden Veränderungen durch den Klimawandel, die die Produktivität sowie Erträge des Kakaoanbaus massiv beeinträchtigen. Betroffen sind auch die zwei weltweit führenden Kakaoanbauländer Côte d’Ivoire und Ghana.

Ein prognostizierter Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius bis zum Jahr 2050 wird die ökologischen Gegebenheiten in weiten Teilen beider Länder so verändern, dass ganze Regionen nicht länger für den Kakaoanbau geeignet sein werden. Zunehmende Trockenheit wird die Produktivität im Anbau der anspruchsvollen Kulturpflanze erheblich senken. Die Abhängigkeit vieler Bauern und mangelnde Alternativen zur „Cash Crop“ Kakao in den betroffenen Gebieten können zudem ein Nährboden für mögliche neue Konflikte um die verbliebenen lukrativen Anbaugebiete sein. Auch wird es einige Gebiete geben, die für den Kakaoanbau heute noch zu feucht sind und die sich in Zukunft vermutlich besser eignen. Auch dort sind neue Konfliktpotenziale durch Wanderungen von Bevölkerungsgruppen denkbar.

Pauschallösungen, um diesen Herausforderungen in allen betreffenden Gebieten zu begegnen, gibt es nicht. Allerdings könnten bereits mehr Bäume auf den Farmen einen positiven Effekt bewirken. Schattenbäume reduzieren den Hitzestress auf die Kakaopflanzen und können als zusätzliche Einnahmequelle dienen. Unverzichtbar für die Entwicklung langfristiger Lösungsstrategien ist jedoch eine ernsthafte Problemwahrnehmung aller relevanten Marktteilnehmer des Kakaosektors und der gemeinsame Diskurs.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema sind in der Pressemitteilung der Rainforest Alliance vom 2. Mai zu finden.

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