Rainforest Alliance/Tourismus

Wo heilen Tradition hat

Anlässlich des Weltgesundheitstages erzählt der heutige Artikel von den tropischen Wäldern der „Madre de Dios“-Region in Peru. Die traditionelle Medizin wird dort noch praktiziert und ist auch für zahlreiche Touristen immer wieder ein Argument, um diese unglaublich schöne, artenreiche Region zu besuchen. So bedeuten solch naturheilkundlich motivierte Aufenthalte ein zusätzliches Einkommen für die indigenen Gemeinschaften.

Das Dorf Infierno ist die Heimat des Ese’eja Stamms. Er lebt noch traditionell und legt besonders Wert auf den Schutz der 9.300 Hektar Land, den die Ese’eja hüten. Eine der wichtigsten Einnahmequellen für die rund 200 Familien ist ein gemeinschaftlich betriebenes Ökotourismus-Unternehmen. Obwohl das Geschäft lukrativ und wirtschaftlich tragfähig ist, kämpft die Gemeinschaft weiterhin mit einer Reihe von Umweltproblemen, einschließlich der verantwortungsvollen Entsorgung des Touristen-Mülls.

Unlängst haben sie eine intelligente Lösung entwickelt: Durch den Einsatz grüner Technologie verwandeln sie die Abfälle nun in Dünger und nähren damit die Heilpflanzen, die die Gemeinde zu einem begehrten Reiseziel für Touristen aus der ganzen Welt gemacht haben. „Die größte Herausforderung für uns ist die Schaffung von gemeinschaftlichen Tourismus- und Landwirtschafts-Projekten, die zusätzliche Einnahmen liefern”, sagt Federico Duran Torres, Mitglied der Gemeinde und Kopf hinter einigen der Ökotourismus-Initiativen.

 

Der Medizinmann Honorato Mishaja Shajao

Der Medizinmann Honorato Mishaja Shajao

 

Eine der Hauptattraktionen für Gäste aus aller Welt ist das Centro Medicinal Ñape, in dem Besucher die traditionellen Medizin der Ese’eja erleben können. Hier ernten Honorato Mishaja Shajao, der lokale Medizinmann, und seine Helfer Kräuter aus dem botanischen Garten des Zentrums. Der Garten liefert bereits seit 1886 die Rohstoffe für medizinische Behandlungen.

Die Ökotourismus-Komponente des Zentrums, das kleine Hotel Posada Amazonas, ist Rainforest-Alliance-verifiziert. Es ist seit 2001 in Betrieb und versorgt die Gemeinde mit einer so dringend benötigten zusätzlichen Einnahmequelle. Doch mit der Bekanntheit von Infierno wuchsen auch die negativen Auswirkungen auf die Natur. „Die Natur liegt mir sehr am Herzen”, sagt Honorato. „Wir müssen sie besser schützen, sodass sie auch uns schützt.” Um die Ressourcen von Infierno nachhaltig zu erhalten, werden Biogasanlagen und verbesserte Sanitärsysteme geschaffen und der daraus entstandene Dünger im Heilpflanzengarten eingesetzt.

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