Rainforest Alliance

Wichtige Botschafter gegen den Klimawandel: Kinder

Heute erscheint der sechste und vorerst letzte Beitrag aus der Ghana-Blog-Serie. Vor einem halben Jahr hat sich Marcus Schäfer aus Schweden, Mitglied des Kommunikationsteams der Rainforest Alliance, in die Juabeso/Bia Region in Ghana aufgemacht. Dort arbeitet die Umweltschutzorganisation mit 36 Dörfern zusammen, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu etablieren. Dieser Beitrag handelt von der Umwelterziehung, die die Lehrer und Kinder von der Rainforest Alliance erfahren.

Zum 1. Beitrag: Die Arbeit mit Kakaobauern in Ghana
Zum 2. Beitrag: Die weltweite Nachfrage nach nachhaltigem Kakao treibt die lokale Entwicklung an
Zum 3. Beitrag: Die Bedeutung des Schattens
Zum 4. Beitrag: Forstwirtschaft bietet Kakaobauern eine bessere Zukunft
Zum 5. Beitrag: Grasnager – Schädling, Delikatesse und neue Einnahmequelle

Der letzte Trip meiner Reise führte uns zu einer Grundschule im Dorf Asempaneye. Gelebte Nachhaltigkeit fängt bei den Kindern an. Daher bestand ein großer Teil des Projekts darin, den Kindern der Region die Relevanz von Umweltthemen und die Gefahren des Klimawandels näher zu bringen. Insgesamt hat die Rainforest Alliance 30 Lehrer in 24 Schulen zu diesen Themen ausgebildet. Zurück in ihren Schulen, können die Lehrer ihr neues Wissen an ihre Kollegen und die Schulklassen weitergeben. Ein Erfolg dieser Trainings ist schon heute sichtbar: An den teilnehmenden Schulen wurden Umwelt-Clubs ins Leben gerufen.

Natürlich nehmen wir die Chance wahr und besuchen eine dieser Klassen. Zur Begrüßung singen uns die Kinder ihre „Hymne der Bäume“ – ein Lied, dass die Schüler zusammen geschrieben haben. Danach führen sie ein zehnminütiges Theaterstück über die Geschichte des Kakaoanbaus in Ghana auf. Angefangen wie der Kakao nach Ghana kam, über die große Expansion und die Rodung, bis hin zum Anbau in Monokulturen mit veralteten Anbauverfahren und dem übermäßigen Einsatz von Chemikalien. Der vorletzte Akt des Stücks erzählt davon, wie der Klimawandel die Ernteerträge schrumpfen lässt und die Lebensdauer des Kakaobaums verringert. Das Finale des Stücks zeigt, was die Bauern heute tun, damit sie und ihre Farmen die Folgen des Klimawandels besser verkraften.

„Wir greifen auf das Theater als pädagogische Maßnahme zurück“, sagt Banako Vincent, Lehrer an der Asempaneye Schule. „Den Schülern macht es Spaß und sie lernen viel dabei.“

Die Schüler werden aber nicht nur über den Klimawandel aufgeklärt, sie werden selbst zu Botschaftern der Umwelterziehung. Zu Hause können sie ihren Eltern, die fast alle Kakaobauern sind, erklären, was die veränderten klimatischen Umstände für sie bedeuten und wie sie damit umgehen sollten.

„Wir besuchen die Dörfer, aus denen die Kinder stammen und führen dort das gleiche Stück auf, das ihr heute gesehen habt. Die Kinder haben einen sehr starken Einfluss auf ihre Eltern“, so Vincent. „Die Eltern haben großen Respekt vor dem gelernten Schulwissen. Wenn die Kinder mit der gleichen Botschaft, die den Eltern bereits in Farmer Field Schools vermittelt wurde, nach Hause kommen  verstärkt das die Nachricht zusätzlich.“

Das Wissen der Kinder bleibt aber nicht nur theoretisch. Die Kinder pflanzen Bäume in ihrem Dorf und an ihrer Schule. Viele der Schulen betreiben Baumschulen und alle Schulen der Region  engagieren sich durch eigene Aufforstungsprojekte.

Das war der letzte Artikel über meine Reise nach Juabeso/Bia und ich nehme viele Erinnerungen mit nach Hause. Von allen Themen ließen die Wichtigkeit der Bildung, die Folgen des Klimawandels und die Sorgen über eine zukünftige Lebensgrundlage die tiefsten Eindrücke. Im kühlen und reichen Norden wird über den Klimawandel auf einer sehr abstrakten Ebene diskutiert. Ganz so, als ob wir hofften, dass der Klimawandel an uns vorbei ginge und wir unseren Lebensstil nicht anpassen müssten. Dabei erfahren die Kakaofarmer in Juabeso/Bia die negativen Folgen de Klimaerwärmung schon heute:  Sie fahren geringere Ernten ein, was ihre Lebensgrundlage gefährdet.

Ich verlasse Ghana in tiefer Demut vor der Arbeit der Menschen in Juabeso/Bia, die dafür sorgen, dass die Kleinbauern eine sichere Lebensgrundlage behalten. Und ich bin zufrieden, da ich sehen konnte, dass unsere gemeinsamen Projekte in der Forstwirtschaft, der Agroforstwirtschaft und in dem Training der Farmer eine große transformative Rolle spielen können, wenn neues Wissen mit starker lokaler Verwurzelung, klaren Zielen, den nötigen Ressourcen und Entschlusskraft verbunden werden.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s