Forstwirtschaft/Landwirtschaft/Rainforest Alliance/SAN

REDD+ bietet Kakaobauern eine weitere Einnahmequelle und eine bessere Zukunft

Dies ist der vierte Blog (1. Teil, 2. Teil, 3. Teil) aus unserer Serie über die Arbeit der Rainforest Alliance in Ghana. Marcus Schäfer, Teil des Kommunikationsteams der Rainforest Alliance, brach im Sommer 2013 von seinem Haus kurz vor Stockholm auf, um in die Juabeso/Bia-Region in Ghana, Westafrika, zu reisen. Dort arbeitet die Umweltschutzorganisation seit drei Jahren mit insgesamt 36 Gemeinden zusammen und etabliert dort eine nachhaltige Landwirtschaft und hilft, kleine Unternehmen zu gründen. In diesem Artikel erzählt Kwadwo Oduro aus der Gemeinde Asanteman über den Zustand der kleinen Forstbetriebe. Der Rainforest Alliance geht bei diesem Projekt nicht um das Ziel, alle Farmen einer Zertifizierung zuzuführen. Vielmehr liegt das Hauptaugenmerk auf Aus- und Weiterbildung zugunsten einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die zum Erhalt der Artenvielfalf beitragen soll.

„In Juabeso/Bia ist fast jeder Teil des Lebens mit Kakao verbunden. Erstaunliche 80 Prozent des Landes in der Region wird für den Kakaoanbau verwendet und das Land, welches nicht für den Kakaoanbau geeignet ist, liegt häufig brach. Zusammen mit der Rainforest Alliance haben 36 Dörfer insgesamt 58.438 Bäume auf dieser, vorher brachliegenden Fläche, gepflanzt. Kwadwo Oduro lebt in dem Dorf Asanteman. Er ist einer der 227 Landwirte, die schon an dem Projekt teilgenommen haben.

„Ich habe 800 Bäume, größtenteils Mahagoni und Zedrele, auf meinem Land gepflanzt. Wenn Gott will, werde ich ihr Holz in elf oder zwölf Jahren verkaufen können“, sagt Kwadwo Oduro. „Das Geld ist eine willkommene Ergänzung zu den Erträgen aus dem Kakao-Anbau. Die Pflanzungen mit Bäumen bietet mir eine zusätzliche Sicherheit, sollte es mal Probleme mit dem Kakao meiner Farm geben.“

Die Forstgesetze in Ghana sind relativ schwach und ermutigen nicht dazu, kleine Forstbetriebe zu eröffnen. Alle Bäume, die nicht ausführlich dokumentiert sind, gehören dem Staat, unabhängig von dem Land auf dem sie stehen. Teil des Rainforest Alliance Projekts war es, den Landwirten bei der umfangreichen Dokumentation zu helfen, die nötig ist, um das Eigentum an den Bäumen zu belegen.

„Die Landwirte sind verpflichtet, eine stets aktuelle, detaillierte Karte ihres Landes und der dort gepflanzten Bäume bereitzuhalten“, sagt Denis Oppong vom Agro Eco-Louis Bolk Institute, einem der afrikanischen Partner, die der Rainforest Alliance helfen, die Projekte vor Ort erfolgreich umzusetzen. „Die Kosten für Setzlinge sind noch mal eine Andere Herausforderung. Wir bauen gerade Kapazitäten auf, sodass die meisten Setzlinge aus Baumschulen kommen, die die Farmer mit unserer Hilfe selbst errichtet haben.“ Auch das verringert Abhängigkeiten.

In dem Projekt berechnet die Rainforest Alliance unter anderem, wie viel Kohlenstoff gespeichert werden kann, je nachdem ob das Land brach liegt oder für den Kakaoanbau bzw. die Forstwirtschaft genutzt wird. Das Modell enthält auch genaue Angaben, welche Maßnahme sich wie auf die Kohlenstoffspeicherkapazität auswirken.  „Wir werden dieses Wissen mit den ghanaischen Behörden teilen, sodass es in Zukunft bei REDD und REDD +-Projekten eingesetzt werden kann“, so Oppong weiter.

Ghana hat die weltweit höchste Rate der Entwaldung. Jedes Jahr verschwinden rund zwei Prozent der verbliebenen Wälder. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen noch 8,2 Millionen Hektar Wald in Ghana. Außerhalb von Nationalparks und Waldreservaten sind davon nur noch 40.000 Hektar übrig geblieben.

„Deshalb ist es so wichtig, die wenigen, verbliebenen Wald-Enklaven zu schützen. Der erste Schritt muss sein, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Bäume schaffen“, zieht Denis Oppong Resümee. „Wiederaufforstungs-Projekte wie dieses sind ein effektiver Weg dafür.“

3 thoughts on “REDD+ bietet Kakaobauern eine weitere Einnahmequelle und eine bessere Zukunft

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