Biodiversität/Klimaschutz/Landwirtschaft/Rainforest Alliance/SAN

Die Bedeutung des Schattens

In dem dritten Blog unserer Serie über die Arbeit der Rainforest Alliance in der Juabeso/Bia-Region in Ghana erzählt Marcus Schaefer vom Kommunikationsteam über seinen Besuch in der Gemeinde Casheikrom und berichtet über die dort praktizierte Agroforstwirtschaft.
Den ersten Artikel über die Arbeit mit Kakaobauern in Ghana gibt es hier zu lesen. Zum zweiten Artikel, über die weltweite Nachfrage nach Kakao und ihre Auswirkungen, geht es hier lang.

„Jeder, der einige Zeit ungeschützt unter der brennenden, tropischen Sonne verbracht hat, schätzt den Schatten. Als wir nach einer Wanderung unter der sengenden Sonne schließlich die Kakaofarm erreichten, war es ein wahrer Segen: kühlender Schatten gleich unter den Kakaobäumen.

Kakao wächst von Natur aus unter dem Kronendach von höheren Bäume. In großen Teilen von Ghana und der Elfenbeinküste wird aber der niedrig-wachsende  Kakaobaum ohne den Schutz von Schattenbäumen dicht an dicht in Monokulturen gepflanzt. „Kakaobäume, die ohne Schatten unter direkter Sonneneinstrahlung wachsen, sind durch Hitzestress gefährdet. Die hohen Temperaturen und die intensive Sonne beeinträchtigen die Gesundheit der Pflanze und führen letztlich zu geringeren Erträgen und einer schlechteren Qualität“, sagt Dr. Martin Noponen, Experte im Klimaprogramm der Rainforest Alliance. „Die Bauern kennen das Problem bereits und berichten uns auch darüber, aber die Situation dürfte noch schlimmer werden. Das internationale Zentrum für tropische Landwirtschaft (CIAT – International Center for Tropical Agriculture) sagt zum Beispiel voraus, dass diese Art des Kakaoanbaus die heutigen Kakaoregionen in Ghana und in der Elfenbeinküste innerhalb der nächsten 20 Jahre für den Kakaoanbau unbrauchbar machen wird.“

„Die Umsetzung von agroforstwirtschaftlichen Methoden, bei denen groß wachsende einheimische Bäume Schatten spenden und so die Temperatur im Busch und auf dem Feld senken helfen, sind sehr wichtig für die Anpassung an den Klimawandel. Agroforstwirtschaft ist demnach auch ein Hauptanliegen der Arbeit der Rainforest Alliance im Kakaobereich. Denn neben der Temperatursenkung leisten die Schattenbäume noch mehr:  Sie helfen, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenqualität zu verbessern und binden mehr Wasser, Kohlenstoff und Stickstoff im Boden. Das wiederum reduziert den Bedarf an Düngemitteln und erhöht die Speicherung von Kohlenstoff „, sagt Martin Noponen.

„Baumsetzlinge, um tausende Hektar Land zu bedecken, sind teuer. Darum hat die Rainforest Alliance in der Region Juabeso/Bia den Landwirten Pflanzgut zur Verfügung gestellt und den Gemeinden geholfen, in Baumschulen eigene Setzlinge zu ziehen. Bisher wurden 19.151 Schatten-spendende Bäume gepflanzt. „Die Bauern pflanzen 18 bis 30 Schattenbäume pro Hektar“, sagt Victor Mombu, Umweltexperte bei der Rainforest Alliance in Ghana. „Der SAN-Standard schreibt vor, mindestens 12 verschiedene Arten pro Hektar zu verwenden, um biologische Vielfalt zu gewährleisten.“ Aber es ist keine leichte Aufgabe, etwas im dichten Schatten unter dem Kakaobaum zum Wachsen zu bringen. In den Betrieben, die wir besucht haben, sahen wir auf jedem Stückchen Boden, das von der Sonne erreicht wurde, neue kleine Bäume wachsen.

Je nach Baumart können die Schattenspender bei guten Bedingungen bis zu drei Meter pro Jahr wachsen. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, kann es jedoch viele Jahre dauern, bis sie über die Kakaobäume ragen. Darum: “Wir schulen die Landwirte in der Pflege ihrer Schattenbäume. Das ist sehr wichtig, damit sie möglichst schnell von den Vorteilen des Schattens profitieren”, so Andrew Morrison von der Rainforest Alliance in Ghana. „Wir zeigen den Bauern zum Beispiel, wie sie den Kakaobaum so beschneiden können, dass die kleinen Setzlinge Licht bekommen. Um mit unserer Arbeit erfolgreich zu sein, müssen wir auf solche “kleine” Dinge achten und sicherstellen, dass die neuen Erkenntnisse und Methoden von den Bauern umgesetzt werden”.

3 thoughts on “Die Bedeutung des Schattens

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