Landwirtschaft/Rainforest Alliance/SAN

Erfolgreiche Kleinerzeuger in Kenia: Momul Tea Factory mit 13.200 zertifizierten Teefarmern

Mehr als 12.500 kleinbäuerliche Teefarmer in Kenia erhielten im Jahr 2009 als erste Gruppe überhaupt eine Rainforest Alliance Certified™-Zertifizierung. Heute – vier Jahre später – ist die Gruppe der Kleinerzeuger nach wie vor erfolgreich und hat deutlich mehr Mitglieder: Mittlerweile sind über 13.200 Teefarmer als Teil der Gemeinschaft nach dem SAN-Standard des Netzwerks für Nachhaltige Landwirtschaft (Sustainable Agriculture Network) zertifiziert. Die Gruppenzertifizierung wurde der Momul Tea Factory Co. Ltd., Kericho West District, zuerkannt. Sie gehört zur Kenya Tea Development Agency (KTDA) und wird von den Kleinbauern über ein Netzwerk von Sammelstellen mit Grüntee beliefert. Die durchschnittliche Flächengröße, die diese Kleinbauern bewirtschaften, beträgt weniger als 0,2 Hektar. Laut Oliver Bach vom Sustainabla Agriculture Network sind entgegen landläufiger Meinung 99 Prozent der Rainforest Alliance Certified™-zertifizierten Farmen Kleinerzeuger. Die durchschnittliche Farmgröße — aus allen zertifizierten Farmen weltweit errechnet — beträgt derzeit gerade mal 3 Hektar.

Die 13.200 Mitglieder der Gruppe haben die Anforderungen des SAN-Standards erfüllt. Jede noch so kleine Farm muss dafür den Erhalt des Ökosystems sicherstellen, wozu Schutz des Baumbestandes, der Wildtiere und -pflanzen, der Gewässer und des Bodens gehören. Maßnahmen zur Wasserreinhaltung, Bodenerhaltung, die Verringerung des Pestizideinsatzes und Wiederaufforstung mit einheimischen Baumarten sind ebenfalls mit  eingeschlossen. Auch müssen sie soziale Belange berücksichtigen, etwa Wahrung der Rechte und Sicherheit der Arbeiter, angemessene Wohnbedingungen, angemessene Löhne und rechtskonforme Verträge. Durch eine Kombination aus Praxisschulungen, sogenannten „Farmer Field Schools“, und einer intensiven Ausbildung wurden die Bauern auf die Zertifizierung vorbereitet.

Die Momul Tea Factory verarbeitet den von den Kleinbauern gelieferten Tee zu exportfähigem Schwarztee. In der Kenya Tea Development Agency (KTDA) sind rund 530.000 Kleinbauern zusammengefasst, von denen jeder etwa 0,2 Hektar Land bewirtschaftet. Kenia produziert annähernd 320.000 Tonnen Tee und ist damit der größte Exporteur der Welt. Etwa 60 Prozent der kenianischen Teeproduktion entfallen auf die KTDA.

Bestnoten der kritischen TCC für Rainforest Alliance Certified™

Bereit zum Pflücken.

Bereit zum Pflücken.

 

Dass die Arbeit der Rainforest Alliance und ihrer Partner im Netzwerk für Nachhaltige Landwirtschaft kritischer Überprüfung standhält, belegen die Bestnoten, die die Tropical Commodity Coalition (TCC) dem SAN-Standard im Jahr 2010 verlieh:

Bei einem Vergleich von fünf Siegeln für nachhaltigen Teeanbau erreichte die Rainforest Alliance als einzige die höchste Wertung sowohl für arbeitsrechtliche Standards in Übereinstimmung mit den ILO-Kernkriterien und -empfehlungen als auch für ihre Umweltschutzanforderungen. Die TCC war ein Zusammen­schluss von zehn Nicht-Regierungsorganisationen, darunter Oxfam, Solidaridad und Fairfood, und zwei Gewerkschaften, mit Sitz in den Niederlanden.

Für das TCC Tea Barometer 2010, das einen Überblick über die Entwicklungen auf dem Markt mit Fokus auf die nachhaltige Erzeugung von Tee präsentierte, wurden die Nachhaltigkeitssiegel anhand von TCC-Richtlinien in insgesamt acht Kategorien bewertet: Rainforest Alliance Certified™ konnte fünf Mal die bestmögliche Beurteilung erreichen. Zwei der wichtigsten TCC-Richtlinien waren zweifellos die Einhaltung der fundamentalen ILO-Kernkriterien und -empfehlungen und der nationalen Gesetzgebung, um etwa Zwangs- oder Kinderarbeit und Diskriminierung zu verhindern, und die Durchsetzung von Umweltschutz­maßnahmen, mit deren Hilfe der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Abholzung und Bodenerosion in den Teeanbaugebieten eingedämmt werden sollen. Die größtmögliche Übereinstimmung bei diesen beiden TCC-Richtlinien fand sich bei Rainforest Alliance Certified™. Außerdem konnte sich die NGO bei der Implementierung und kontinuierlichen Verbesserung ihrer Programme, ihrer Kontrollmechanismen durch unabhängige Drittparteien, ihrer fairen Handelspraktiken und Markttransparenz – auch und vor allem für die Lieferanten – und ihrer Verbraucherinformation profilieren.

Joke Aerts besucht eine Tee Farm der KTDA.

Joke Aerts besucht eine Teefarm der KTDA.

2 thoughts on “Erfolgreiche Kleinerzeuger in Kenia: Momul Tea Factory mit 13.200 zertifizierten Teefarmern

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