Landwirtschaft/Rainforest Alliance

Die Stiftung für wildlebende Schimpansen

Das Kakao-Projekt im Taï Nationalpark in der Cote d’Ivoire, von dem James Lomax in seinen Interviews (Teil1, Teil2) berichtet, könnte ohne die Hilfe der Partner nicht so erfolgreich sein.
Heute berichten wir über die Arbeit der Stiftung für wildlebende Schimpansen – auf Englisch Wild Chimpanzee Foundation, abgekürzt WCF. Diese Organisation spielt eine besondere Rolle in dem ehrgeizigen Projekt zur Erhaltung der hochwertigen Ökosysteme des Taï Nationalparkes. Und das unter der gleichzeitigen Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft außerhalb der Parkgrenzen, die den Bäuerinnen und Bauern sowie der Umwelt eine hoffnungsvolle Zukunft sichert.

Die international arbeitende WCF wurde von Professor Christophe Boesch im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Ihre Mission ist es, den Schutz von wildlebenden Schimpansen und ihrer natürlichen Umgebung im tropischen Afrika zu gewährleisten. Die WCF ist in der Côte d’Ivoire, Liberia und Guinea aktiv. Eine der wichtigsten Aktivitäten ist der Schutz des Tai-Sapo-Waldes entlang der Grenze zwischen Côte d’Ivoire und Liberia. Der Tai-Sapo-Wald ist der größte intakte tropische Wald in Westafrika. Dieses Ökosystem wurde als eines von 25 Gebieten weltweit identifiziert, die eine herausragende Bedeutung für die biologische Vielfalt haben und wird als eine der wichtigsten Regionen für den Erhalt der westafrikanischen Schimpansen angesehen. Die Waldfläche beinhaltet den berühmten Taï Nationalpark, in dem die WCF ihre wichtigsten Schutzprogramme entwickelte. Denn die Erhaltung des gesamten Nationalparks ist wesentlich für den Schutz von bedrohten Arten wie die der Schimpansen, der roten Stummelaffen, des Zwergflusspferds, des Jentink-Duckers, des Zebraduckers und der Liberia-Manguste.

Die WCF arbeitet an vielen „Baustellen“ im Schutzgebiet und entlang seiner Grenzen – seit 2004 in der Côte d’Ivoire und seit 2006 auch auf der Seite Liberias. Sie konzentrieren sich auf den Schutz der Fauna einschließlich Biomonitoring und der Durchsetzung von Strafverfolgungsmaßnahmen. Wichtig ist dabei die Umwelterziehung, um den Einwohnern Wissen über die Schimpansen und ihren Lebensraum zu vermitteln und dadurch Konflikte zwischen Menschen und Menschenaffen sowie Wilderei zu verringern. Auch Forschung gehört zum Programm, damit die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen untersucht und die Programme selbst verbessert werden können. Die WCF unterstützt zudem nachhaltige Forst- und Landwirtschaft, sowie die Entwicklung alternativer Nahrungs- und Einkommensquellen, wie die Fisch- und Hühnerzucht, um den Konsum von Wildfleisch bzw. Bushmeat zu minimieren. Die WCF fördert die Kakao-Zertifizierung und entwickelt Ökotourismus-Projekte, um das Leben der lokalen Gemeinden zu verbessern.

Ein Schimpanse mit Baby

Ein Schimpanse mit Baby

Die Unterstützung des Kakao-Zertifizierungs-Programms erfolgt in Zusammenarbeit mit der Rainforest Alliance, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ),
dem ivorischen Amt für Parks und Reservate und mit Barry Callebaut, dem weltweit größten Schokoladenproduzent mit Sitz in der Schweiz. Die Zertifizierung ist ein wichtiger Bestandteil, um die Kakaobäume in der ländlichen Gegend zwischen dem Taï-Nationalpark in der Côte d’Ivoire und dem Grebo National Forest in Liberia nachhaltig zu bewirtschaften. Durch Schattenbäume und Mischbepflanzung schaffen die Bauern wieder Verbindungen zwischen diesen beiden wichtigen Teilen des Tai-Sapo-Tropenwaldes. Die WCF unterstützt die Ausbildung der Genossenschaften finanziell und fördert die Agroforstwirtschaft samt Wiederaufforstung entlang von Straßen, Flüssen und entlang des Nationalparks. Die Rainforest Alliance beteiligt sich aktiv und klärt die Landwirte darüber auf, dass es für sie sehr wichtig ist, ihre Umwelt und auch den Taï Nationalpark als Ganzes zu schützen.

Die Maßnahmen haben bereits positive Auswirkungen auf den Erhalt der biologischen Vielfalt. Eine breite Palette von Gemeindeaktivitäten, wie Theateraufführungen in Zusammenarbeit mit professionellen afrikanischen Schauspielern und den Schulen erreichen selbst entlegenste Gemeinden. Die Theaterstücke mit Titeln wie „Unsere Cousins im Wald” oder „Wenn der Wald stirbt” feiern große Erfolge und bewirken echte Verhaltensänderungen. Die Menschen, die solche Theaterstücke gesehen haben, konsumieren zum Beispiel weit weniger sogenanntes „Bushmeat”, also gewildertes Fleisch, als andere. Und die bessere Durchsetzung von Strafverfolgungsmaßnahmen hat erreicht, dass illegale Aktivitäten wesentlich abgenommen und die Bestände von Affen und Ducker sich nahezu verdoppelt haben.

Eine Szene aus dem edukativen Theaterstück.

Eine Szene aus dem edukativen Theaterstück.

Vielleicht wird ein nachhaltiger Ökotourismus dabei helfen, eine langfristige Finanzierung aller Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Und so können auch Sie dabei helfen: Besuchen Sie den wunderschönen Taï-Nationalpark und helfen Sie dabei ihn zu schützen!

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