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Was ist eigentlich REDD+?

Immer mal wieder taucht in den Pressemitteilungen der Rainforest Alliance „REDD+“ auf.  Um zu erklären, was sich hinter der Abkürzung verbirgt, ist eine Pressemitteilung nicht der richtige Ort. Da sich die Rainforest Alliance aber immer mehr bei REDD+ engagiert, nehmen wir das als Anlass, das Programm kurz vorzustellen.

REDD steht abgekürzt für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, übersetzt bedeutet das etwa „Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung“. Denn was bei uns fast allgegenwärtig vor der eigenen Haustür wächst, ist in anderen Ländern ein brisantes Politikum: der Wald. In den Staaten der nördlichen Hemisphäre ist der wirtschaftlich genutzte Wald für die allermeisten Menschen vor allem eines: ein beliebtes Naherholungsziel. In den Tropen hingegen ist der Wald für die dort lebenden Menschen oft Existenzgrundlage. REDD+ hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Verständnis für die Wichtigkeit des Waldes vor Ort zu erzeugen und gleichzeitig einen Anreiz zu schaffen, den Wald aktiv zu schützen.

„Jeder stehende Baum muss mehr Wert sein als der geschlagene.“

Der „reiche Norden“ sieht im Wald eine ideale Möglichkeit, Kohlenstoff zu speichern, die Klimaerwärmung zu drosseln und Biodiversität zu

Der tropische Regenwald (© Noah Jackson)

erhalten,  der „arme Süden“ braucht den Wald als Existenzgrundlage. Die Bäume des Waldes liefern Brennholz oder werden illegal verkauft, der Erlös hilft dabei, das karge Einkommen aufzubessern. Häufig wird der Wald  mit dem Ziel gerodet, Ackerfläche für den eigenen Anbau von Nahrungsmitteln zu erhalten. Der REDD Ansatz greift hier ein, um die Menschen direkt für den Schutz des Waldes zu gewinnen. Durch finanzielle Belohnungen wird der Waldschutz zum Beruf, der gespeicherte Kohlenstoff ein bepreistes Gut und jeder Baum eine lebendige Wertanlage.

REDD+ ist dabei die Weiterentwicklung von REDD. Der Grundgedanke beider Programme ist zwar im Kern der selbe, der Unterschied, beziehungsweise das „Plus“ ist ein Entgegenkommen an die Kritiker. Zu Beginn des Projekts wurde REDD dafür kritisiert, den indigenen Bevölkerungen und ihren Traditionen zu wenig Platz und Selbstbestimmung einzuräumen.  Der Schutz des Waldes schien für den Norden wichtiger als die autonome Selbstbestimmung in den Tropen. Das „Plus“ garantiert die Mitbestimmung der ursprünglichen Bevölkerung und der vom Wald abhängigen Gemeinden.

Die UN schätzt, dass im Zuge des REDD+-Prozess bis zu 30 Mrd. US-Dollar jährlich zusätzlich zu anderen Geldern in die tropischen, noch zu entwickelnden Regionen fließen können. Den Wald und jeden Baum darin zu schützen, wird mit solchen Prognosen ein nicht zu verachtender wirtschaftlicher Faktor, der am Ende lukrativer sein muss, als das kurzfristig gedachte Abholzen.

Die Rainforest Alliance startete in vier Ländern Zentral- und Südamerikas (Ecuador, Kolumbien, Peru und Mexiko) landesweite Projekte, um die Staaten institutionell zu stärken, so dass sie Teil des REDD+ Prozess werden können. Mit ihren Bemühungen ist die Rainforest Alliance nicht allein. International sind sowohl die UNEP als auch die UNDP stark mit ihrem gemeinsamen UN-REDD Programm engagiert. In Deutschland unterstützt vor allem der WWF  REDD+.

7 thoughts on “Was ist eigentlich REDD+?

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