Rainforest Alliance

Kinder auf Farmen: Ein Foto-Essay

Als kleinen Denkanstoß vor Weihnachten hat Rainforest Alliance Trainer und Auditor Noah Jackson einen Foto-Essay über die Situation der Kinder, die er im Laufe des Jahres traf, zusammengestellt.

Jedes Jahr um Weihnachten bekomme ich E-Mails zu Thema Kakao und Kinderarbeit – manche kommen von Freunden aus fernen Orten wie Uganda oder den Philippinen. Weil es in den meisten Familienbetrieben, mit denen die Rainforest Alliance zusammenarbeitet, Kinder gibt, sind Fragen rund um Nahrung und Kinderarbeit besonders wichtig. Eine der Herausforderungen dabei ist, wie man Kinderarbeit überhaupt definiert. Als jemand, der selbst auf einer Farm aufgewachsen ist und schon früh viel mitgeholfen hat, kenne ich die Schwierigkeit, zwischen missbräuchlicher Kinderarbeit und gewöhnlicher Mithilfe im Familienbetrieb zu unterscheiden. Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, können ohne Betreuung nicht allein zu Hause bleiben. Natürlich nehmen ihre Eltern sie mit aufs Feld. Außerdem lernen die Kinder so, wie man Nahrung anbaut.

Auf Rainforest Alliance CertifiedTM-Farmen dürfen Kinder nicht arbeiten, wenn sie jünger als 15 Jahre alt sind – nicht mal Teilzeit. Natürlich haben diese Kinder einen garantierten Anspruch auf Schulbesuch – dort verbringen sie dann ihren Tag.

Zu den Feiertagen sind Produkte, die aus Kakao, Öl oder Nüssen von Rainforest Alliance CertifiedTM-Farmen hergestellt werden, besonders gefragt. Aus diesem Anlass habe ich einige Bilder von Begegnungen mit Kindern aus meinem Archiv des vergangenen Jahres ausgewählt

Nicht alle der Bilder sind von Rainforest Alliance CertifiedTM-Farmen.

Ein Junge folgt seinem Bruder, um einen Nachmittag lang Kaffee zu pflücken. ©Kevin O’Brady

Ich sah diese Kinder, als ich um eine Plantage wanderte. Während der Kaffeeernte-Saison werden Kinder als normale Pflücker angeheuert. Wenn es eine Rainforest Alliance CertifiedTM-Farm wäre, dürften die Kinder nicht eingestellt werden und müssten stattdessen zur Schule gehen.

Zwei Mädchen verbringen Zeit an einem Fluss neben ihrem Dorf in Madagaskar. Sie erzählten mir, sie würden gelegentlich auf dem bewaldeten Gartengrundstück ihrer Familie spielen, um Zeit mit ihren Eltern zu verbringen.

Diese Gruppe Mädchen traf ich in einem Gemeindewald entlang einer kleinen Reis-Farm. Auf die Frage nach ihrem Messer, erklärten Sie, dass sie reife Mangos suchten.

Ein Junge trägt sein Schulzeug über einen Fluss in Madagaskar. In den Gegenden, in denen wir arbeiten, sind lange Schulwege nicht ungewöhnlich. Manche großen Farmen bieten einen Transport zur Schule an oder sie bauen eine eigene Schule.

Das Mädchen aus einem kleinen Dorf in Ghana geht von Haus zu Haus und verkauft Paprika.

Kinder gehören zu den besten Erntehelfern. Dieses Mädchen nimmt frisch geerntete Brotfrüchte mit nach Hause, wo sie eine Hauptzutat des Mittagsessen sind.

In der Elfenbeinküste habe ich eine Farmparzelle besucht. Nachdem die Arbeiter das Land abgeerntet hatten, war klar, dass es nicht genügend Essen zum herumgeben gab. Das zeigt, wie wichtig Ernährungssicherung und Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung sind.

Einer der einfachsten Wege Kinderarbeit zu erkennen, ist zu fragen, wie viele Kinder in einem Familienbetrieb arbeiten und welche Aufgaben sie haben. Von diesen Jungen wollte ich wissen, ob es genug Land gibt, um Kakao und das süße Taro, ein regionales Grundnahrungsmittel, anzubauen. Ich erfuhr, dass ihre Eltern eine Landwirtschaft betreiben. Sie waren dabei das Abendessen ins Dorf zu transportieren.

An einem Nachmittag auf einer Farm, konnte ich alle Kinder der Familie treffen und prüfen, ob sie eine Ausbildung erhalten, und ob das Einkommen reicht, um die Schulbücher für dieses Mädchen zu kaufen.

Mädchen aus einer naheliegenden Schule schauen uns während eines Meetings zu.

Dieses Mädchen hat gerade ihr eigenes Bohnenbeet gejätet und schaut zu mir herauf als ich das Foto aufgenommen habe. Obwohl sie zufrieden und gut genährt wirkt, bietet das Bild einen Anlass, um mit ihren Eltern über Ernährungssicherheit zu sprechen.

Dieser Junge lebt im Herzen von Borneo, einem großen Waldgebiet und Heimat der indigenen Penan. Er wächst in einer der letzten Generationen von Nomaden auf. Wie bei den meisten Subsistenzbauern gibt es keine eindeutige Trennung zwischen Arbeit, Leben und Spiel. Auch wenn eine schulische Grundbildung wichtig für die Penan ist, sollte der Unterricht ihrem kulturellen Hintergrund angemessen sein.

Der Junge, der hier in die Kamera schaut, hält einen Maiskolben, ein Grundnahrungsmittel in seinem madagassischen Dorf. Diese Kinder haben eine enge Bindung an den Ort von dem ihre Nahrung stammt. Es ist wichtig für sie, etwas über Landwirtschaft und die täglichen Herausforderungen, denen sich ihre Eltern stellen, zu lernen – so kann nachhaltige Landwirtschaft fortgeführt werden.

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